Ziemlich beste Noten.

geposted am

Stille. Tunnelblick. Nervenzusammenbruch. Gedanken über  das eigene Leben. Ein Moment den viele kennen. Die Angst vor der nächsten Prüfung. Die Angst beim Lernen nichts zu verstehen. Die Angst nicht noch mehr lernen zu können, falls die nächste Prüfung wieder mal den Bach runter geht. Kennt jeder, nicht? Als ich mich mal wieder in so einer Situation befand, bin ich auf der Suche nach einem Ausweg dieses Dilemmas auf etwas gestoßen. Genauer gesagt auf eine Internetseite, die verspricht Bestnoten zu schreiben, ohne dafür mehr tun zu müssen als vorher. Gut, ich muss sagen, meine Ziele sind nicht unbedingt Bestnoten, aber souverän die Prüfungen schaffen, wäre schon mal ein Anfang.

© Sophie Eibenberger

Spätestens jetzt wäre vermutlich jeder noch so faule Student bei einer Vorlesung, möge sie noch so langweilig sein, aufgewacht. Bestnoten schreiben, ohne viel dafür tun zu müssen. Natürlich, um es mit dem Wort des Jahres 2017 zu formulieren, ist das schlicht und einfach ein Vollholler. Bestnoten kommen nicht durchs Nichts tun und das werden sie auch nie. Außer man heißt Stephen Hawking oder so ähnlich. Sie erfordern – leider – harte Arbeit. Allerdings gibt es Lernmethoden, die es dir erlauben leichter zu lernen und dadurch leichter durch den stressigen Unialltag zu gleiten. Und genau die sollst du über diese Webseite kennenlernen.

Aber von wem oder was spreche ich? Die Rede ist von Andy, einem ehemaligen deutschen Studenten, der früher selbst auf der Suche nach Bestnoten war und sich den Unialltag leichter machen wollte. Mittlerweile hat er eine Webseite namens „Einserkandidat.de – Endlich mehr Erfolg im Studium“. Laut ihm sind es offensichtlich nur sieben Schritte, die du von Bestleistungen im Studium entfernt bist. Und um herauszufinden, ob das wirklich zielführend ist, meldete ich mich für sein kostenloses E-Mail-Coaching Programm an, das dir zunehmenden Erfolg verspricht.

Schon auf der Internetseite alleine finden sich zahlreiche Referenzen mit Profilbildern zu den zugehörigen Personen, die Bericht darüber erstattet haben, wie sehr sie von „Einserkandidat“ profitiert haben.

Kurz nach der Anmeldung wurden mir zu Beginn einige Fragen über meine derzeitige Studiensituation gestellt. Für mich entwickelte sich der Anschein, dass dieses E-Mail Coaching auch noch an meine individuellen Bedürfnisse angepasst wird. Plot Twist: Fehleinschätzung. Aber dazu später mehr.

© Benedikt Eibenberger

Meine Probleme waren schon zu Schulzeiten, dass ich mich nicht zum Lernen motivieren konnte und unproduktiv war. Außerdem musste ich jetzt auch noch in drei Wochen meine erste Prüfung schreiben. Probleme mit meinem Zeitmanagement waren bei mir immer auf die mangelnde Kreativität und Motivation zurückzuführen, nicht weil ich nicht gewusst hätte, wie es geht. Also konnte ich diesen Punkt eigentlich auslassen.

Kurz nachdem ich diesen Fragebogen ausgefüllt habe, wurde mir das Angebot gestellt, an einem Online-Seminar, auch Webinar genannt, teilzunehmen. Warum nicht, dachte ich mir, hab heut eh nix mehr vor. Dieses Webinar dauerte eineinhalb Stunden und wurde von Andy selbst geführt. In diesem erklärte er mir und zwanzig anderen via Skype und einer eingeblendeten Powerpoint sieben Techniken, die mehr Erfolg im Studium versprechen. Alles hörte sich recht logisch an, und ich war nach dem Online-Seminar motiviert wie lange nicht mehr und war der Überzeugung in die nächsten Klausuren top vorbereitet gehen zu können.

Am Ende des Web-Seminars gab es außerdem noch die Möglichkeit ein komplettes Lernpaket von ihm zu erwerben. Diese sind auch auf seiner Webseite zu finden und vom Preis her nicht gerade günstig.  Diese Lernpakete, die 14-Stunden Videomaterial beinhalten und zahlreiche Seiten über die verschiedensten Lernmethoden, bewegen sich in einer Preishöhe bis zu 500 Euro. Den hohen Preis argumentierte er unter anderem damit, in dem er sagte, über Jahre gesehen wird für Nachhilfestunden viel mehr Geld ausgegeben. Hört sich vielleicht etwas betrügerisch an. Allerdings wären eine eigene Webseite, die Bekanntgabe des eigenen Namens und Gesichts vielleicht nicht unbedingt förderlich für einen Betrüger, der nur aufs Geld aus ist. Da ich aber vorerst mit dem kostenlosen E-Mail-Coaching zufrieden war, kam eine solche Investition für mich nicht in den Sinn.

