Eh klar! Typisch Feministin eben

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Ich kann alle Workouts der Welt machen, aber nichts erschöpft mich mehr, als nach den Standards der Gesellschaft zu leben. Von klein auf pflanzen sie einem gewisse Vorstellungen in den Kopf; Es ist wichtig hübsch zu sein – richte dich doch bitte etwas her; Iss nicht so viel – du solltest mehr auf deine Figur achten; Wenn du erwachsen bist, wirst du glücklich sein mit Mann, Kind und Haus, deine Karriere ist dann nichtmehr so wichtig; Mach keine Dinge die deinen Ruf ruinieren und andere schlecht über dich denken lassen – reiß‘ dich doch bitte etwas zusammen, du bist eine Frau! Eh klar, dass wenn man sich gegen die Vorstellungen der Gesellschaft wendet, direkt als Feministin abgestempelt wird.  Frau, lesbisch, allgemein unzufrieden, hysterisch, sexuell unerfüllt, hassgetrieben und gegen alle Normen verstoßend – das ist das typische feministische Bild, mit diesen Stereotypen haben feministische Individuen noch heute zu kämpfen. Aber lasst uns nicht vergessen, wie stark, willenskräftig und tapfer Frauen sind, wie sie trotz harter Rückschläge sich mutig immer wieder kampfbereit in die Schlacht der Gleichberechtigung gestürzt haben. Hut ab! Ohne dieser Frauen wären wir nicht da, wo wir heute sind.

Um wirklich herauszufinden was die Gesellschaft mit einem Wort wie „Feminismus“ assoziiert, haben wir uns in den letzten Wochen mit einigen Personen unterschiedlichen Alters und Bildungsgrades zusammengesetzt und ihnen eine konkrete Frage gestellt.

Wie denken Sie definiert die Gesellschaft eine typisch feministische Person?

Merlin M., 17, Schüler

Melzer M., 17, Schüler ©Emilie.M

„Ich denke, dass das typische feministische Bild in unserer Gesellschaft kein vorteilhaftes ist. Heutzutage geht es nicht mehr um grundlegende Dinge, die das Leben einer Frau fairer und besser machen, sondern um eher ‚kleinliche‘ Sachen (wie zum Beispiel; das Abändern der Österreichischen Bundeshymne). Ich will nicht falsch verstanden werden, auch heute gibt es Themen, die äußerst wichtig sind. Jedoch denke ich, dass Feminismus in unserer heutigen Gesellschaft (und damit meine ich allgemein gut entwickelte Länder) nicht mehr die Wichtigkeit hat wie damals.“

 

Michaela M., 54, Psychotherapeutin & Psychologin

Michaela M., 54 ©Ursula.B

„Leider sieht die heutige Gesellschaft den Feminismus oft als überholt und nicht notwendig an. Viele Menschen denken, dass FeministInnen unweiblich, hart, unsensibel, Männerhassend und allgemein hasserfüllt sind. Das ist jedoch nicht die Wesensart des Feminismus.“

 

Viktor N. 62, Jahre im Sozialbereich tätig

Victor N., 62 ©Sabine.K

„Wesentlich ist, welchen Teil der Gesellschaft man hierbei betrachtet. Es gibt den konservativen Teil, der Feministinnen als „hysterische“ Emanzen mit eher homosexuellen Vorlieben einstufen würde. Auf der anderen Seite, der Teil der Gesellschaft, der sich sozial, global und umweltschützend orientiert. Dieser Teil empfindet Feministinnen als Vorkämpfer und ist sich sicher, dass die Forderungen unbedingt umgesetzt werden müssen.“

Tobias G.,21 ©Emilie. M

Tobias G., 21, Student

„Vermutlich ist das typische gesellschaftlich getragene Abbild einer feministischen Person eine Feministin, die auf ihr Äußeres reduziert und für ihren Einsatz und ihre Ideale belächelt wird. Sie ist dem politisch linken Spektrum zuzuordnen, reduziert ihre Weiblichkeit auf ein Minimum und vertritt und kämpft für radikale Forderungen, wie den Umsturz des männlichen Patriachats, aber auch scheinbar unwichtige Details, wie die Verwendung geschlechterneutraler Begriffe.“

Klara R., 19, Studentin

*Klara R., 19 ©Emilie. M

„Eine schwierig zu beantwortende Frage. Oft hat Feminismus einen negativen Beigeschmack und wird teilweise belächelt von der Gesellschaft – ich glaube die Gesellschaft stellt sich unter einer typisch feministischen Person eine Frau vor, die sich öffentlich für Frauenrechte einsetzt, indem sie zum Beispiel bei Demonstrationen teilnimmt und ihre Meinung kundtut. Wann immer sie kann, spricht sie Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern an und versucht etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern, was von manchen als nervig und übertrieben erachtet wird.“

 

Obwohl man zusammenfassend davon ausgehen kann, dass Großteils der Gesellschaft der Meinung ist, dass auch heute Feminismus von Bedeutung ist, finden sich trotzdem immer wieder negative Vorurteile – und es liegt allein an uns diese zu beseitigen.

 

*Name von der Redaktion geändert

Von: Emilie Melzer

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