Above the roofs of Vienna

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Es duftet nach gebrannten Mandeln, Lebkuchen und Glühwein. Lichterketten, Laternen und Kerzenschein, die man schon von Weitem sieht, sorgen bereits für Weihnachtsstimmung. Menschen stehen warm angezogen mit Mütze, Schal und dicker Jacke an den Buden und lassen sich Punsch, Bratwurst, Raclette etc. schmecken oder sehen sich die verschiedenen Verkaufsstände an. Weihnachten steht vor der Tür und wie jedes Jahr ist es soweit, den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Für die Einen sind sie das Highlight der Vorweihnachtszeit, für die Anderen eher nicht. Da es in Wien mehr als 20 Weihnachtsmärkte gibt, die traditionell, unverändert, überfüllt, aber auch überteuert sind, bietet das kostenlose Winterfestival & ARTventmarkt am Luftschloss Cobenzl, das von Donnerstag 7. Dezember bis Sonntag 10. Dezember stattfand, eine perfekte Alternative. Ich habe für euch dieses Winterfestival besucht und möchte euch darüber berichten.

Beim Winterfestival im Cafe & Schloss Cobenzl wird ein abwechslungsreiches Programm angeboten, das aus Konzerten, Theater, Lesungen, Workshops, Markt, Kunst und Indoor-Minigolf besteht. Die Konzerte, Theater und Lesungen befanden sich auf einer Bühne in dem sogenannten Kaminzimmer,  wo Sitzmöglichkeiten und Kaminfeuer für eine gemütliche Atmosphäre sorgen, man mit mehreren Leuten ein oder auch zwei Glühwein trinken konnte und den talentierten Artisten zuhören konnte . Auf der Bühne traten Sänger, Songwriter und Autoren auf, die ihre eigenen Lieder vorgesungen haben bzw. Auszüge aus ihren Romanen, Gedichten oder Geschichten vorlasen. Zum Beispiel trat ein junger Mann aus Hawaii auf, der mit seinen persönlichen Liedern und seiner gefühlvollen, sowie ausdrucksvollen Stimme, das ganze Publikum begeisterte und manche sogar zum Weinen brachte. Ein Mann und eine Frau haben Gedichte vorgelesen, in denen sie über das Lieben und Entlieben sprachen und somit alle Zuhörer zum Nachdenken brachten.

Im sogenannten Marmorsaal, von dem man von der Terrasse aus einen wunderschönen Ausblick auf ganz Wien hatte, fanden Workshops statt, bei denen jeder mitmachen konnte und vor allem Kinder viel Spaß hatten. Es wurden zum Beispiel Geschenkanhänger aus Salzteig gemacht, Puppen aus verschiedenen Stoffen gebaut, Figuren aus Ton hergestellt oder Weihnachtskarten gebastelt. Zudem gab es auch in dem Marmorsaal viele Sitzgelegenheiten, auf denen man gemütlich seinen Kaffee trinken konnte. Des Weiteren, konnte man mit Hilfe eines Imkers selbst Honig in Gläser umfüllen, nebenbei einen Film über Bienen schauen und viel über das Imkern selbst erfahren. Mir wurde erzählt, dass der Herr schon seit 1960  seine Bienen beobachtet und sich mittlerweile schon um sechs Bienenvölker im Bienenhaus kümmert.

Eines meiner absoluten Highlights war hingegen die Indoor Minigolfanlage, die nicht nur Spannung und Unterhaltung für Groß und Klein anbot, sondern die auch aus Holz und wiederverwendbaren Produkten wie Teppiche, Dosen, Eimer, Überbleibsel von dem Schloss etc. selbst gebaut wurde. Insgesamt  gab es 8 Bahnen und für 3€ pro Runde hatten meine Freunde und ich riesigen Spaß. Obendrein hat das Schloss Cobenzl noch einen schönen Schlossgarten mit einer Wasserfontäne, Statuen und Sitzgelegenheiten. Da auch draußen überall Lautsprecher aufgebaut waren, konnte man sich mit einem leckeren Punsch in der Hand am Lagerfeuer unterhalten, den Sonnenuntergang mit dem Panoramablick auf ganz Wien beobachten und die Kunst und Musik der Artisten genießen!

