Vienna Biennale 2017 – Ein Blick in die Zukunft!

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©Gea Ruli

Unter dem Motto „Roboter.Arbeit.Unsere Zukunft“ wurde die diesjährige Vienna Biennale eröffnet.  Sie befasst sich damit, Szenarien unserer zukünftigen digitalen Welt zu zeichnen. Da ich neugierig bin wie die Zukunft für uns aussehen soll und der Technik nicht ganz so pessimistisch gegenüberstehe,  habe ich mich entschlossen die Biennale 2017 in Wien zu besuchen.

Es gibt verschiedene Ausstellungsorte von denen sich die meisten im MAK befinden. Insgesamt werden sieben Ausstellungen, die sich mit unterschiedlichen Fragen über die Zukunft befassen, angeboten. Dienstags ist der Eintritt frei, an anderen Tagen zahlt man 9.50€ und Studenten 7.50€. Alle weiteren wichtigen Informationen findet man auf der Webseite der Vienna Biennale.

Ich habe vor, so viele Ausstellungen wie nur möglich zu besuchen und halte es für das beste im MAK anzufangen. Obwohl ich mich schon Tage davor im Internet über die Ausstellungen informiert und mir sogar die App herunter geladen habe, bin ich am Ende doch noch etwas verwirrt von der ganzen Informationsflut. Ich entschließe mich im MAK anzurufen um mich zu informieren, bevor ich mich  auf den Weg mache.

 

©Gea Ruli

Auf der Vienna Biennale gibt es sehr viel zu sehen aber die interessantesten Ausstellungen für mich waren  Hello, Robot. und  ArtificialTears. Aus diesem Grund gehe ich in diesem Beitrag auf diese zwei Thematiken im Detail  ein.

Ich hole mir ein Ticket bei der Kassa und bekomme glücklicherweise einen Orientierungsplan in dem  alle Ausstellungen des MAK übersichtlich angezeigt werden. Ich nehme mir auch gleich alle weiteren Prospekte mit die ich nur finden kann. Trotz meiner Orientierungslosigkeit stehe ich nach einer Minute nun vor einer Glastür mit der Aufschrift „Vienna Biennale 2017“. Ich muss richtig sein und trete ein.

 

©Gea Ruli

Laut meinem Plan befinde ich mich gerade in dem Raum mit dem Thema „Hello, Robot.“ Hier soll die Geschichte einer  Annäherung von Mensch und Maschine erzählt werden. Am auffälligsten in diesem Raum sind acht kleine Röhrenfernseher die nebeneinander stehen und flimmern. Die Videos die gezeigt werden sind irgendwie gruselig, weil Menschen mit schmerz verzerrendem Gesicht im Bett liegen. Ich lese mir die Beschreibung durch, weiß aber nicht was das Ganze mit Hello, Robot zu tun haben soll. Was mich in diesem Raum auch noch beschäftigt ist ein Tisch mit Stühlen vor mir über dem 3 Flatscreens hängen.  Ich will mich schon hinsetzen und mir die  Kopfhörer anlegen die dort liegen, als mir der Gedanke kommt: „es könnte ja auch nur Kunst sein“ die ich lieber nicht berühren sollte. Die Erklärung daneben beschreibt nur was ich ohnehin schon sehe also hilft mir das auch nicht weiter und ich setzte mich letztendlich nicht hin.

©Gea Ruli

Der nächste Raum steht unter dem Thema „ArtificialTears“. Hier geht es um die Geschichte der Menschen die noch nicht geschrieben wurde. Dank meinen Recherchen weiß ich, dass es hier um Fragen und Impulse zur Singularität von Ray Kurzweil geht. Als ich das im Internet gelesen hatte muss ich ehrlich zugeben, dass ich nicht wusste was das ist. Für alle denen es genau so geht erstmal eine kurze Erklärung: Technische Singularität ist die Entwicklung einer „Superintelligenz“ durch den fortwährenden Gebrauch neuer Technologien. Ab dem Einsetzen der „Singularity“ können sich Maschinen mit Hilfe künstlicher Intelligenz selbstständig weiterentwickeln und verbessern. Wer mehr wissen will, hier die für mich einfachste Erklärung:  Cancom

 

Das erste was ich in diesem Raum sehe sind Plateau Schuhe die von der Form an die 90er Jahre erinnern. Ein New Yorker Künstler stellt mit Hilfe eines Algorithmus  die Schuhe mit einem 3D-Drucker her. Das Besondere soll der Farbverlauf sein. Was ich wirklich interessant finde ist aber das Kleid darüber. Es hat Mikrochips und Sensoren integriert, welche zum Beispiel reagieren wenn sich jemand schnell nähert. Da mich Mode interessiert finde ich diesen Gedanken besonders interessant. Ich schreibe mir den Namen der Künstlerin und den des Kleides auf, um mir zu Hause mehr darüber durchzulesen.  Es gibt hier aber vieles, das mich an einen Film erinnert. Der Designer und Ingenieur Dan Chen hat 5 „Freunde“ entworfen, die Sicherheit und Geborgenheit vermitteln sollen. Für alle die das etwas übertrieben finden: Mein Anfangsgedanke war der gleiche, aber der Hintergedanke bei der Sache soll emotionale Selbsthilfe sein. Fünf Roboter mit unterschiedlichen Funktionen. Der eine klopft dir auf die Schulter, der andere hält deine Hand und ein anderer schenkt dir Aufmerksamkeit. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Roboter an menschliche Vertraute und Freunde ran kommen, kann es in Zukunft vielleicht einsamen Leuten helfen. Ich frage mich, ob anstelle der Roboter ein Haustier nicht besser wäre, aber darüber kann man ja diskutieren wenn es so weit ist. Es gibt daneben auch einen Roboter der Dateien erst frei gibt wenn er vertrauen zu dir hat, indem du ihm lange in die Augen schauen musst. Einen skeptischen, der dich die ganze Zeit abscannt und einen der dich braucht. Hier soll man darüber nachdenken wie uns die Roboter gegenüber treten sollen. Unterwürfig oder gleichberechtigt? Die Künstler haben sich damit schon im Jahr 2007 auseinandergesetzt. Witzig fand ich, dass auch ein Tamagotschi ausgestellt ist, aber es passt auf jeden Fall zum Motto. Im selben Raum kann man einen Test durchführen um herauszufinden ob der eigene Job sehr von Maschinen gefährdet ist. Bevor ich hier alles gesehen habe, hätte ich eher mit nein geantwortet aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Gott sei dank muss ich mir nicht all zu viele Sorgen machen und wen diese Frage noch interessiert, hier geht es zum Test: BBC-Technology

 

©Gea Ruli

Das interessanteste für mich war der Manifeste schreibende Roboter. Die Maschine greift auf ein internes Repertoire an Begriffen. Jedes Manifest besteht aus acht thesenartigen Sätzen und ist ein Unikat. In dem Moment als ich mir anschauen will was die Maschine so schreibt, fällt ein Zettel hinunter. Die Aufsichtsdame sieht anscheinend meine Begeisterung und fragt mich ob ich es mitnehmen möchte. Ich bedanke mich und habe jetzt ein schönes Andenken an die Vienna Biennale 2017. Nachdem ich im MAK alles gesehen habe entschließe ich mich um 18 Uhr nach Hause zu gehen und mir die anderen Ausstellungen im kommenden Monat anzusehen. Die Ausstellung geht ja noch bis 1.Oktober.

Für mich war es ein gelungener Tag, aber etwas viel auf einmal. Ich kann mir jetzt unter jedem Thema grob etwas vorstellen, aber weniger Ausstellungsstücke hätte ich als besser empfunden. Ich hätte bei einigen Dingen gerne auch etwas längere Erklärung gehabt. Falls du dir denkst warum ich mir keine Führung nehme? Ich habe wegen einer nachgefragt, aber die gibt es nur Mittwochs um  15 Uhr und sie kostet zirka 4€. Eine Alternative wäre die App der Vienna Biennale. Hier kann man sich auch einiges zu den „Kunststücken“ anhören wenn man durch die Räumlichkeiten geht. Wichtig hierbei: Kopfhörer nicht vergessen! Ich habe leider erst im Museum daran gedacht. Man sollte sich auch viel Zeit einplanen. Ich rate sich alleine fürs MAK zwei bis drei Stunden Zeit zu nehmen um es genießen zu können. Am besten ist du machst dir einfach dein eigenes Bild von der Technik in der Zukunft und besuchst die Vienna Biennale und das MAK.

Text und Fotos: Gea Ruli

 

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