Skurriler Datingapp-Wahnsinn!

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Das Single-Leben kann so langweilig sein! Gerade Heute ist es keine Seltenheit, dass dieses Problem mit Dating-Apps gelöst wird. Was meiner Meinung nach nichts Verwerfliches ist, doch wird das dauernde „swipen“ nicht auch irgendwann langweilig? 
 Was gibt es eigentlich noch neben den alten Bekannten „Tinder“, „Lovoo“ & Co.? Gibt es noch unentdeckte, skurrilere Welten im Datingapp-Universum? Um das herauszufinden, bin ich selbst auf Tuchfühlung gegangen und habe drei Apps getestet.

Geeks auf Flirtskurs

Screenshot ©Jessica Seitz

Wichtig war mir dabei, genau die Apps zu testen, welche mir auf den ersten Blick am Skurrilsten vorkamen. Angefangen habe ich mit der App „Geeky“, bei der man, wie der Name bereits verrät, Nerds kennen lernen kann. Als ich schon fast in den ersten 5 Minuten beim Eingeben meiner Email-Adresse gescheitert wäre (dabei war es die Richtige, ich schwöre!), habe ich mich gefragt, ob ich beim Aufnahmetest zum Eintritt in die Welt der Geeks bereits durchgefallen sei. Letztendlich hat es dann aber geklappt und nachdem ich meinen Benutzernamen (Geekiestgirl2000) und meine Headline (‚We’ll just lie and say we met on tinder‘) festgelegt habe konnte ich auch schon loslegen. Schnell folgte aber auch schon die Ernüchterung, denn: Ich hatte die Auswahl zwischen genau 9 Kerlen. Mehr gab es einfach nicht! Doch noch während ich mit dem Gedanken spielte, meine Mission abzubrechen, wurde meine Aufmerksamkeit auf ein ganz bestimmtes Profil gelenkt. Der Grund dafür war sein Profilbild, das Darth Vader (Aus dem Film „Starwars“) zeigte und ich mir dann sofort dachte: „Klischeehafter geht es wohl nicht mehr …“ Aber mein Lieblingspart war die Beschreibung über ihn selbst: ‚I like metal star wars gaming and other geeky stuff‘ Ja okay, aber Kommas mag er anscheinend nicht. Als ich dann bei First Date Idea ‚Gaming Online‘ gelesen habe, musste ich ihn einfach anschreiben! Leider hab ich nie eine Antwort erhalten. Übrigens genauso wenig wie von 3 anderen „Geeks“, denen ich versuchsweise noch geschrieben hatte … also die erste App hat mir leider kein Liebesglück beschert.

Hassliebe, oder: Gleich und gleich gesellt sich gerne

Zweiter Versuch. Diesmal kam eine App namens „Haters“ an die Reihe. Wie der Name schon sagt, soll man hier Leute kennen lernen, die das gleiche hassen wie man selbst. Man bekommt nach der Registrierung verschiedene Themen angezeigt und muss zu jedem angeben, ob man es hasst oder eben nicht. Tatsächlich hat der Part ziemlich Spaß gemacht, bis ich mir die Frage gestellt habe, wieso ich gegenüber „Whoppee Cushions“ (Deutsch = Furzkissen) so stark ausgeprägte Gefühle haben soll. Oder wie meine Haltung zum Pinkeln in der Öffentlichkeit mich zu meinem Traummann bringen wird. Aber man soll ja nicht voreingenommen sein. Tatsächlich gab es bei dieser App diesmal ein Paar ansprechendere

© Jessica Seitz

Männer und so kam ich schnell mit einigen ins Gespräch. Mit einem der Herren konnte man tatsächlich auch ein wenig besser schreiben als nur das Typische „Hey, wie geht’s?“ oder „Suchst du auch was Lockeres?“, weshalb wir uns nach ein paar Stunden schreiben geeinigt hatten, unser Gespräch bei einem persönlichen Treffen weiter zu führen. Treffpunkt war ganz unspektakulär ein Café bei der Uni. Komisch hab ich mich schon gefühlt, als ich dort stand und auf jemanden gewartet habe, über den ich im Prinzip fast nur die Information hatte, dass er kein großer Fan von Flugzeugessen war (Laut seines Profils). Als er dann schließlich kam, entspannte ich mich allerdings, da er auf den ersten Blick tatsächlich ziemlich nett wirkte. Das Date ging auch einige Stunden und ich kann nicht behaupten, dass es eine schlechte Erfahrung war.

Screenshot © Jessica Seitz

Er selbst war sehr nett und wir hatten interessante Unterhaltungen. Allerdings muss ich sagen, dass es nicht reicht das Gleiche zu hassen um auf einer Wellenlänge zu sein. Immerhin konnten wir beide über unseren „Kennenlernort“ lachen und es war ein netter Nachmittag, bei dem es dann auch geblieben ist. Weder er, noch ich haben uns beim jeweils anderen wieder gemeldet. Aber ich wünsche ihm, dass er eine Frau kennen lernt, die Starbucks genauso sehr hasst wie er selbst, weil das schien ihm ziemlich wichtig zu sein.

Ein bisschen Sugar gefällig?

Meine letzte und vielleicht auch mit Abstand skurrilste App nannte sich „Sudy“. Kurz gesagt geht es hier darum, sich einen sogenannten „Sugardaddy“, einen älteren, reichen Herren zu suchen. Man selbst kann sich auch als „Sugarmommy“ anmelden, aber da das mein Studentenbudget nicht hergibt, wählte ich die andere Variante. Auch hier musste ich leider von Anfang an mit einer Enttäuschung klar kommen: Es gab tatsächlich nur einen Sugardaddy aus Wien. Alle anderen kamen hauptsächlich aus den USA, was mir leider für meinen Versuch nicht zusagte. (Außer mich hätte ein Herr spontan mit bezahltem Flugticket nach New York eingeladen …) Dennoch hatte ich Glück und wurde nach wenigen Stunden bereits von dem Wiener angeschrieben. Da die Meisten App-Mitglieder sich in einem Altersrahmen von 50 bis 70 Jahren bewegen, war er mit 35 Jahren sogar recht jung. Das hatte mich schonmal etwas beruhigt. Die Unterhaltung hat auch recht nett angefangen mit dem üblichen Standardgespräch, bei dem man sich erkundigt was der andere im Leben so macht und was einen zu der Dating-App verschlägt. Doch die Konversation hat beim letzten besagten Thema eine rasante Wendung genommen. Es stellte sich heraus, dass der nette Herr nur eine Dame sucht, um seine Sex Phantasien auszuleben und um  ihr dann im Gegenzug schöne Sachen kaufen zu können. Dass Männer „Sudy“ nicht nur nach Frauen suchten, um mit ihnen Hand in Hand durch den Park zu spazieren, war mir natürlich im Vorhinein schon bewusst. Dann aber direkt mit so jemanden konfrontiert zu werden, war mir etwas zu heikel. Deswegen muss ich ehrlich gestehen, dass ich bei dieser App diejenige war, die den Rückzug angetreten ist, da für mich ein Treffen auf keinen Fall in Frage gekommen wäre.

Abschließend würde ich sagen, dass ich bei dem Test zwar nicht meine große Liebe kennen gelernt habe, aber ich trotzdem nicht von Dating-Apps abraten würde! Lern Leute dort kennen, wo Du möchtest und wenn Du skurrile Menschen kennen lernen willst, hast Du mit den oben genannten Apps auf jeden Fall gute Chancen.

Viel Spaß!

© Jessica Seitz

 

 

Text, Foto + Screenshots: Jessica Seitz 

 

 

 

 

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