Neben diesen vielfältigen Attraktionen wurde auch vieles zum Verkauf angeboten. Selbstgemachte Ohrringe, Armbänder, Ketten und Ringe von griechischen Designern waren vor allem für die weiblichen Besucher ein echter Blickfang. Um einen Blick auf den einzigartigen Schmuck zu werfen, musste man sich erst durch die ganze Reihe an Frauen hindurch quetschen. 

Nachhaltiger Weihnachtsbaum © Andreea Bogdan

Besonders beliebt war der nachhaltige Weihnachtsbaum, der unter dem Motto regional, nachhaltig und sozial hergestellt wurde. Dieser wurde aus regionalem Holz und in Kooperation mit österreichischen Behindertenwerkstätten erzeugt.  Er wird auch „der alle Jahre wieder Baum“ genannt, da er viele Jahre hält und weil Weihnachten schnell wieder vorbei ist, kann man ihn wegen seinem praktischen Systems, wieder zusammenlegen bzw. zusammendrehen und in den Karton stellen. Den „reusable Christmas tree“ gibt es auch in 3 verschiedenen Größen und kostet zwischen 25€ und 200€.

Da der Fokus vor allem auf dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit liegt, gab es auch einen Upcycling-Ökohelden Stand, der den alten Schlossvorhang in ein neuwertiges Produkt verwandelte. Da sich schon genug Plastikbesteck im Ozean befindet und vor allem in der Weihnachtszeit auf unzähligen Weihnachtsmärkten Einweggeschirr, ob nun kompostierbar oder auch nicht, verwendet wird, hatte die nette Dame die innovative Idee, aus dem Schlossvorhang ein Besteckset „to go“ anzufertigen. Somit hat man ein kleines, schönes und praktisches Täschchen bekommen, in den man immer sein eigenes Besteck von Zuhause transportieren kann. Dieses Besteckset „to go“ hat man dann auch zu einem unschlagbaren bestecksetfreundlichen Preis bekommen. Zudem hat die junge Dame noch, passend zur Weihnachtszeit, glänzende Geschenkverpackungen aus den Resten des Schlossvorhangs verschenkt, auf T-Shirts Brusttaschen aus goldenem Brokat aufgenäht oder aus einer Socke und 250g Leinsamen eine Wärmeflasche gezaubert. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Neben den Klassikern, wie Punsch, Raclette und Maroni wurden auch Bier, Schnaps, Burger und Wedges verkauft.  Zudem gab es eine Theke mit verschiedenen leckeren Käsesorten. Die Bedienung war sehr freundlich und man konnte sogar von der gewünschten Käsesorte etwas probieren. Auch für meine veganen Freunde gab es eine orientalische Linsensuppe, die auch mir geschmeckt hat.

Als Fazit kann man sagen, dass alles in Allem das Winterfestival & ARTventmarkt am Luftschloss Cobenzl eine schöne Abwechslung zu den traditionellen Weihnachtsmärkten in der Stadt war. Unten in der Stadt ist viel Verkehr und Gedränge, wohingegen oben auf dem Schloss mit dem Blick auf ganz Wien alles ruhig und entspannt wirkt.

Durch das breitgefächerte Programm verlief der Verkauf von den unterschiedlichen Waren eher im Hintergrund, sodass man in Ruhe die Kunst, Kultur und die Musik genießen konnte. Besonders gut hat mir gefallen, wie freundlich, lebensfroh, offen und kreativ die Menschen auf dem Winterfestival waren und wie viel Spaß sie daran hatten, ihre Kunst mit den Besuchern zu teilen. An allen 4 Tagen wurde viel gelacht, zugehört, geredet, gesungen und man konnte viele interessante Menschen kennen lernen. Somit kann man letztendlich sagen, dass sich ein Besuch bei dem Winterfestival richtig gelohnt hat und ich empfehle jedem, der keine Lust mehr auf die überfüllten, lauten und monotonen Weihnachtsmärkte hat, vorbeizuschauen!

Mehr Infos findest du hier.

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Text: Viviane Brachmanski

Fotos: Andreea Bogdan, Viviane Brachmanski

 

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