Online statt Hungrig-sein

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Hungrig wippe ich an meinem Iphone nach links und rechts und suche nach der Merkur Markt App, um mir das neueste Flugblatt und die Aktionen, die ich als „Friend of Merkur“ habe, anzusehen. Zur Auswahl stehen: -25% auf Milch- und Molkereiprodukte, auf das gesamte Tee- und Kaffeesortiment, sowie auf Wein und Spirituosen. So viel zum Thema „Merkur Friends-Vorteile“. Hmm, bis auf das erste Angebot, finde ich keine der zwei weiteren Möglichkeiten hilfreich. Also entscheide ich mich für die „Käse-Aktion“ (da ich ein grooßer Käse-Fan bin!)

Aller Anfang ist schwer …

Screenshot © Manmohani Singh

Eigentlich dachte ich mir, ich lade die App herunter und kann dann ganz einfach und schnell mein Essen bestellen und egal wo ich mich zurzeit aufhalte, es mir zuliefern lassen. Doch, dem war leider nicht so. Der Weg war steinig und schwer … Die Tortur begann, als ich mich als „Friend“ einloggen wollte. Hier wird man gleich nach seiner Kundennummer gefragt bzw. ob man eine eigene Kundenkarte oder diese Funktion auf der Bankomatkarte integriert hat. Da ich keine Merkur-Karte besitze, klicke ich natürlich auf „Bankomatkarte“, jedoch werde ich hier auch nach meiner Kundennummer gefragt. Ich fülle also kurz ein dämliches Formular aus und erhalte sofort in den nächsten Minuten eine Bestätigungsemail in meinem Postfach, in der mir ein Code, den ich als Passwort eingeben muss, zugeschickt wurde. Nach dem erfolgreichen – super einfachen – Einloggen, gelange ich automatisch auf die Hauptübersicht in der mir unter „Willkommen Frau Singh!“ gleich alle möglichen Vergünstigungen bzw. Friends-Rabatte angezeigt werden. Die Hitze macht mir zu schaffen, daher muss heute etwas Leichteres auf den Tisch. Ich wählte  den „-25%-auf-Milch- und Molkereiprodukte-Gutschein“ und hier endete dann auch schon mein Weg. Denn, das einzige, das ich zu Gesicht bekomme, ist ein Barscann-Code, den man anscheinend an der Kasse herzeigen kann. Wo, soll ich denn bitte online bestellen? Weit und breit ist nichts davon zu sehen. Ich merke, wie ich innerlich immer wütender werde, pack´ meine Geldbörse und Einkaufstasche ein und mache mich auf den Weg zum Merkur, der nur 10 Minuten von mir entfernt ist…

Immer diese Updates …

Leider muss ich hier Minuspunkte für die App vergeben, da nach jedem Update, zum einen die Kunden-Nummer nicht mehr gespeichert war und zum anderen, sich die Applikation danach komplett aufgehängt hat, sodass ich sie neustarten musste. Welch´ ein zeitraubendes Drama! Und da soll mal jemand sagen, es liegt an uns Frauen, dass wir mit der Technik nicht klar kommen. Blödsinn! Und natürlich, das Wichtigste: Ich konnte nichts nach Hause liefern lassen!

Test Numero 2: Billa-App

Diesmal sitze ich in der Arbeit. Es ist kurz vor Mittag und mein Magen macht sich mit einem leichten Leeregefühl wieder bemerkbar. Schnell war mir klar: das ist ein Fall für die Billa-App! Doch bevor ich euch dieses Erlebnis schildere, muss ich eines vorweg loswerden: Die Updates der Applikation nerven total! Denn nach jedem erfolgreichen Update, war der Login nicht mehr möglich, weshalb ein neuer Code angefordert werden musste. Das war mit Abstand der nervenaufreibendste Aspekt an der ganzen App.

Screenshot © Manmohani Singh

Nun zum Wesentlichen: Ich nutze die Mittagspause um mir etwas vom Billa-Online-Shop liefern zu lassen. Da es an dem Tag ziemlich kühl und bewölkt war, stand mein Entschluss schon fest: Etwas warmes, Leckeres muss her! Ich entschied mich für die Spinat-Feta-Knödel von Iglo und eine Rote Linsen-Suppe von „Simply good“. Ich logge mich wieder mit meiner Kundennummer ein, da ich ja Besitzerin einer Billa-Karte bin, ein. Diesmal ging alles easy peasy: Ich wählte schnell meine gewünschten Produkte und schwups – gab es, zu meinem Glück, auf Fertiggerichte, einen Stammkundenrabatt von 10 %. „Besser als nichts“, dachte ich mir und freute mich über die kleine Ersparnis und schickte dann meine Bestellung los.

