…und plӧtzlich alleine!

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Der unerwartete Moment findet statt, sie fahren weg und ich bleibe da… Und jetzt? Das ist die erste Frage , die ich mir stelle. Ich hȍre vom Korridor eine Menge Troller- und Gepȁckgerȁusche zusammen mit verschiedenen Verabschiedungen. Es beruhigt mich die Tatsache, dass ich nicht die Einzige bin, die sich in dieser Situation befindet. Voller Neugier will ich meine Nachbarn und die Mitbewohner des Heimes kennen lernen und wie kann ich das anders machen als durch das Besuchen der Gemeinschaftsrȁume? Aber erstmal alles auspacken und ein bisschen Ordnung in meinem neuen Zimmer machen.

© Ionascu Iulia

Ich trete im ersten Gemeinschaftsraum ein, einige rauchen, einige trinken und die anderen schauen sich einen Film an, auf einmal hȍre ich: ,, Bist du neu hier?”  Es war ein sehr nettes Mȁdchen aus Bulgarien, das ich als erstes kennengelernt habe.  Sie hat mir geholfen, die anderen auch kennenzulernen und mich in der neuen Gemeinschaft anzupassen. Ich bin ein bisschen verwirrt,hier sind Leute aus aller Welt, die aus verschiedenen Lȁnder stammen, unterschiedliche Gesichtszȕge und unterschiedliches Verhalten aufweisen, die unterhalten sich aber miteinander als ob sie Geschwister sein wȕrden.  Sie sind alle total lieb und haben mich mit offenen Armen empfangen und in eine Whatsapp Gruppe mit mehreren Leuten aus dem Heim hinzugefȕgt. Dort gibt es aller Arten von Posts, wenn sie zur Party oder in die Stadt gehen wollen schreiben sie da, wenn sie was brauchen, posten sie auch dort. Ich will sehen, wer noch in dieser Gruppe ist und schau mir die Namensliste an. Und ratet mal was ich beobachten kann? Namen die wie meine Muttersprache klingen. Das freut mich sehr und ich entscheide mich sie privat anzuschreiben. Die Reaktion ist sehr positiv und wir beginnen im engen Kontakt miteinander zu sein.

Es vergehen einige Tage …im Heim beginnen sich die Sachen  zu ordnen, ich beginne mich wie in einer neuen Familie zu fȕhlen. Doch selbstverstȁndlich gibt es auch einige Schwierigkeiten, wie beispielsweise das Kochen, das Putzen oder das Aufwachen am Morgen. Ich muss zustimmen, dass ich nur selten vor Mittag aufwache. Etwas was ich echt an diesen Heim liebe ist die Tatsache, dass  sehr oft Partys organisiert werden, wo Snacks und Getrȁnke kostenlos verteilt werden. Auf der anderen Seite etwas, das ich echt hasse ist, wenn der Feueralarm klingelt, da einige im Zimmer rauchen oder ohne das Fenster zu offnen kochen .Beim ersten Mal habe ich mich so erschrocken, ich wusste nicht was passiert ist und konnte nur ein unvollstellbares Klingeln hȍren. Voller Angst gehe ich aus dem Zimmer raus und sehe die anderen, die i RIchtung Eingang gehen, ein paar Minuten spȁter kommen die Feuermȁnner und bestȁtigen, dass sich der Feueralarm aufgrund des Zigarettenrauchs aktiviert hat. Das war aber nicht das einzige Mal, als ich den Feueralarm gehȍrt habe.

Ich war da und komme wieder (Clubphoto) ©

Mit der Zeit habe ich noch zwei Mȁdchen kennengelernt, die mit mir bei der selben Uni sind, keine von uns drei kommt aus Ӧsterreich.  Wir teilen unsere Meinungen ȕber Wien miteinander.  Ich denke Wien ist so eine groβe und schȍne Stadt, in der man sich nie langweilen kann , es gibt immer was zu tun im Vergleich zu meiner kleinen Heimatstadt. Der Unterschied ist groβ, es gibt so viele Touristen, so viele alte Gebȁude mit so hervorragenden Geschichten und was es noch gibt, das mich noch wundert, sind die U Bahnen :)) . Es mag lustig klingen, aber wenn du aus einer kleinen Stadt in eine Hauptstadt umziehst, ist der Unterschied wie zwischen Himmel zu Erde. Ich kann aber bestȁtigen, dass ich meine Wahl nicht bedauere.

