Handy aus – Welt an

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Smartphones, Laptops, Tablets. All diese Geräte sind bereits so in unseren Alltag integriert, dass wir ihre Benutzung beinahe kaum noch bewusst wahrnehmen. Anders ist dies im 25hours Hotel beim Wiener Museumsquartier…

„Herzlich Willkommen im analogsten Hotel der Welt…“ – Diese Worte begleiten mich in eines der beiden analogen Hotelzimmer, in das mich Roland Eggenhofer, Senior Sales und Marketingmanager im 25hours Hotel beim Wiener Museumsquartier, führt. Als Allererstes fällt mir sofort das ansprechende und außergewöhnliche Design dieses Zimmers auf: So modern, so neu, so hip – und irgendwie doch so anders. Was sonst in fast jedem Hotel heute zu Standardausstattung zählt, sei es der Flachbildschirmfernseher oder eine neumodische Musikanlage, findet man in diesem Zimmer nicht. Stattdessen gibt es einen Plattenspieler und eine Vielzahl an Schallplatten, die den Gästen zur Verfügung stehen und der Flatscreen wurde durch ein analoges Fernsehgerät mit einer Auswahl an originalen Videokassetten, darunter Klassiker wie Titanic, ersetzt.

 

 

 

Neben dem Fernseher und dem Plattenspieler, darf auch eine Schreibmaschine nicht fehlen. Hier kann man anstatt der heute schon zum Alltag gewordenen Whatsapp-Nachricht einen original maschinengeschriebenen Brief verfassen – so ganz wie damals.
Das war aber noch nicht alles, mein persönliches Highlight bildet eine originale Polaroidkamera. Gäste haben die Möglichkeit, diese auf ihre Ausflüge in der Stadt Wien mitzunehmen und können so die kleinen, besonderen Momente im Leben sofort auf Bild einfangen.

Nicht nur in den beiden Hotelzimmern herrscht analoges Flair, auch im Foyer des Hotels wurde dieses Konzept fortgesetzt, wie mir Herr Eggenhofer erklärt. Dort befinden sich eine Fotokabine, ein Flipper sowie ein Kiosk, bei dem unter anderem analoge Produkte wie originale Polaroidkameras erworben werden können.

 

 

Supersense – mit allen Sinnen dabei

Warum das Ganze? Bei den beiden analogen Hotelzimmern handelt es sich nämlich nicht nur um ein stylishes Projekt für Vintage-Liebhaber, sondern ein wichtiges Schlagwort hierbei ist Digital Detox. Damit meint man den temporären Verzicht auf elektronische Geräte, wie zum Beispiel Smartphones oder Laptops. Beinahe jeder einzelne von uns verbringt mehrere Stunden täglich am Smartphone und versinkt in der virtuellen Welt der Social Media. Aber bietet uns diese virtuelle Welt wirklich genauso viel wie die Realität? Nein. Denn mit digitalen Geräten werden nur zwei unserer Sinne angesprochen – das Sehen und das Hören. Deshalb war es Florian Kaps, Gründer des Labels Supersense, der das Projekt der analogen Hotelzimmer umsetzte, besonders wichtig, alle Sinne in seinem Konzept zu inkludieren – vom Hören durch die Musik aus dem Plattenspieler bis hin zum Riechen in Form eines eigens kreierten analogen Duftes. So können sich die Hotelgäste eine Auszeit von unserer digitalisierten Welt nehmen, ein paar Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit reisen und bestenfalls darauf verzichten, jede Sekunde am Smartphone erreichbar zu sein.

Digital Detox – für jeden etwas?

Die analogen Hotelzimmer werden zwar zufällig Hotelgästen des 25hours Hotels zugewiesen und können deshalb normalerweise nicht direkt gebucht werden. Außerdem liegen sie mit einem Nächtigungspreis von über 200€ möglicherweise nicht im Budget des ein oder anderen Studenten unter uns. Doch trotzdem ist dies kein Grund, um zu behaupten, dass Digital Detox für einen selbst sowieso nicht umsetzbar wäre. Es gibt nämlich zahlreiche einfache Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns diesem Überfluss an digitalen Medien entgegenwirken kann.