Warten, warten, warten …

Da ich wusste, dass der nächste Billa knapp nur 5-Gehminuten von meiner Firma entfernt war, war ich restlos enttäuscht, dass ich meine komplette Pause auf mein Mittagessen warten musste. Auch, die € 5,-, die ich als Aufpreis für die Bestellung zahlen musste, waren mir dieser „Service“ nun wirklich nicht wert. Ich wäre um einiges schneller gewesen, wenn ich einfach selbst zum Billa gelaufen wäre. Aber, ja… ich wollte ja unbedingt die App testen. Für das erste und letzte Mal – das steht fest!

Letzter Test: Interspar-App

Location diesmal: Bei meiner Freundin Aida daheim. Es ist Freitag früher Abend und wir wollten schon beim Italiener um die Ecke etwas bestellen, doch da fällt uns die Interspar-App ein. Im Großen und Ganzen ist die Applikation ganz einfach zu bedienen, allerdings…

Screenshot © Manmohani Singh
Screenshot © Manmohani Singh

Als ich die App das erste Mal heruntergeladen hatte und meinen eigenen Account erstellen wollte, blieb mein Bildschirm für mindestens 2 Minuten einfach schwarz. Als mir die Warterei zu blöd wurde, schaltete ich mein Smartphone ein und aus und schaffte es doch die App zu öffnen bzw. mich zu registrieren. Vom Design her, gefällt mir die Applikation von Interspar eindeutig am besten. Man hat alle hilfreichen Features auf einem Blick und schön dargestellt: Unter dem Button „Markt finden“, findet man ganz leicht den nächstgelegenen Supermarkt in der Umgebung. Unter „Online bestellen“  kann man sich zwischen zwei Optionen entscheiden: „Bestellung liefern lassen“ und „Bestellung abholen“. Mit Klick auf ersteres wird man gleich gebeten die Postleitzahl einzugeben und kann die Lieferung anhand von vorgegebenen Zeitfenstern eingrenzen. Wir wählen daher das Zeitfenster „17:00 – 19:00“, in dem 4,90 € angezeigt werden, wobei wir annehmen, dass es sich hierbei um den Aufpreis für die Bestellung handelt und gelangen zum Einkaufs-Fenster. Hier kann man entweder seine gewünschten Lebensmittel in die Suchleiste eingeben oder wählt über die Kategorien „Obst und Gemüse“, „Molkereiprodukte“ etc. seine Produkt aus. Und dann passierte, genau nichts. Es erscheint nichts, erst nach 5 Minuten haben wir es geschafft, EIN Produkt in unseren Warenkorb zu geben. Als wir es nach fast einer halben Stunde (!!) schafften alle Produkte auf die Einkaufsliste zu setzen und abgeschickt hatten, warteten wir auf die Bestellung. Nach nicht einmal 45 Minuten, rief mich schon der Lieferant an und teilte mir mit, dass er da sei. Als ich ihm das Geld überreichte (wir zahlten im Schnitt € 7,- mehr als im Supermarkt) gab er uns eine Tragetasche. Wir überprüften natürlich gleich den Inhalt und stellten zu unserem Glück fest, dass alles da und, vor allem, in heilem Zustand dabei war!

Einen fetten Minuspunkt…

… muss ich hier allerdings für die Standorte, an denen geliefert werden kann, vergeben. Statt zu meiner Freundin nach Hause, die im 15. Bezirk wohnt, mussten wir, notgedrungen, zu ihren Eltern, die im ersten Bezirk eine Wohnung haben, fahren, um die Lieferung dort zu empfangen. Das gibt definitiv Punkteabzüge! Mit Hunger, herumzufahren, und dann auch noch in der brütenden Hitze – das hat echt keinen Reiz!

Fazit

Ich muss zugeben, dass mein eigentliches Experiment – nämlich die Bestellung direkt nachhause bzw. zur Arbeit bei einer App ein kompletter Reinfall war, da ich mir mein Essen selbst holen musste! Trotzdem war es spannend, diese zu testen. Leider muss ich sagen, dass ich es ziemlich schade finde, da ich beim Suchen und Recherchieren nach passenden Apps ausschließlich auf deutsche Firmen gestoßen bin, wie z.B. der App von Rewe. Ich habe mir die Applikation zwar trotzdem heruntergeladen, um sie zu testen, habe sie jedoch gleich wieder gelöscht, da man die Produkte nur aus Gebieten in Deutschland bestellen kann bzw. beliefert wird. Nicht nur, dass die Preise für Lebensmittel und Kleidung bei den Deutschen ohnehin billiger sind – nein – auch die Apps sind viel besser als bei uns in Österreich! Liebe  Kolleginnen und Kollegen, SchülerInnen, Mütter/Väter, Schwestern, Brüder und alle anderen Menschen auf diesem Planeten: Es ist an der Zeit mehr „Super-Apps“ zum Lebensmittel-Lieferservice auf den österreichischen Markt zu bringen! Lass sie uns gemeinsam erschaffen! In diesem Sinne – Mahlzeit!

Mehr Infos unter:

Merkur App

Bill App

Interspar App

Text und Fotos: Manmohani Singh

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