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Frauenpower in der Baubranche

Man stelle sich eine Kindergruppe der Volksschule vor, die beschließt an einem heißen Sommernachmittag vor den Ferien die Baustelle des zukünftigen Schulgebäudes zu besuchen um dort den beruflichen Alltag der Baubranche kennen zu lernen. Dort angekommen wird der Kindergruppe von den abenteuerlichen Erlebnissen und technischen Meisterleistungen erzählt, welche dort stattfinden. Ein Mädchen aus der letzten Reihe lauscht neugierig. Wieder zu Hause angekommen erzählt das Mädchen aufgeregt ihren Eltern von der großartigen Arbeit des Baumeisters und davon, dass sie, wenn sie einmal groß ist auch dort arbeiten möchte. Belächelnd meint der Vater, dass eine solche Arbeit doch nichts für

©Unsplash

Mädchen währe und das sie doch lieber Innenausstatterin werden solle. Bedrückt und niedergeschlagen antwortet das Mädchen „Aber die bauen doch Garnichts“ 

 Die Unterrepräsentation von Frauen in manchen Berufsgruppen kann für einige Frauen schnell einschüchternd und entmutigend wirken. Was aber, wenn man sich dem entgegenstellt? Die Baumeisterin Lisa Altenburger hat sich bereiterklärt uns einige Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

 

©Helena Elias

Wann waren Sie sich über ihren Berufswunsch im Klaren?

Lisa: 13 oder 14

Gab es Personen, die versuchten ihre Entscheidung zu beeinflussen?

Lisa: So richtig daugt hat es meinen Eltern nicht das ich das machen möchte, aber sie haben gesagt, dass ich das selbst wissen muss.

Wie nehmen Sie den Frauenanteil in der Baubranche wahr?

Lisa: Puh. Gering, aber das ist eigentlich normal. Das ist einfach schon immer so. Ist schade, aber es ist auch hart, das schafft einfach auch nicht jeder. Auch körperlich.

Wie war die Reaktion ihres Nähern Umfeldes sich für die Selbstständigkeit zu entscheiden?

Lisa: naja, ich weiß nicht. Die Meinungen sind da schon sehr auseinander gegangen. Ein paar haben sich sicher gefreut für mich und ein paar werden sich bis jetzt nicht freuen, weil sie einfach neidisch sind sag ich mal. Damals werden sicher extrem viele über mich hergezogen sein. Es sind dann auch viele Gerüchte herumgegangen in der Ortschaft und es wurde viel Blödsinn geredet. Aber da muss man einfach darüberstehen. Das ist so.

Gab es eine Plan-B in Bezug auf die Berufswahl?

Lisa: ja, es hat einen Plan B gegeben. Ich wollte eigentlich immer Polizistin werden. Aber ich war zu klein. Und bei der Schulwahl hat es eigentlich auch eine Option gegeben. Ich wollte eigentlich immer in ein Sportgymnasium gehen. Ich war in ein paar Schulen in Wien, aber ich wollte natürlich Fußball spielen, nur da hat man bei den Mädchen Ballett tanzen müssen. Daher bin ich dann in die HTL gegangen. Also dann war das eigentlich erledigt für mich. Polizistin, das hat mich eigentlich immer sehr interessiert. Aber so wie es Christoph B.* macht, also bei der Kobra. E gut jetzt im Nachhinein gesehen, aber das hätte mich immer sehr interessiert.

Gab es Autoritätsprobleme auf beispielsweise Baustellen, mit denen sie konfrontiert wurden?

Lisa: Bei uns ist das eigentlich eher weniger so. Am Anfang natürlich, als ich von der Schule kam, war das gar nicht so einfach. Weil du halt das Problem hast, das du dich erstens ein Schei*dreck auskennst. Wenn du zum ersten Mal auf eine Baustelle kommst hast du überhaupt keine Ahnung von irgendetwas. Und dann natürlich eine Frau auch noch. Wenn du dich nicht richtig auskennst, das ist halt schwer.

Wie verschaffen sie sich als Frau Gehör in einer männerdominierten Branche?

Lisa: das glaube ich liegt viel an einem selbst, wie man ist und wie man damit umgeht. Ich war einfach immer sehr interessiert und ich hatte einen wirklich guten Polier, der mir viel gezeigt hat, weil ich mich wirklich dafür interessiert habe. Im Büro sitzen hat mich nicht so interessiert wie das auf der Baustelle. Ich war fast den ganzen Tag draußen auf der Baustelle. Ich bin jetzt auch nicht so, dass ich mich mit keinem Reden traue. Deshalb hat es bei mir eigentlich wenig Probleme gegeben. Sicher hat es in Wien hin und da ein Paar Id**ten gegeben, die gedacht haben, sie müssen irgendwie blöd reden. Aber jetzt hier herunten bei uns, eigentlich überhaupt gar nicht. Auch von meinen Arbeitern gab es so etwas überhaupt nicht.

 

Frauen, die in einem männerdominierten Berufsfeld arbeitet, haben, teilweise immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Lisa Altenburger hat allerdings bewiesen und davon erzählt, wie man seine Ziele trotz Stolpersteinen, die einem in den Weg gelegt werden, dennoch seine Ziele erreichen kann und am End ganz oben ankommt.

 

 

 

*von der Redaktion geändert

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