In den darauffolgenden Tagen und Wochen bekam ich immer wieder E-Mails, in denen dargelegt wurde, welche  Schritte ich in Zukunft befolgen soll. Jede E-Mail spezialisiert sich auf ein Thema, eine andere Methode, die dir in Zukunft helfen soll.

Natürlich habe ich mir seine Tipps zu Herzen genommen. Hätte sonst vermutlich auch wenig Sinn, wenn ich dann darüber einen Blog schreibe. Ich habe mir also, wie er in seinen E-Mails schreibt, Ziele gesetzt, mein Lernverhalten geändert und auch die Vorlesungen anders verfolgt. Hört sich jetzt alles nicht so schwierig an, aber vor allem beim Thema Lernverhalten gibt es viele Tricks, auf die ich vorher nicht gekommen bin.

© Benedikt Eibenberger

Als Beispiel nehme ich das Nutzen von passiver Zeit her, auch genannt Standby-Lernen. Was damit gemeint ist? Beim Duschen zum Beispiel machen wir zehn Minuten nichts außer unter heißem Wasser zu stehen. Wenn man allerdings während der Prüfungsphase einige Lernblätter an die Außenwand hängt, kann man sinnvoll Zeit fürs Lernen nutzen. Auf eine Woche hochgerechnet ist das dann ca. eine Stunde, die man mehr gelernt hat. Positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass sich der Stoff durch das ständige Wiederholen nicht nur im Kurzzeitgedächtnis einprägt.

Ein weiteres Beispiel, das bestimmt jeder von uns schon einmal angewendet hat, aber die meisten seitdem nicht mehr sinnvoll eingesetzt haben, sind Lernsätze. So kennt jeder den Satz: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.“ Gut, dieser Satz kann heute nicht mehr gelehrt werden, da Pluto mittlerweile zum Zwergplaneten degradiert wurde. Aber trotzdem kann heute jeder die acht Planeten aufzählen. In der richtigen Reihenfolge noch dazu. Diese Merksatz-Technik habe ich jetzt schon auf mein Studium umgemünzt und konnte mir mittlerweile schon einige Schlagwörter so leichter merken und immer alle wiedergeben, ohne ein einziges zu vergessen.

Am Ende jeder E-Mail ist außerdem der Vermerk, dass man ihm einmal ein Feedback schreiben soll. Man solle sich melden, um ihm die eigenen Fortschritte mitzuteilen. Weiters findet man am Ende jeder E-Mail den Hinweis, dass man freiwillig hier ist und man das E-Mail-Abonnement jederzeit beenden und sich abmelden kann.

Mittlerweile nutze ich dieses E-Mail-Coaching seit knapp zwei Monaten und es ist Zeit ein Fazit zu ziehen: Meine ersten Prüfungen auf der Uni verliefen reibungslos. Ich hatte zwar keine Bestnoten, das war aber auch nicht mein Ziel. Die kommenden Prüfungen werden definitiv schwieriger als die Bisherigen, aber ich fühle mich, auch aufgrund des E-Mail-Coaching, gut vorbereitet und weiß, was ich zu tun habe.

Jedoch hatte ich allerdings nicht das Gefühl, dass die E-Mails sich an mich individuell angepasst haben. Es waren standardisierte E-Mails, die in einer gewissen Chronologie an mich gesendet wurden. Heißt übersetzt, es ist nicht hilfreich, wenn du bald eine Prüfung zu schreiben hast oder wenn du  dir erhoffst durch das Coaching hier und jetzt zum Lernen angeregt zu werden. Die Motivation für dein Studium muss immer noch von dir selbst kommen. Aber es hilft dir das Lernen vielleicht angenehmer zu  gestalten, weniger Stress vor Prüfungen anzuhäufen und somit vielleicht indirekt deine Motivation zu steigern.

Kurzfristig gesehen, ist das Coaching also nicht hilfreich. Aber ein Studium ist auch kein Sprint, sondern vielmehr ein Marathon. Viele der Tipps von  Andy, dem Gesicht hinter Einserkandidat.at, konnte ich schon anwenden und werde sie auch in Zukunft noch anwenden. Ich denke, so kann ich in meinem Studium ziemlich beste Noten schreiben.

Einserkandidat.de – Endlich mehr Erfolg im Studium

Text: Benedikt Eibenberger

Fotos: Benedikt Eibenberger & Sophie Eibenberger

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: