Vegan Biscuits Undercover

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„Welche Kekse soll ich heuer backen?“  Wie jedes Jahr zur vorweihnachtlichen Zeit stellt sich mir diese Frage. Natürlich, wenn es nach meinem Geschmack ginge, würde ich am liebsten einfach so viele wie möglich machen, leckere, saftige Kugeln, egal ob Schoko, Kokos, Vanille oder Karamell-Geschmack!

Auch wenn ich keine Veganerin bin (Fleisch schmeckt mir einfach nicht, nur Fisch) wollte ich den ultimativen Vergleichstest starten und meine unwissenden Versuchskandidaten einmal geschmackstechnisch auf die Probe stellen. Dabei habe ich jeweils drei verschiedene Kekse gezaubert: einmal nach Oma’s Art und einmal die vegane Variante.

Vanillekipferl – Jeder liebt sie!
(c) Manmohani Singh

Den Start machen, wie kann es anders sein, die weltbeliebten Vanillekipferl! Back-Location war zuhause bei Mama, die mir eine tatkräftige Unterstützung bei der veganen Mission war. Wir starteten los und machten zeitgleich zwei Teigmassen: eine normale mit Butter und Eiern und eine, jeweils vegane mit Margarine und ohne Eier, selbstverständlich. Sowohl beim Mixen bzw. Durchkneten des Teiges, als auch am Geruch selbst, merkten wir anfangs noch keine großartigen Unterschiede. Nun durften die zwei Teigmassen für eine Stunde ruhen. Das Formen der Kipferl (meine wurden wesentlich schlanker, als die meiner Mutter) stellte sich bei der Variante, nach Oma’s Art, jedoch als Herausforderung dar. Anscheinend wurde durch die Kombination der Butter und Eier, der Teig mit zunehmender Zimmertemperatur immer weicher und klebriger, was das Formen zu einfachen Stangen ziemlich erschwerte. So viel zu „Traditionelles Backen sei einfach“!

Der erste Test: Was schmeckt besser?

So, jetzt kommen wir zum wirklich spannenden Teil: der Geschmackstest. Troz der Schwierigkeiten, sind beide Kreationen geschmacklich ein voller Erfolg gewesen, wobei die veganen Kekse im Schnitt besser abgeschlossen haben. Befragt wurden Freunde, Familie, Arbeitskollegen und natürlich auch ihr – Studentierende, jedoch, ohne zu verraten, welche die veganen bzw. traditionell gebackenen Plätzchen sind. 5 von 7 konnten den Unterschied anhand der Eier heraus schmecken, der Rest lag mit seiner Vermutung schlichtweg daneben. Auch meiner Mutter und mir schmeckten die veganen Kipferl einfach besser, vielleicht auch, weil ich diese Art einfach von Kind an gewohnt war. Achja, und außerdem zergehen die veganen Kekse einfach vieeel besser im Mund – was für ein Gaumenschmaus!

Next Stop: Kokosbusserl

(c) Manmohani Singh

Ja, ihr habt richtig gelesen – nichts ist heutzutage in der veganen Backwelt unmöglich! Wieder am Set bei Mama starteten wir mit der Bearbeitung der veganen Variante. Dazu verwendeten wir Hafermilch und Backmittel, statt Kuhmilch und Eier. Nachdem die Oblaten auf dem Backpapier aufgelegt wurden, begannen wir die Kokosmasse häufchenweise auf die Oblaten zu klecksen. Nach nicht einmal 20 Minuten im Backrohr, waren die bräunlich verfärbten Makronen fertig. So soll es sein – einfach, schnell und vor allem LECKER! Und das sind sie allemal. Bei den Kokosmakronen nach traditioneller Art, war es bis auf die Zutaten die gleiche Vorgehensweise.

Eines ist mir allerdings gleich aufgefallen – der Geruch! Vielleicht mag es auch daran liegen, dass ich einfach ein absoluter Milchprodukte-Fan bin, aber ich fand den Duft der „normalen“ Makronen einfach schmackhafter. Das gilt jedoch nicht für den Geschmack. Hier waren beide die Gewinner im Rennen.  Aber auch im Aussehen konnten wir Veränderungen feststellen. Die veganen Kreationen wurden insgesamt viel brauner als die herkömmlichen Kekse, was wahrscheinlich an dem fehlenden Eiklar lag.

Wer erkennt den Unterschied?

Bei dieser Keksart haben sich alle Testpersonen, bei der Unterscheidung, eindeutig am schwersten getan. Insgesamt lagen 3 von 7 Personen richtig, wobei auch das Geschmackserlebnis für fast alle ziemlich ausgeglichen war. Unter meinen Versuchskaninchen war auch ein leidenschaftlicher Veganer, der selbst zugeben musste, dass er im Geschmack kaum einen Unterschied feststellen konnte.

Das Beste kommt immer zum Schluss …

So heißt es jedenfalls, was wir von diesen Keksen jedoch nicht behaupten können. Am letzten Tag standen Mohnkekse am Programm, bei denen mir diesmal meine Freundin  Sandra zur Seite stand. Neugierig machten wir uns an die Arbeit und formten wieder gleichzeitig beide Teige. Diesmal hörte allerdings der Spaß schon beim Plätzchen-Formen der Plätzchen nach veganer Art auf. Laut Rezept aus dem Internet ist die gekühlte Masse, die statt dem Ei ein wenig Hefe und einen Schuss Sonnenblumenöl enthält, ganz easy zu handhaben. Daran zu glauben, war allerding

s ein fataler Fehler! Nach nicht einmal 5 Minuten begann die Teigmasse zu bröckeln und verlor an Halt. Es war daher fast unmöglich damit zu arbeiten, weswegen wir die erdartige Masse einfach nur aufs Backblech klecksten. Nachdem wir sie aus dem Backofen nahmen, taufte ich sie lieblich „Gebirge“, da sie nun genauso aussah. Anschließend kam noch Erdbeermarmelade in die Mitte und fertig waren die „Gebirge mit Ketchup“. Daher mein nett gemeinter Appell an euch alle da draußen, die vegane Mohnkekse machen möchten: Lasst es lieber sein! Oder sucht euch ein wirklich gutes Rezept dafür aus..

Achja, wie war das Formen der normalen Variante? Im Großen und Ganzen konnten wir problemlos wunderschöne, gleichförmige Knusperchen formen, jedoch ist mir völlig unklar, wie die Mulde, die man vor dem Backofengang in die Kekse macht, erhalten bleiben soll. Was für ein Humbug! Laut Angabe im Rezept solle man kleine Dellen in die noch rohen Kekse „graben“, damit die Marmelade nach dem Backen ihren Platz hat. Jedoch, sind die Kekse so aufgegangen, dass die Oberfläche einfach glatt blieb. Daher wurde die lecker süße Erdbeerpaste also einfach auf die noch heißen Plätzchen, mehr oder weniger, beschmiert.

Wie hat’s geschmeckt?

Die meisten konnten den Unterschied kaum schmecken bzw. lag die Mehrheit mit ihrer Vermutung falsch. Lecker fanden sie trotzdem alle und wer sich nicht viel aus dem Aussehen der (veganen) Kekse macht, kann diese Leckereien prima zu Tee, Kaffee oder einem Punsch genießen.

Auch wenn die veganen Mohnkekse gut im Geschmack abgeschnitten haben, ist allen eines aufgefallen: bei längerer Aufbewahrung bröckeln sie viel schneller, selbst wenn man sie aufheben will, viel leichter als die Variation mit Ei. Nein, das ist bei Keksen ein Ding der Unmöglichkeit! Schließlich macht genau das einen gut gelungen Keks aus. Man möchte daran abbeißen und dabei jeden Bissen in vollen Zügen genießen. Wer nicht so ganz auf das Gefühl von Sand im Mund steht, dem ist also von der veganen Mohn-Kreation abzuraten.

Fazit:

Wie mein Experiment gezeigt hat, müssen Kekse nicht immer unbedingt aus tierischen Zutaten bzw. Inhaltsstoffen bestehen, damit sie gut schmecken. Auch unsere Geschmacksnerven lassen sich oft täuschen. Mut zum Veganismus kann also auch zu Weihnachten schmackhaft sein, denn lecker bleiben unsere süßen Lieblingsspezialitäten trotzdem. Aber eines hab ich auf alle Fälle gelernt: Egal, welche Trends, Rezepte oder Tipps rund um’s Essen, Kochen oder Backen man im Internet findet, nicht alles gelingt oder schmeckt! Natürlich hat man nicht immer die Zeit oder Lust alles auszuprobieren, daher schadet es nicht, sicher vorher ein paar Kritiken, Kommentare oder Ratschläge von Freunden, Bekannten oder Leuten aus dem Netz zu holen. Außer – ihr probiert es einfach auf „gut Glück“. In diesem Sinne, haut’s rein, gutes Gelingen und Bon Appetit!

Mehr Infos unter: Veganbacken  Weihnachtskekse

Text und Fotos: Manmohani Singh

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Text/Stil: Ronja Neger

Rechtschreibung: Selina Dürnlen

Layout und Fotos: Lepadatu Iulia Cornelia

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