Retten, löschen, bergen, schützen

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Retten, löschen, bergen, schützen. So lautet das Motto der Berufsfeuerwehr Wien. 365 Tage im Jahr sind die rund 1700 Wiener Feuerwehrmänner und -frauen für die Wiener und Wienerinnen da. Wie das Motto schon zeigt, geht es bei der Feuerwehr um viel mehr als nur um die Brandbekämpfung, auch Türöffnungen, Personenrettungen oder beispielsweise Verkehrsunfälle zählen zu den Aufgaben, die natürlich noch unzählige weitere Gebiete umfassen.


Um das Phänomen Feuerwehr nun etwas zugänglicher zu machen, habe ich mich auf den Weg gemacht und einen unserer Helden zu seinem Beruf und seiner Leidenschaft interviewt.

Ein kleiner Einblick

© Freiwillige Feuerwehr Deutsch-Wagram

Maximilian A. (Name von der Verfasserin geändert) war vor vielen Jahren eines der unzähligen Kinder mit dem Traumberuf Feuerwehrmann. Mittlerweile ist er einer derjenigen, die dabei geblieben sind und es auch tatsächlich geschafft haben.

Bereits in jungen Jahren tritt er der freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes bei, wo er seinem Traumberuf wieder ein Stückchen näher kommt und ihn ehrenamtlich bereits ausüben kann. Nach dem Bundesheer geht es für Maximilian dann endlich los: er absolviert das schwierige Aufnahmeverfahren, welches aus einem schriftlichen Test, einem Sporttest, einem Einzelgespräch sowie einem Arztbesuch und einem Probetag besteht und startet im Jahr 2007 endlich seine Karriere bei der Berufsfeuerwehr.

Die Ausbildung

Nach 6 Monaten Grundausbildung, welche noch im Tagdienst, also 8 Arbeitsstunden pro Tag von Montag bis Freitag absolviert werden, schafft er den Sprung ins Leben eines ausgebildeten Feuerwehrmannes und beginnt in einer der Feuerwachen im Norden Wiens seinen Arbeitsalltag in 24 Stunden Diensten. Zirka 30 Feuerwehrleute pro Schicht arbeiten hier gemeinsam 24 Stunden durchgehend – die nächsten 24 Stunden haben sie frei, so läuft der Betrieb das ganze Jahr, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Durch dieses System ist Maximilian im Schnitt 120 Tage arbeiten, er sieht an den 24 Stunden Schichten aber eher Vor- als Nachteile: ihm bleibt viel Zeit für seine Familie, auch unter der Woche und Vormittags. Natürlich ist es manchmal anstrengend auch nachts zu arbeiten und nicht immer ist es schön an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten, er fügt allerdings lachend hinzu, dass diese Tage dafür angenehmer sind, da sie neben den Einsätzen rein aus beschäftigungsfreier Zeit bestehen.

Der Alltag

Maximilian ist mittlerweile 31 Jahre alt und natürlich noch immer begeisterter Feuerwehrmann. Seinen Arbeitstag beschreibt er mir so:

Um 07:30 ist Dienstbeginn, nach der Standeskontrolle werden die Aufgaben des Tages verteilt und die Feuerwehrleute den Autos zugewiesen. Nachdem das eigene Auto begutachtet und kontrolliert wurde, werden die Aufgaben des Tages erfüllt. Diese bestehen zum einen aus Schulungen und Fortbildungen, zum anderen aber auch aus Tätigkeiten wie Putzen, Kochen, Gartenarbeit. Die Wache hält sich schließlich nicht von selbst in Stand. Nach einer kurzen Pause am Vormittag geht es mit den Aufgaben weiter. Um 11:00 wird gegessen, danach ist Mittagspause und anschließend werden wieder die verteilten Tätigkeiten aufgenommen. Ab 17:00 ist beschäftigungsfreie Zeit, hier dürfen die Feuerwehrmänner und Frauen beispielsweise trainieren oder lesen.

© Freiwillige Feuerwehr Deutsch-Wagram

Es gibt also immer etwas zu tun, auch wenn gerade kein Einsatz ist. Szenen, wie man sie aus Serien wie beispielsweise Chicago Fire kennt, in denen die Feuerwehrmänner und -frauen den ganzen Tag machen wonach ihnen gerade der Sinn steht, gibt es hier zumindest tagsüber nicht und auch in der beschäftigungsfreien Zeit suchen sich die meisten eine sinnvolle Beschäftigung.

Die eingehenden Einsätze haben natürlich immer Vorrang gegenüber allen anderen Tätigkeiten: tagsüber beträgt die Zeit zwischen Alarmierung und Ausrückung zirka 30 Sekunden, nachts ist es in etwa eine Minute.

Die Einsätze

Vor allem große Einsätze sind ihm im Gedächtnis geblieben, so beispielsweise der Gebäudeeinsturz auf der Mariahilfer Straße im Jahr 2014 oder die erst kürzlich geschehene Gasexplosion auf der Hernalser Hauptstraße.

Ich habe beide Geschehnisse bereits zu der Zeit über die Medien verfolgt und kenne die Bilder dieser Ereignisse, ich hätte mir nicht vorstellen können einen einzigen Fuß auch nur in die Nähe eines dieser Häuser zu setzen, schon gar nicht freiwillig. Maximilian war bei beiden Einsätzen vor Ort. Ich frage ihn, ob er bei solchen Einsätzen keine Angst hat, wenn er diese Orte sieht und weiß, er muss da jetzt hineingehen. Ja, sagt er, aber das schaltet er in solchen Momenten ganz automatisch ab. Immer wieder gibt es Einsätze, die nicht schön sind, bei denen Menschen zu Schaden kommen und die auch die Feuerwehrmänner und -frauen belasten, deswegen gibt es die Möglichkeit, sich immer von FeuerwehrpsychologInnen helfen und beraten zu lassen.

Das gute Gefühl

Für Maximilian ist Feuerwehrmann sein mehr als nur ein Beruf, Menschen zu helfen, sie aus Notlagen zu befreien und zu wissen, dass er etwas für Menschen in Not tun kann, ist für ihn das Schönste an seinem Job. Er hat das Gefühl, aktiv etwas zu einer guten Zukunft für Wien beizutragen.

Interessierten, die seinem Weg gerne folgen möchten, rät er, sich zu informieren. Man sollte sich auch im Klaren sein, dass nicht alle Einsätze spektakulär sind, im Gegenteil sogar: einen Großteil der Arbeiten machen die kleinen Dinge aus: verstopfte Dachrinnen, Autos die auf den Gleisen der Straßenbahn parken, Türöffnungen. Aber auch diese Einsätze gehören dazu und es gibt immer wieder Ereignisse, die dich daran erinnern werden warum man diesen Beruf gewählt hat. Das Interesse an diesem Beruf ist für EinsteigerInnen besonders essentiell: die Ausbildung ist hart und auch der Job an sich darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden, man muss wissen was man zu tun hat und das auch gerne tun.

Die Berufung

© Freiwillige Feuerwehr Deutsch-Wagram

Ein wichtiger Satz bei der freiwilligen Feuerwehr und eines der ersten Dinge die man in der dazugehörigen Ausbildung lernt lautet „Der Eintritt und der Austritt sind freiwillig – dazwischen liegt die Pflicht“, ich denke wenn man über diesen Satz etwas nachdenkt und die Botschaft versteht lernt man bereits viel über das Leben bei der Feuerwehr.

Für Maximilian steht jedenfalls fest: es ist sein Beruf und seine Berufung und könnte er sein Leben neu starten, würde er genau denselben Weg wieder gehen.

Das Feuerwehrfest

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: ich möchte mich hiermit gerne bei meiner Heimatfeuerwehr, der freiwilligen Feuerwehr Deutsch-Wagram für die Fotos bedanken und euch deren Feuerwehrfest sehr ans Herz legen! Von 03. – 05. Mai 2019 ist hierbei unter anderem DJ Ötzi live zu sehen und der Erlös kommt natürlich der freiwilligen Feuerwehr zu Gute. Tickets gibt es jeden Sonntag von 09:00-12:00 im Feuerwehrhaus Deutsch-Wagram, in allen Raiffeisen Filialen mit ÖTicket Corner, in allen ÖTicket Verkaufsstellen und natürlich unter http://www.oeticket.com

 

Laura Pilnhofer

 

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