How to: Fliegen als Öko-Tante

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Koffer packen, in den Flieger steigen und nichts wie weg ins Urlaubsparadies! Wenn einem der Alltag zu grau wird und man sich nur noch danach sehnt möglichst weit weg zu reisen, ist der Kauf eines Flugtickets ziemlich verlockend. Von Wien aus ist die Versuchung noch einmal größer, da der Flughafen Wien-Schwechat der größte und bekannteste Flughafen Österreichs ist und somit jede Menge aufregende Destinationen zu bieten hat. Beim Blick auf die Preise hat man auch Glück gehabt: Der Preisunterschied zwischen Fliegen und dem Verreisen mit Zug, Bus oder Schiff ist heutzutage nicht mehr so groß. Durch den Flugverkehr ist die Welt um so Vieles kleiner geworden, alles erscheint nur noch einen Katzensprung entfernt. Doch wo ist der Haken? Es gibt ihn – und an ihm hängt die Umwelt. Unser Planet leidet unter der intensiven Fliegerei und auch wenn man die horrend hohen Kohlendioxidemissionen gerne verdrängt, lösen sich diese dadurch nicht in Luft auf. Dies nagt am Gewissen jeder kleinen Öko-Tante beziehungsweise jedes Öko-Onkels.

Treibhausgase beim Fliegen einfach „wiedergutmachen“

Müssen wir, um gegen unser schlechtes Gewissen anzukämpfen also von nun an komplett auf das Fliegen verzichten? Ist es irgendwie möglich, Flugreisen ein wenig grüner zu gestalten? Ja, ist es! Mit einer sogenannten CO₂-Kompensation lässt sich ein Mittelweg zwischen dem gleichgültigen Jetset-Leben und dem absoluten Verzicht auf das Fliegen finden. Diese funktioniert so: Durch einen finanziellen Beitrag an Umweltschutzorganisationen, wird der exakte Betrag an CO₂, den man durch seine Flugreise verursacht, woanders auf der Welt eingespart. In Bezug auf das Klima ist es nämlich egal, wo auf der Welt es zur Kompensation kommt.

© myclimate

Deswegen wird das Geld häufig dazu verwendet, um Entwicklungsländern unter die Arme zu greifen, indem man sich dort beispielsweise für nachhaltigere Technologien oder gegen Waldrodungen einsetzt. Somit wird es möglich, klimaneutral zu reisen und die ausgestoßenen Treibhausgase „wiedergutzumachen“.

 

Schweizer Firma „myclimate“ kämpft für Klimaneutralität

Eine weltweit vertretene Klimaschutzstiftung, welche in diesem Bereich tätig ist, trägt den Namen„myclimate“. Die 2002 in Zürich gegründete Organisation verfolgt das Ziel, dass jährlich nicht mehr als ein bis zwei Tonnen CO₂ pro Person ausgestoßen werden und trotzdem ein hoher Lebensstandard ermöglicht wird. Hinter dem Projekt steht eine Vielzahl von begeisterten Menschen mit der festen Überzeugung, dass wir alle unseren Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels leisten können. Das Unternehmen beschränkt sich dabei nicht nur auf das Ausgleichen des Flugverkehres, sondern bietet seinen Kunden und Kundinnen Kompensationsmöglichkeiten in verschiedensten Bereichen an. Von zurückgelegten Strecken mit dem Auto, Kreuzfahrten bis hin zu Events, die man zu veranstalten plant ist alles dabei und kann klimaneutralisiert werden. Nicht nur Privatpersonen ist es möglich, diese Angebote wahrzunehmen, sondern auch Firmen ent- scheiden sich mit der Unterstützung von myclimate für klimaneutrale Produktionen und Umsetzungen.

Durch die Projekte von myclimate wird aktiv zur Ermöglichung der von der UN verfassten Global Goals beigetragen. Von der Bekämpfung von Armut bis hin zur Verfügbarkeit von Wasser für alle, leistet myclimate seinen Beitrag. Es ist wichtig zu erwähnen, dass mit myclimate die nur schwer vermeidlichen Treibhausgase (wie z.B. die einer weiten Flugreise) kompensiert werden sollten und man grundsätzlich versuchen sollte, von Anfang an möglichst wenig CO₂ freizusetzen.