© Lepadatu Iulia Cornelia

Der erste Unitag ist da, ich bin im Saal der Vorlesung mit meinen zwei Freundinnen vom Heim. ,,Audimax” steht darȕber auf einem Schild. Es ist wirklich ein sehr groβer Saal, voll mit fremden Gesichtern.  Der Professor beginnt zu reden und die Struktur des Semesters zu erklȁren, alles scheint so kompliziert zu sein. So viele Internetseiten fȕr die Uni, auf der einen finden wir die Vorlesungen, auf der anderen mȕssen wir uns fȕr das Tutorium einschreiben usw. Ich bin ein bisschen enttȁuscht und fȕhle den Unterschied zwischen Gymnasium und Universitȁt. ,,Ich vermisse meinen Klassenlehrer”,  sagt eine der Freundinnen aus dem Heim. Wir sind entmutigt und denken schon, dass wir dieses Semester nicht schaffen werden. Und das war nur der erste Tag.  Doch alle, die Lehrer, die Tutorinnen, die Eltern und die ȁlteren Freunde ermutigen uns und meinen so sei nur das erste Semester und, dass es schwer ist, nur bis man ein bisschen versteht, wie bei der Uni die Sachen laufen. Ich erfahre, dass ich bei den Vorlesungen nicht unbedingt anwesens sein muss, sondern nur, wenn ich mӧchte…WOW es scheint ein Paradies zu sein, nicht wie im Gymnasium von acht Uhr in der Frȕh bis um drei Uhr nachmittags verpflichtende Anwesenheit. Zusȁtzlich hat man die Vorlesungen auch online. Und denkt ihr, dass es nicht besser sein kann? Hȍrt hier! Zwei Vorlesungen pro Woche und beide am Nachmittag, das bedeutet so lange wie  ich mȍchte in der Nacht wach bleiben.  Nur etwas macht  mich jetzt traurig, wir sind so viele bei den Vorlesungen und ich kann mir kaum vorstellen wie ich neue Leute kennen lernen soll…. Und die Lȍsung kommt. DAS TUTORIUM. Das ist ein Kurs, bei dem wir uns Gott sei Dank in Gruppen von wenigeren Leuten treffen, ungefȁhr zwanzig. Hier hat man endlich die Chance jemanden ,,Face to Face” etwas, was man nicht versteht, zu fragen, anders kann man das nur online.

© Lepadatu Iulia

Je mehr die Zeit vergeht, desto mehr beginnen die Sachen einen Sinn zu ergeben aber einige Aspekte verȁndern sich auch wie zum Beispiel mein Gewicht. Ich bin 18 und muss zustimmen, dass ich nicht kochen kann, so dass zu Hause immer meine Eltern oder Groβeltern fȕr mich gekocht haben. Jetzt muss ich alleine kochen. Und jetzt ehrlich: wie viele Spaghetti kann man denn essen? So, dass ich sehr viel McDonalds gegessen habe, da es auch gȕnstig ist und ich wollte Geld sparen. Aber anschlieβend war das nicht die beste Idee, die ich jemals hatte, da es erstens ungesund ist und zweitens  nimmt man sehr viel zu. :)) ….Also ist  das alleine Leben eine gute oder eine schlechte Idee? Nach meiner Erfahrung hat es ziemlich viele Vorteile aber man hat auch Schwierigkeiten. Ich lerne sehr Vieles: zu kochen, zu putzen, alleine zu ȕberleben, alle Taxen und Steuer zu bezahlen, und vieles anderes.  Das alles macht mich aber sehr mȕde und ich beginne die Arbeit meiner Eltern nun jetzt zu verstehen und zu schȁtzen. Es findet eine große Veränderung in meinem Leben statt. Auch wegen des Wechsels von Gymnasium zur Uni.  Diese kurze Zeit ohne Familie an der Uni in Wien hat mir sehr viel Erfahrung, neue Freundschaften und Lehren gebracht und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was die Zukunft hier in Wien fȕr mich bereit hȁlt.

🌟 👏 😊

Deusch – Ausbeessern –

Feedback „Text und Stil“: Marlene Paroubek

Feedback Layout/Text: Kerstin Neulinger Anmerkung: Bei dem Clubfoto müsstest du noch einen Namen des Fotografen oder von wo du das Foto hast hinzufügen

Feedback Rechtschreibung: Sandra Spicker

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