Wieso Cancel Culture #cancelled sein sollte

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#Cancelled und #IsOverParty sind beides bekannte Begriffe, die auf Twitter und Instagram täglich wiederzufinden sind, um andere Personen auf eine bestimmte Sache aufmerksam zu machen. Meistens handelt es sich dabei um diskriminierende oder sexistische Aussagen, die eine Person in der Vergangenheit gesagt hat und jetzt an die Öffentlichkeit gekommen sind.

 

Grundsätzlich ist es gut, dass Menschen auf die Fehler anderer aufmerksam machen und ihnen zeigen, wie sie sich verbessern können. Denn viele Fehler in der Kommunikation entstehen durch Missverständnisse oder Unwissen und dabei kann eine kurze Aufklärung reichen, um die meisten Fehler zu berichtigen.

 

Problematisch wird es aber, wenn der Sinn nicht mehr der aufrichtige Hinweis auf einen Fehler ist, sondern das Niedermachen der betroffenen Person. Damit befasst sich die sogenannte „Cancel Culture“, die als Ziel das Boykottieren einer meist in der Öffentlichkeit stehenden Person hat. Vor allem Prominente und Influencer in den sozialen Medien haben mit diesen Problemen zu kämpfen, denn sie könnten jeden Moment zum Opfer einer Cyber-Mobbing Attacke werden. Cancel Culture hat zur Folge, dass der Prominente möglicherweise dazu gezwungen ist, sich für eine kurze Zeit aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen bis sich die Situation einigermaßen beruhigt und er sich gegen die Anschuldigungen verteidigen kann. Es gibt nicht immer Beweise, die für oder gegen den Beschuldigten sprechen, deshalb ist es umso wichtiger, nicht vorschnell zu urteilen und sich zuerst einen Überblick der Situation zu verschaffen.

 

Mit den Jahren hat sich der Sinn von Cancel Culture drastisch verändert. Während anfangs der Fokus auf das Hinweisen von Problemen war, ist er mittlerweile auf das Niedermachen der betroffenen Personen umgesprungen. Prominente werden zum Beispiel für Aussagen, die sie in ihrer Jugend gemacht haben und die jetzt an die Öffentlichkeit gekommen sind, im Internet als schreckliche Personen dargestellt. Bei manchen Fällen geht dieser Hass sogar über das Internet hinaus und findet sich in der realen Welt wieder. So gibt es Morddrohungen, Aufforderungen zu Suizid, Proteste gegen die Person und sogar körperliche Verletzungen.

 

©Presseservice Wien

Was anfangs nur in Amerika bekannt war, ist mittlerweile auch in Österreich angekommen. Erst vor kurzem wurde der Universitätsprofessor Lothar Höbelt wegen seiner rechtsextremen Aussagen kritisiert. Im November letzten Jahres stürmten einige Student*innen während Höbelts Vorlesung den Saal und hielten Poster gegen Rassismus und Sexismus hoch. Nur eine Woche darauf gab es einen weiteren Vorfall mit der deutschen Feministin Alice Schwarzer, die wegen ihrer anti-muslimischen Haltung aufgefallen ist. Schwarzer wurde von einem Professor an der Universität für angewandte Kunst zu einer Diskussionsrunde zum Thema Feminismus und ihrer Kampagnen eingeladen. Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft setzte sich in beiden Fällen für das Wohl der Student*innen ein und verlangte nach Anfragen der Student*innen die Ausladung von Schwarzer. Die Vorlesung fand trotz Bedenken wie geplant statt, wobei Schwarzer während der Vorlesung zum Teil mit negativen Aussagen konfrontiert wurde.

©Presseservice Wien

 

Am heutigen Tag des Respekts wird Kindern schon im jungen Alter die Wichtigkeit von gegenseitigem Respekt und von einem freundlichen Umgang mit den Mitmenschen verdeutlicht. In Form von Gruppenarbeiten lernen sie die Themen Rassismus, Sexismus und Diskriminierung kennen, wobei sie dabei von den Lehrkräften oder außerschulischen Pädagog*innen begleitet werden.

 

von Djesika Makrisevic

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