Wien und die Kunst – im Wandel der Zeit

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Kunst ist wild, bunt und verrückt. Wie sie sich entwickelt bleibt denen überlassen, die sie als Mittel ihrer Kreativität nutzen. Wagen wir doch einen kleinen Blick in das, was die Kunst in der Zukunft erwarten könnte…

© ELISABETH KIRSCH
Was ist dieser Wandel eigentlich?

So lange es die Menschheit gibt, gibt es auch die Kunst und mit den Menschen entwickelt sich auch die Kunst immer weiter. Seit unserem heutigen Zeitalter prägen die Technik und die Digitalisierung unser Leben in einem immer größeren Ausmaß. Wie sieht es nun eigentlich bei der Kunst aus? Verändern technische Hilfsmittel ihre Darstellung und wird Kunst in Zukunft nur noch über Online Websites wie Amazon verkauft? Wie könnte die Kunst der Zukunft aussehen?

Ein kurzer Blick in das Heute von Morgen

Wien, 2038. Man stelle sich vor: Eine Schulklasse macht sich auf den Weg ins Museum um die neue Ausstellung eines Künstlers zu bewundern, der sich mit dem gesellschaftskritischen Thema „künstliche Intelligenz als Bedrohung der Menschheit“ auseinandersetzt. Die Wände des Museums sind leer, was die Schüler nicht verwundert, denn sie kennen es nicht anders. Jeder bekommt eine VR-Brille aufgesetzt und dann geht der Weg durch die Virtuelle Welt los. Nun können sie durch die Räume laufen und nicht nur Bilder an den Wänden, sondern auch realistische Szenarien betrachten, an denen sie selbst teilnehmen können. Einer steht zwischen zwei Robotern, die verliebt Tango tanzen, während ein anderes Kind dabei zusieht, wie ein Computer die Gedanken von Menschen kontrolliert. Verrückt, oder?

Die Virtual Reality und wie ein 3D-Drucker auch der Kunst behilflich ist
© MAK/MONA HEISS

Tatsächlich gibt es genau so etwas bereits. Im Frühjahr 2018 hat der österreichische Künstler Frederick Baker ein Virtual-Reality-Experiment im Museum für angewandte Kunst gewagt. Die Besucher hatten die Möglichkeit mit einer VR-Brille durch eine Welt zu laufen, die aus einem Kunstwerk von Gustav Klimt kreiert wurde, Klimt’s Magic Garden.

Auch viele andere Künstler und Universitäten versuchen sich an dem neuen technischen Hilfsmittel und bauen immer verrücktere Welten. Der 3D-Druck ist ein weiteres technisches Mittel, das in der Kunst Anklang findet. Hiermit ist es Künstlern heute möglich ihren Gedanken eine Form zu geben und das viel zeiteffizienter und perfekter, als es bis dato je möglich war.

Wien, was denkst du?

Das ist jetzt ja alles schön und gut, aber eine Frage ist noch nicht geklärt. Wie wirkt sich das alles auf die Kunst der Zukunft aus? Mich interessiert dabei vor allem der Blick raus aus den Museen und der Universität und rein in die Stadt, in der die Kunst wirklich lebt. Also habe ich einen Wiener Galeristen nach seiner Meinung zu dem Thema gefragt.

Für ihn sind Virtual Reality und 3D-Drucker nicht prägend für die Ausdrucksform der Kunst, sondern aufgrund ihrer Neuheit eine Art Spielerei für die Kunstschaffenden. Auf lange Sicht solle das Interesse dafür nicht wirklich allumfassend für die Kunst sein. Dieser Trend sei eher etwas für die Museen als für die Ausstellungen in den Galerien der Stadt. 3D-Druck biete aber neue technische Möglichkeiten zur Erstellung von Werken. Klassische Hilfsmittel wie Pinsel und Leinwand blieben dennoch immer interessant.

Auch die Digitalisierung wirkt sich nach Meinung des Galeristen nicht in der Form auf die Kunst aus, dass die Galerien ihre Werke auf Online Seiten versteigern. Der Verkauf in den Galerien sei ein wichtiger Teil der Kunstszene und lasse sich nicht so einfach durch das Internet ersetzten. Dennoch lasse sich erkennen, dass die Vermarktung auf Instagram immer wichtiger für die Künstler wird.

© ELISABETH KIRSCH

Viele mögen vielleicht denken, dass Kunst ohnehin langweilig ist, auch wenn sie es lieber nicht sagen. Wofür braucht man das auch schon? Aber der Galerist sagt weiter, tatsächlich sei Kunst und Kultur sehr wichtig in Wien und diese ach so langweiligen Museen bildeten mit dem Museums Quartier eine der wichtigsten Komponente für den Tourismus. Auf lange Sicht wird die Kunst so immer wichtiger für unsere Stadt, so seine Meinung.

Und was bedeutet das nun?                                                            

Ganz so dramatisch ist der Wandel also nicht, aber es lassen sich neue Tendenzen erkennen, vor die die klassische Malerei gestellt ist. Somit ist die Vorstellung einer virtuellen Ausstellung nicht nur eine Träumerei, sondern schon längst Realität geworden, was andererseits nicht heißen muss, dass wir uns nun von den klassischen Bildern und Skulpturen verabschieden müssen.

Es mag vielleicht ein wenig romantisch klingen, aber für mich ist gerade das Greifbare das, was die Kunst ausmacht. Das Handwerk der Künstler, das mit der Hand geschaffene Werk ist das, was mich an der Kunst am meisten fasziniert und somit fände ich es schade, wenn wir uns in Zukunft nicht mehr an den gegenwärtigen Dingen erfreuen, sondern bloß noch konzipierten Vorstellungen von Künstlern begegnen.

 

Weitere Links:

Ein kleiner Einblick in Klimt’s Magic Garten

Projekt zu dem Thema; Vienna Biennale for Change 2019: BRAVE NEW VIRTUES. Shaping Our Digital World

Watch more: “Tech+Art” (Nat Geo)

 

 

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