 

Zu den Zahlen und Fakten rund um die Spende

Wenn man sich nun dafür entscheidet, die CO₂-Emissionen seiner Flugreise in die wohlverdienten Ferien durch einen Geldbeitrag zu kompensieren, stellt man sich einige Fragen: Wie wird der CO₂- Ausstoß berechnet, für den ich verantwortlich bin? Und wohin genau fließt mein gespendetes Geld? Dadurch dass myclimate für absolute Transparenz steht, lassen sich diese Fragen beim Stöbern durch die Website leicht beantworten. In erster Linie wird zwischen Kurzstreckenflügen (<1500km) und Langstreckenflügen (>2500km) unterschieden. Bei der Berechnung des CO₂-Ausstosses bezieht sich myclimate auf aktuellste Statistiken, woraus der durchschnittlich ausgestoßene Wert zwischen zwei Orten berechnet wird. Dieser Wert wird dann schließlich auf eine Pro-Kopf-Zahl heruntergebrochen, womit für jeden Passagier ersichtlich wird, für wie viel CO₂ er verantwortlich ist. Bei der Berechnung der Pro-Kopf-Zahl wird jeweils die durchschnittliche Passagierzahl für einen Kurz- beziehungsweise Langstreckenflug herbeigezogen. Da es häufig zu Ineffizienzen durch Wetter oder Wartezeiten kommt, bei denen das Flugzeug in der Luft verweilen muss, werden bei Kurzstreckenflügen jeweils 50km Distanz dazugerechnet und bei Langenstreckenflügen 125km. Somit werden die entstehenden Ineffizienzen wieder aufgehoben. Zusätzlich werden verschiedenste Faktoren, wie z.B. das Modell des Flugzeuges oder die Sitzklasse berücksichtigt. Bei der Buchung eines Sitzes in der Businessklasse, ist auch ein höherer Kompensationspreis zu zahlen, da man mehr Platz in der Flugmaschine in Anspruch nimmt und somit rein theoretisch mehr Leute hätten transportiert werden können.

 

Was haben Airlines zu dem Thema CO₂-Kompensation zu sagen?

Um den Standpunkt von Airlines gegenüber der CO₂-Kompensation herauszufinden, habe ich mich sowohl mit der Presseabteilung von Lufthansa als auch mit der von Austrian in Verbindung gesetzt. Dabei habe ich erfahren, dass Lufthansa direkt mit myclimate zusammenarbeitet und somit den Fluggästen die Kompensation anbietet. Bei der Frage, inwiefern Fluggäste dieses Angebot tatsächlich nutzen, gab mir Steffen Milchsack, Head of Corporate Responsibility Communications, folgende Antwort:

„Aktuell nutzen verhältnismäßig wenige Fluggäste diese Option. Das möchten wir ändern und arbeiten daher daran, die Sichtbarkeit dieses Angebots zu verbessern. 2019 soll es für unsere Flug- gäste möglich sein, direkt in der Online-Buchung eine CO₂-Kompensation durchzuführen.“

Auch Austrian bietet ihren Kundinnen und Kunden an, ihre Flüge auszugleichen. Allerdings ist die Zahl derjenigen, die dies tatsächlich tun ebenfalls äußerst klein. Nur 0,3 bis 0,4 Prozent der Online Bucher und Bucherinnen nehmen dieses Angebot zurzeit wahr, wie mir Barbara Hotz, Managerin Environmental Affairs, mitteilt. Mir ist bei meiner Recherche allerdings klar geworden, dass Airlines ihre ökologische Verantwortung sehr ernst nehmen und sich durchaus intensiv mit dem Thema beschäftigen.

Meine persönliche Erfahrung mit „myclimate“

Ich habe es Unmengen an jungen Leuten gleich getan und bin kürzlich in die beliebte Studentenstadt Wien gezogen. Im Studienalltag begegne ich oft Menschen, die von etwas weiter herkommen und es ist naheliegend, dass wir hie und da gerne nach Hause reisen, um Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Meine Liebsten wohnen in Zürich, meiner Heimat während der letzten elf Jahre meines Lebens. Im November letzten Jahres bin ich für ein verlängertes Wochenende nach Hause geflogen und zum ersten Mal habe ich dabei meinen Flug mithilfe von myclimate kompensiert. Für den Hin- und Rückflug, wobei jeweils ca. 750km zurückgelegt wurden, habe ich nicht mehr als sieben Euro für die CO₂-Kompensation bezahlt.

© Greta Gruber

Ich muss sagen, dass ich die Reise einerseits mit viel Vorfreude auf die Zeit in Zürich und andererseits mit einem fast schon gänzlich reinen Gewissen gegenüber der Umwelt angetreten bin.

 

 

Wie der Kompensationsablauf auf der Website von myclimate genau aussieht und wie es mir auf der Reise ergangen ist, seht ihr in dem unten angeführten Video. Falls ihr nun auch inspiriert seid, euren nächsten Flug zu kompensieren oder euch einfach weiter über myclimate informieren wollt, klickt hier.

Auf eine gemeinsame grüne Zukunft!

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