Handy aus …

… Bewusstsein an

Dass der übermäßige Gebrauch von digitalen Geräten heute ein alltägliches und weit verbreitetes Problem ist, ist den meisten Menschen bekannt. Doch wie viel Zeit verbringt man eigentlich selbst vorm Display? Wie oft greift man tagtäglich zum Handy? Darüber, inwiefern jeder individuell davon betroffen ist, wissen nur die wenigsten Bescheid. Dies kann man ändern, indem man bewusster auf die persönliche Handynutzung achtet. Hier können auch Smartphone-Apps wie RealizD oder Moment helfen. Dadurch erhält man am Ende des Tages Einsicht darüber, wie viele Stunden man für die Nutzung des Handys aufwandte, wie oft man das Handy zur Hand nahm und wie lange die durchschnittliche Benutzungszeit beträgt. So werden bestimmt dem einen oder anderen unter uns die Augen geöffnet und man fragt sich: War es mir dieser Zeitaufwand wirklich wert oder hätte ich meine Zeit sinnvoller nutzen können?

… Realität an

Beim Betrachten der Ergebnisse der Smartphone-Nutzungsanalysen, wird vermutlich die Idee des digitalen Fastens von einigen immer mehr in Erwägung gezogen – wenn da nicht diese eine wichtige Whatsapp-Nachricht wäre, die unbedingt jetzt einer Antwort bedarf, und der neue Instagram-Beitrag der besten Freundin, der sofort kommentiert werden muss – und wenn man schon dabei ist, kann Facebook auch noch einmal durchgescrollt werden. Schluss damit! Damit Digital Detox wirklich effektiv ist, ist es wichtig, das Smartphone bewusst außer Reichweite zu bringen. Am vorteilhaftesten ist es, das Gerät in den Flugmodus zu setzen oder für eine gewisse Zeit komplett auszuschalten. Dadurch können diese ach so wichtigen Nachrichten, die auf dem Bildschirm aufleuchten, gar nicht erst unsere Blicke auf sich ziehen und uns in Versuchung bringen. So bleibt wieder einmal Zeit, in Ruhe ein Buch oder eine Zeitung zur Hand zu nehmen oder ohne störende Unterbrechungen durch Handygeräusche ein angenehmes Gespräch zu führen.

… Wien an

Eine weitere Möglichkeit, wie sich Digital Detox gut im Alltag umsetzen lässt, ist, bewusst einfach mal seine eigenen vier Wände zu verlassen. Städte wie Wien bieten diverse Angebote und Orte, die sich perfekt für eine digitale Auszeit eignen und uns die Zeit ohne Smartphone wieder mehr schätzen lassen. Vor allem bei Schönwetter eignet es sich besonders gut, einfach mal durch die Stadt zu spazieren und die architektonische Vielfalt zu bewundern. Für diejenigen, die der Hektik des Stadtlebens entfliehen wollen, wäre ein Picknick im Türkenschanzpark oder eine Wanderung zur Jubiläumswarte mit einzigartigem Blick auf die Stadt eine Option. Auch bei schlechtem Wetter hat Wien von einem Museumsbesuch in der Albertina über eine Theatervorstellung im Burgtheater bis hin zu einem gemütlichen Kaffeenachmittag in einem der netten Cafés im 7. Bezirk so einiges zu bieten.

Digitales Fasten – die Alternative für die Zukunft?

Insbesondere in der Zukunft wird das Thema Digital Detox aufgrund der technologischen Entwicklung weiterhin an Relevanz gewinnen – und jeder kann daran teilhaben. Denn neben größeren Projekten wie den analogen Hotelzimmern im 25hours Hotel gibt es eben auch einige Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns im Alltag aus der digitalen Welt entkommen kann. Das Wichtigste dabei ist, dass man zunächst selbst Bewusstsein darüber erlangt, wie viel Zeit durch das Surfen im Internet und Chatten in sozialen Netzwerken tatsächlich verloren geht.
Auch für mich persönlich hat die Recherche zu diesem Thema dazu geführt, meinen digitalen Konsum bewusster wahrzunehmen. Vor allem das analoge Flair im 25hours Hotel regte mich dazu an, den Bluetoothlautsprecher vielleicht doch durch einen Plattenspieler zu ersetzen und das Handy wieder öfters aus der Hand zu legen.

Denn: Skype wird nie dasselbe sein wie ein reales Gespräch, ein lächelndes Emoji nie dasselbe wie ein Lächeln und ein Foto nie dasselbe wie eine Erinnerung.

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Weiterführende Links
Analoge Hotelzimmer im 25hours Hotel: https://wien.orf.at/news/stories/2895909/
Tipps für Aktivitäten in Wien: https://www.mylittlevienna.com/de-de/

Bilder: © Emma Holzleitner
Text: Emma Holzleitner

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