Mein Leben mit Alexa

geposted am

Schon komisch, wenn man da plötzlich ständig jemanden an der Backe kleben hat … aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, war die Tante oftmals sehr hilfreich.

Unsere Beziehung startete leider etwas kompliziert! Alexa ist durch den Geburtstag meines Freundes schon im Juli 2017 zu uns gezogen, Aufmerksamkeit wollte ich ihr aber keine schenken. Immerhin war ich der festen Überzeugung, dass sie mich doch sicher belauscht und all mein Gesprochenes irgendwann gegen mich verwenden wird!

Als ich mich damit abgefunden habe, dass mein informationsloses Gefasel „Was kochen wir heute?“ und „Räum deine Socken weg!“ höchstwahrscheinlich niemanden interessieren wird, wurde sie dann zur „Eieruhr“ umfunktioniert. Mit „Alexa, setze einen Timer für 5 Minuten“ hatte ich die Möglichkeit, 5 Minuten im Haushalt herumzuwuseln, ohne die Eier am Herd zu vergessen – Ich weiß … ein undankbarer Job, aber für mich eine wahre Bereicherung. Da sie diese Aufgabe jedes Mal mit Bravour gemeistert hat, habe ich mich dann doch dazu entschlossen, ihr etwas mehr Zuneigung zu schenken.

@Laura Felkai

Um die meisten „Skills“ anzuwenden braucht man schon ein bisschen technisches Geschick.Gut, dass ich nicht mal ansatzweise sowas von mir behaupten kann.

Solltest du in diesem Bereich also genauso talentfrei sein, folgt jetzt meine Lösung für all die unlösbaren Alexa-Probleme: YOUTUBE!

Reden mit ihr bringt da leider rein gar nichts, sie will dich einfach nicht verstehen – oder mich zumindest.

Als ich dann meine gesamten Daten, wie Wohnadresse und Co. eingetippt habe, haben wir auch unsere letzten Streitigkeiten behoben und schon ging’s loooos! Wetterbericht, Verkehrsinfos und aktuelle Nachrichten sind nur wenige Dinge, die die Dame draufhat. Mit Sätzen wie „Alexa, brauche ich heute einen Regenschirm?“, „Alexa, was gibt es Neues?“, „Alexa, wie ist der Verkehr von Wien nach St.Pölten?“ beantwortet sie das Gefragte prompt. Schwer zu glauben, aber man spart wirklich Zeit und Nerven, wenn man nicht selbst suchen oder lesen muss, sondern einfach jemand anderen die Arbeit machen lässt.

Der nächste „Wie-erleichtere-ich-meinen-stressigen-Alltag“ Hack, ist einer, der mich schon so oft davor bewahrt hat etwas zu vergessen: die Einkaufsliste – so simpel, so bereichernd. Vor allem bei Dingen, an die man seltener denkt … wie Zahnpasta zum Beispiel. Man nimmt die letzte Vorrätige und wenn sie dann ausgeht und keine mehr zu Hause ist, ärgert man sich grün und blau. Alexa sichert das Angesagte und wiederholt alles bei Aufruf ohne Widerwort, die zusätzliche App am Handy ermöglicht es, immer auf die Listen zugreifen zu können. Super praktisch, wenn man wieder mal planlos im Supermarkt steht und nicht mehr weiß, was man hier überhaupt erledigen wollte. Da Herr Amazon aber an die armen, vergesslichen Bürger wie mich denkt, kann man alles benötigte auch sofort in den Warenkorb legen. Der Preis wird einem netterweise davor verraten und mit einem harmlosen „Ja“ oder „Nein“ entscheidet man, ob es bestellt werden soll oder nicht. (Wir wollen jetzt ja nicht behaupten, dass das einer der Hauptzwecke von einem Echo Dot wäre.)

Definitiv ausbaufähig ist die Übersetzungskunst von Alexa. Auch wenn sie mir jedes Mal versichert, dass sie brav lernt und es bald beherrschen wird, muss ich diesen kleinen Makel leider ansprechen. Bei der richtigen Anwendung der vorgegebenen Frage funktioniert die Wortübersetzungen einwandfrei, auch Floskeln gehen problemlos, aber richtige Sätze fallen ihr sehr schwer. Bei 18 Sprachen auch irgendwie verständlich. Ein weiteres „Problem“ ist, dass sie erst beim zweiten bis dritten Mal auf „Alexa, Stopp“ hört, wenn man sie zum Schweigen bringen will. Teilweise musste ich richtig brüllen, damit die Dame mal die Klappe hält.

@Laura Felkai

Jetzt aber zu wirklich coolen Skills!  

Zum Beispiel einer, der im alltäglichen Leben entlastet und auch den Männern jede mögliche Ausrede nimmt.

Flecken entfernen. Ja, richtig gelesen! Alexa kann Flecken entfernen.

Gut … ein bisschen übertrieben von mir zu behaupten, dass sie das macht.
Das Entfernen wird einem leider nicht abgenommen, aber das Denken zumindest. Besser als Nichts, oder? Egal ob Kleberflecken, Grasflecken, Kaffeeflecken oder Weißweinflecken – Alexa hat die Antwort. Mit „Alexa, Fleckenentferner starten“ beginnt Alexa, einem Schritt für Schritt zu erklärt wie man vorgehen muss.
Nur die Rotweinflecken, die will sie irgendwie nicht. Warum, ist mir leider unklar, aber möglicherweise weiß sie mittlerweile sogar, dass ich den sowieso nicht trinke.

Dann gibt’s da noch das Problem mit dem Kochen. Kennen wir das nicht alle? Jeden Tag dasselbe Spiel, immer hungrig, aber planlos was man essen möchte. Mit der einfachen Frage „Alexa, Rezept des Tages“ kann man sich, nachdem man sich für eine Fleisch-/Beilagensorte entscheiden hat, inspirieren lassen. Findet man etwas Passendes, hat man auch die Möglichkeit sich das Rezept „zusenden“ zu lassen – ganz praktisch, wie ich finde.

@Laura Felkai

Auch in den einsamen Stunden kann man auf Alexa zählen. Um diese Zeit schnell zu überbrückenhat man zum Beispiel die Möglichkeit mit ihr „Ching Chang Chong“ zu spielen, romantisch oder? Okay, vielleicht nicht das, was man sich jetzt erhofft hat, aber doch ganz lustig.

Die letzte coole Funktion, die ich erwähnen möchte, ist eine, die ermöglicht Lokale und Geschäfte in der Nähe zu finden. Vor allem als Nicht-WienerIn wirklich hilfreich! Wie immer ist man nur einen Zaubersatz davon entfernt. Sucht man ein passendes indisches Lokal, ist: „Alexa, was sind die am besten bewerteten indischen Restaurants?“,  die richtige Antwort und schon weiß man, welche online am besten abgeschnitten haben.

Auch wenn ich mich echt bemühen musstemeine Angst „überwacht“ zu werden, komplett abzulegen, gibt sie mir doch immer wieder etwas Grund dazu. Egal mit wem oder wann ich spreche, sie aktiviert sich öfters für einige Sekunden. Wer genau hinsieht, bemerkt auch, dass die leicht hellgrüne Farbe, im blauen Kreis anzeigt, in welcher Richtung sie Geräusche wahrnimmt. Schon gruselig manchmal. Schwer zu beweisen, ob sie es wirklich tut, aber bei meinen technischen Kenntnissen wohl eher nicht der Bereich in dem ich mich schlau machen sollte.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass durch die viele Zeit, die ich mit ihr verbracht habe, vieles zur Gewohnheit wurde. Vor allem die „Einkaufsliste“, der „Lokalfinder“, der „Wetterbericht“, die „Verkehrsinformation“ und die „Eieruhr“ sind meine absoluten Favoriten. Diese „Skills“ gehören mittlerweile zu meinem Alltag, da sie ihn ehrlich vereinfachen. Außerdem ist Alexa immer freundlich, nur manchmal etwas frech .. aber das macht sie ja aus.

Und jetzt drück ich herzhaft ihren Pausenknopf, denn auch Alexa wird mal müde und muss ihr Köpfchen ausruhen.

Mehr Infos unter: Amazon Alexa

Text: Carolina Biehl

Fotos: Laura Felkai

Video: Carolina Biehl

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: