We are going to Ibiza!- But are we coming back?

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Ein kalter Donnerstag, Unmengen an Menschen, alle dasselbe Ziel, alle mit dem selben Traum. Raus mit Strache und Kurz. Raus mit jeglicher Form von Diskriminierung. Raus aus den Wohnungen und auf die Straße. Demonstrieren für die Rechte der Wiener und Wienerinnen. Demonstrieren für die Rechte der Menschen, die keine haben. Wie schaut jedoch jetzt die Zukunft der Donnerstagsdemos aus? Are we coming back?

Der Donnerstag vor 7300 Tagen

Ende Jänner 2000 stand die Koalition mit der FPÖ unter Jörg Haider und der ÖVP mit Wolfgang Schüssel als Kanzler fest. Genauso stand fest, dass die damaligen österreichischen Aktivisten und Aktivistinnen was dagegen tun wollten. Somit begannen ab Februar 2000 wöchentliche Demonstrationen, die auch als die Donnerstagsdemos bekannt waren. Nach der Kundgabe der Türkis-Blau-Regierung im Jahr 2017, entstand eine neue Ära der Demonstrationen am Donnerstag.

Laura Fellerer ist 23 Jahre alt und war Mitorganisatorin der Demonstrationen gegen die damalige Regierung. Wir haben der Wiener Aktivistin ein paar Fragen gestellt.

 

Wie ist die Entscheidung gefallen, die Donnerstagsdemos wieder in das Leben zu rufen?

© Nina Movsesyan

Die Donnerstagsdemos gab es ja damals schon und die Leute, die daran beteiligt waren, waren generell immer wieder in Sachen involviert. Die haben sich dann, nach einem dreiviertel Jahr Schwarz-Blau, im Sommer zusammengesetzt und meinten, schei*e Leute, wir müssen was machen. Zuerst haben sie kleiner gedacht, ein Event oder Forum oder eine Demo und einer meinte dann, hey, machen wir wieder Donnerstag.

 Möchtest du den Lesern und Leserinnen erklären, wovon es abhängig war, dass die Straßen an manchen Donnerstagen voller waren als an anderen?

Ich glaube, es hatte extrem viele Gründe, ein paar von denen wissen wir und andere wiederum nicht. Es hing immer total von den Themen der Donnerstagsdemos ab. Von den Routen, von dem Wetter, total viel von dem Wetter und von der Zeit generell.

Wie hast du den Tag, an dem das Ibiza-Video veröffentlicht wurde, erlebt?

Ich wollte gerade fortgehen und hab mit einer Freundin telefoniert. Die Freundin ist auch im Donnerstags-Team und meinte, es steht eine Nachricht im Gruppen Chat, schauen wir uns das noch an und gehen dann fort. Fünf Stunden sind vergangen und ich war einfach im Internet. Guter Tag, guter Tag.

Da keine Schwarz-Blau-Regierung zurzeit vorherrscht, wie schaut die Zukunft der Donnerstagsdemos aus? 

Gute Frage. Wir, das Donnerstags-Team des letzten Jahres hat sich lange nicht mehr getroffen, da einfach eine Pause Stimmung herrscht. Jetzt ist die Frage, was machen wir? Machen wir das? Macht es jemand anderer? Das Team hat die Mittel zur Verfügung gestellt, aber wir sind nicht Donnerstag, wir alle sind Donnerstag.

Wie fühlt es sich an, ein Teil dieser Bewegung gewesen zu sein? 

Hammer, so geil. Ich weiß nicht wie ich diese Schwarz-Blaue Phase sonst überlebt hätte. Alle waren bei sich zu Hause, waren entsetzt von dieser menschenverachtenden Regierung. Und dann kamen die Demos.

Wann hörst du auf zu demonstrieren?

Ich glaube…ich hoffe….das ist eine gute Frage. Also…ja…bis es nichts mehr gibt, gegen das man demonstrieren kann, aber die Frage ist, ob das bald passiert? Ich glaube, demonstrieren ist sicher Verantwortung aber auch Spaß und Liebe. Ich glaube, sobald dir etwas nicht gefällt und du merkst es gefällt vielen nicht, muss man einfach demonstrieren. So schnell werden wir damit nicht aufhören.

Punkt, Komma oder doch lieber Fragezeichen?

Ob wir aus Ibiza zurückkehren oder den Sturz der Regierung dort ausklingen lassen, ist ein großes Fragezeichen. Ein Fragezeichen am Ende des Satzes, bei dem man sich nicht traut, zu schnell ein Punkt zusetzen, den das würde das Ende der Demonstrationen bedeuten. Dennoch werden die Donnerstagsdemos des letzten Jahres in die Geschichte eingehen, denn die Wiener und Wienerinnen waren „fix zam“ und das ein ganzes Jahr entlang. Und wer weiß, vielleicht kehren wir erst dann zurück, wenn es in Ibiza wieder schneit.

 

 

 

 

Von Nina Movsesyan

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