Frauenmisshandlung: „Agieren statt Reagieren!“ – Wenn der Staat zum Mittäter wird.

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„Wohin mit uns? Wohin mit den Kindern?“ – Jene Fragen, die sich viele von Gewalt betroffene Mütter stellen, jedoch oftmals von dem Staat ignoriert werden.

Es ist nicht leicht für viele Frauen in Österreich aus gewalttätigen Ehen oder Beziehungen herauszufinden, vor allem nicht, wenn Kinder involviert sind. Aus Angst vor dem Täter wird der Staat oftmals zur Hilfe gerufen – in vielen Fällen aber meist zu spät. Laut Statistik des Innenministeriums kam es im vorletzten Jahr insgesamt zu 13.670 Gewaltfällen an Frauen in Österreich, wovon 1.032 versuchte Tötungsdelikte und 12.638 vollendete Tötungsdelikte betrugen. Neben Tätern, ist seither die seltene Involvierung des Staates zum neusten Kritikpunkt geworden.

Heutige Statistiken belegen, dass eine von fünf Frauen in Österreich unter Gewalttaten ihrer Beziehungspartner oder Familienangehörige leiden. Erst im Frühjahr 2019 wird in Wien eine Frau am Hauptbahnhof erstochen – der Täter, ihr Bruder. Im zweiten Bezirk wird vergangenen Jahres eine 50- jährige Frau mit brutalen Messerstichen im Hals aufgefunden. Der mutmaßliche Täter ist der 10 Jahre jüngere Ehegatte der ermordeten Frau. Wochen später kommt es zum nächsten Mordfall: Ein 38- jähriger Mann erschießt seine Ex- Frau und nimmt sich sofort danach selbst das Leben. Zu Heiligabend ertränkt eine 51- jährige Frau in ihrer Badewanne, als ihr Mann ihren Kopf unter das Wasser hält. Schockierender Weise sind diese Fälle nur wenige von 100 anderen Fällen, die sich in Wien in den letzten Jahren abgespielt haben.

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Gründe und Ursachen zu häuslicher Gewalt sind von Fall zu Fall unterschiedlich: Alkohol- und Drogenkonsum und die daraus resultierende Aggression sind Gründe für viele gewalttätige Akte. Ebenso scheint eine schlecht laufende Beziehung oder eine Trennung in vielen Fällen oftmals die Ursache für Gewalt zu sein. Eins steht jedoch fest: Begangen werden diese Gewalttaten vorwiegend von männlichen Beziehungspartner oder Familienangehörige. Die Täter nutzen Gewalt, um sich in ihrer Position (zum Beispiel als Ehegatte) in der Beziehung durchzusetzen, um einen gewissen Machtanspruch zu erlangen. Die Frauen leiden unter schweren Verletzungen und wissen sich oftmals nicht zu verteidigen, da sie den Männern an Kraft und Muskeln unterlegen sind. Folglich zeigen Studien, dass häusliche Gewalt ebenso aufgrund von Eifersucht und Verlangen des Täters stattfinde. Die Täter streben somit den Wunsch nach einer „eigenen Hausfrau“ und sehen Frauen als Besitzstücke. Zuletzt kann der Grund ebenso eine kulturelle Strukturierung der Geschlechterrollen sein. Damit werden Ungleichheiten zwischen Mann und Frau, sowie Unterschiede in ihren Rollenbildern gemeint. So wird mit dem Rollenbild des Mannes Stärke, Dominanz und Macht assoziiert, wohingegen das Rollenbild der Frau aus Unterlegenheit, Schwäche und Duldsamkeit besteht. Unter „Männlichkeit“ wird daher des Öfteren Kontrolle und Macht verstanden. Diese Werte werden oftmals in der Gesellschaft weitergegeben und vertreten.

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In vielen Fällen wird dem Opfer bei Gewalttaten sehr wenig geholfen. Selten wird eingeschritten, denn man möchte sich lieber von der Situation und dem Problem fernhalten. Hingegen wendet sich das Opfer, samt den Kindern, an den Staat und beantragt sofortige Hilfe. Der Staat reagiert nicht, schickt das Opfer weiter an diverse Frauenberatungsstellen, wo dem Opfer geholfen werden soll. Doch so wird weder dem Opfer noch den Kindern geholfen. So wird das Problem der Frauenmisshandlung nicht gestoppt. Es bräuchte eine strengere Maßnahme und eine vollständige Involvierung des Staates.

Überfüllte Frauenhäuser in Österreich und immer noch keine Lösung zum eigentlichen Problem. Vier Frauenhäuser gibt es in Wien bereits, das Fünfte ist derzeit in Ausbau und soll bis 2022 fertiggestellt werden. Insgesamt werden in den vier Frauenhäusern 175 Plätze für von gewaltbetroffenen Frauen mit und ohne Kinder angeboten. Dennoch lässt sich das Problem der Gewalt an Frauen nicht lösen. Immer mehr Frauen müssen ohne Unterstützung des Staates zusehen, wo sie sich Hilfe suchen und stehen meist ohne da. Das Geld wird knapp und die gewalttätige Situation intensiver.

Der Staat soll für mehr Unterstützung ihrerseits sorgen und zusätzliche Initiative ergreifen. Um den Bau von weiteren Frauenhäusern zu vermeiden, könnte stattdessen direkt eine Lösung für das Gewaltproblem gefunden werden.

 

 

 

 

Von: Randa Emara

 

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