Warum Veganer*innen nervig sind und an Nährstoffmangel sterben

geposted am

Hand auf Herz, du hast diesen Blogpost angeklickt in der Hoffnung, dass die Klischees über Veganer*innen in der Headline bestätigt werden. Mein Lieblingsessen ist natürlich das frisch gemähte Gras vom Grill im Sommer und im Winter ernähre ich mich von, ja von was eigentlich? Ich muss euch leider enttäuschen, dies ist absoluter Blödsinn. Was ich als Veganerin tatsächlich esse und wie das mit dem Veganismus im Alltag so funktioniert, möchte ich dir in diesem Blogpost zeigen. Veganismus ist nämlich mehr als nur Salat essen und Mitmenschen nerven.

© Jennifer Flechl

Mein Tag beginnt, wie bei jedem normalen Menschen, mit einem Frühstück. Es gibt Soja-Joghurt mit Obst, Granola und verschiedenen Samen. Absolut nichts spektakuläres und keine große Hexerei. Oder doch? Was ist denn Veganismus überhaupt? Fast täglich bekomme ich nämlich zu hören „Aber Fisch isst du, oder? Und was ist mit Eiern? Isst du Eier? Dafür musste ja kein Tier sterben!“ Nun ja, Veganismus ist viel mehr als nur den Tod eines Tieres zu vermeiden, und ja, auch Fisch ist Fleisch.

© Jennifer Flechl

Es wird versucht alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden. Dies bedeutet also das Weglassen aller Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden. Darunter fallen auch alltägliche Gegenstände wie beispielsweise Zahnpasta, in welcher Knochenmehl von Tieren enthalten ist oder Weichspüler, welcher Schlachtabfälle enthält. Es ist teilweise wirklich absurd, aber zum Glück gibt es zahlreiche vegane Alternativen.

Nach dem vielen Lernen für die Uni wird es Zeit für eine warme Mahlzeit. Ich treffe mich mit einem Freund zum Essen. Auf dem Weg zum Treffpunkt stolpere ich über einen Infostand eines Vereins, welcher sich für die Rechte der Tiere einsetzt. Sie rufen verschiedene Demonstrationen, Kampagnen und Petitionen ins Leben wie beispielweise die Petition gegen Vollspaltenböden bei der Schweineaufzucht. Solche Themen können auch schnell politisch werden beziehungsweise sind politisch. So hat sich, im vorhin genannten Beispiel, die FPÖ gegen ein Verbot ausgesprochen und ist dabei auf heftigen Widerstand gestoßen. Die FPÖ wurde von den Tierrechtler*innen vor der FPÖ-Zentrale in Wien mit Transparenzen und lauten Rufen dazu aufgefordert, dem Verbot zuzustimmen. Immer wieder geraten die Aktivisten mit den Politikern in Konflikt. Der Verein konnte schon einige Erfolge erzielen wie beispielsweise eine Reform des Fiaker-Gesetzes in Wien. Ein weiterer Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, andere Menschen bei ihrem Einstieg in den Veganismus zu unterstützen und bietet neben zahlreichen (und wirklich sehr leckeren) Rezepten, auch verschiedenste Treffen und Veranstaltungen für einen guten Zweck an. Aktivismus liegt demnach sehr vielen Veganer*innen am Herzen, immerhin ist das Tierwohl ein wesentlicher Aspekt des Veganismus.

© Jennifer Flechl

Angekommen in der Location fürs Mittagessen – ein kleines Bistro am Karmeliterplatz im zweiten Bezirk Wiens– welches neben veganer österreichischer Kost auch indische Gerichte und Junk-Food anbietet. Meine Begleitung, übrigens ein Nicht-Veganer, hat sich für das vegane Rahmgulasch entschieden und ich mich für den Gyrosteller. Auch süße Nachspeisen und Wein, natürlich alles vegan, werden hier angeboten. Während des Essens kamen wir auf das Thema Veganismus und Umweltschutz. Wusstest du, dass für einen Kilogramm Fleisch 15.500 Liter Wasser benötigt werden und für einen Liter Milch 1.020 Liter? 51% der globalen CO2 Emissionen verursacht werden durch die Fleischindustrie und jede Sekunde ca. 6.000 m² Regenwaldfläche abgeholzt werden für die Massentierhaltung? Erschreckend oder? Eine vegane Ernährung hat außerdem viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Ich fühl mich viel fitter, seit ich vegan lebe, ich habe mehr Energie und bin seltener krank.

Pappsatt und zufrieden verlassen wir das Bistro. Mein Freund war vom Essen sehr begeistert, er hätte nicht gedacht, dass die vegane Speise fast wie das „Original“ schmeckt. Er hat sich vorgenommen in Zukunft auch ein bis zwei Tage in der Woche auf tierische Produkte zu verzichten.

Du kannst dir also sicher sein, dass Veganer*innen nicht an Nährstoffmangel sterben und nur dann nervig sind, wenn wir uns für das Wohl der Tiere und der Umwelt einsetzen, weil es uns am Herzen liegt. Ich hoffe, dass ich auch deine Skepsis gegenüber dem Veganismus beseitigen konnte und dich eventuell sogar neugierig gemacht habe. #VeganRevolution

Von Jennifer Flechl

Quellen

https://www.peta.de/https://vgt.at/; https://www.vegan.at/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen