INTEGRATION STATT DISKRIMINATION!

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Völkerrechtlich ist nur derjenige ein Flüchtling, der sein Land aus „Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, seiner Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung“ verlässt. Gründe, die Familien in die Flucht treiben, sind überwiegend Krieg und Gewalt, der Kampf um knappe Ressourcen, Armut, Hungersnot und Naturkatastrophen. Unvorstellbar – etwas auch nur annähernd Derartiges in Österreich zu erleben.

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Aber hat denn niemand einen höheren Preis verdient als jene Männer, Frauen und Kinder, die mehrere tausende Kilometer (größtenteils zu Fuß) zurücklegen müssen, die ihr gerade selbst aufgebautes Leben im Herkunftsland aufgeben und zurücklassen müssen, die in den Gewässern vor unseren Küsten ertrinken, die unmenschlichen und qualvollen Bedingungen an den Grenzen unseres Landes ausgesetzt sind? Während sich Millionen von Menschen auf dem weiten Weg der Hoffnung befinden, werden in Österreich Themen wie Grenzschließungen, Grenzzäune oder gar schlimmer: Orte, an denen Flüchtlinge „konzentriert“ gehalten werden sollen, debattiert.

Um nicht gleich von der politischen Situation in Österreich abzuweichen, sollte man erwähnen, dass Slogans wie „FPÖ voten gegen Asylchaoten“, „Daham statt Islam“, „Mehr Mut für unser ‚Wiener Blut‘ – Zu viel Fremdes tut niemandem gut“ auf den Straßen Wiens früher wie auch heute, auf dem „Lieblingswahlkampfmedium“ der Freiheitlichen, stolz präsentiert werden. Abgesehen davon, dass man in diesen Fällen nicht von einer „bsoffenen Gschicht“ des Heinz-Christian Strache ausgeht, sondern von einer ganzen Partei spricht, die sich noch dazu nicht als ausländerfeindlich bezeichnet, wird ein rassistisches Werbesujet durch einen Reim nicht unbedingt lustiger. Soll der erbärmliche Inhalt durch Rhythmisierung eigentlich ignoriert werden?

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Rassismus steht bei der FPÖ auf der Tagesordnung, schon immer. Selten gibt es ein Interview, in dem nicht gegen “die Ausländer” oder Geflüchtete gehetzt wird. Minderheiten sind die Zielscheiben und Sündenböcke und werden für fast alle Probleme verantwortlich gemacht, die in Österreich existent sind. Vorurteile und Feindbilder werden bewusst verbreitet.

 

DIE KLASSIKER UNTER DEN VORURTEILEN

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Zusammengefasst ist ein Vorurteil eine ungerechtfertigte und in der Regel negative Einstellung gegenüber einer Gruppe und ihren Mitgliedern. In Österreich existieren halt vor allem gegenüber Nicht-Österreichern Vorurteile. Top 5 Vorurteile:

1. „Flüchtlinge wollen nichts arbeiten und sitzen nur faul rum“
2. „Flüchtlinge leben in Saus und Braus“
3. „Flüchtlinge sind gefährlich und kriminell“
4. „Flüchtlinge wollen sich nicht integrieren“
5. „Flüchtlinge wollen unsere Sprache nicht lernen“

Nein, diese Menschen sind nicht faul – aufgrund der rechtlichen Lage ist es kaum möglich, eine Arbeitsbewilligung zu bekommen und sie leben natürlich auch nicht in Saus und Braus – ein Flüchtling bekommt maximal 320 Euro im Monat für Miete, Strom, Gas, Essen und tägliche Ausgaben. Zum Vergleich: ÖsterreicherInnen bekommen eine Mindestsicherung von maximal 795 Euro monatlich. Außerdem sind diese Menschen nicht gefährlich und kriminell – Flüchtlinge sind gleich kriminell wie andere Bevölkerungsgruppen, wie du und ich. Sie wünschen sich nichts mehr als Integration – unsere xenophobe Gesellschaft lässt es nur nicht zu. Und fast vergessen: Schade, dass „Flüchtlinge kein Deutsch lernen wollen“, denn dann würden sie die Probleme bzw. Vorurteile der österreichischen Gesellschaft zumindest verstehen können, oder? Übrigens ist die wichtigste Voraussetzung für den Abbau von Vorurteilen der Kontakt mit der Fremdgruppe – aber wäre das nicht viel zu gefährlich für uns?

 

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