Green is the new black – Why and how to Fair Fashion

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Du liebst es shoppen zu gehen? Immer die neuesten Trends im Schrank zu haben? 
Alles schön und gut, was passiert aber mit den ganzen Kleidungsstücken wenn sie 2 Monate später wieder aus der Mode sind und die großen Modelabels mit neuen Trends kommen? Schlimmstenfalls wirft man die Kleidung sogar weg. Denn alles das wenig bis fast gar nichts kostet, ist doch schließlich auch nichts wert. 

Aber hast du schon mal darüber nachgedacht was du unserem Planeten und vor allem auch unseren Mitmenschen damit antust?  Natürlich ist niemand perfekt und keiner von uns kann den Planeten alleine retten, jedoch kann man mit einigen kleinen Tipps und Tricks schon etwas verändern. 

In diesem Post möchte ich Menschen darauf hinweisen wie sie dazu beitragen können den Kleiderberg auf unserem Planet nicht unnötig zu vergrößern. Dabei habe ich mir die Unterstützung der herzallerliebsten Modemacherin Marion vom Label Fuffi Brand geholt und ihr ein paar Fragen zu dem Thema Fair Fashion gestellt. 

 

Erzähl mir doch erst mal ein bisschen was über Dich!
Ich bin gebürtige Bayerin, 37 Jahre alt und habe mich vor mittlerweile über 13 Jahren entschieden, in der wunderschönen Stadt Wien zu leben. Anfangs, um hier zu studieren und dann, um hier zu arbeiten. Nach dem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft habe ich eine Ausbildung zur Damen und Herren-Bekleidungsmacherin absolviert und bin parallel durch Zufall in der Filmbranche gelandet. Seitdem arbeite ich für diverse Kino- und TV-Produktionen als Kostümbildassistentin. Mein Traumberuf, der mir nicht nur wahnsinnig viel Spaß macht sondern der es auch noch zulässt, dass ich nebenbei ein kleines Label für faire und nachhaltige Mode führen kann.

Marion mit einem Fuffi_Brand Mantel ©Julia Tomanek

Was ist Deiner Meinung nach schlecht an Fast Fashion bzw. warum sollten die Menschen umdenken und auf Fair Fashion umsteigen?
Das Schlechte an Fast Fashion ist, dass ein Großteil der Textilunternehmen irgendwo auf der Welt, meist in sogenannten Billiglohnländern, unter oft niedrigsten Bedingungen auf Kosten der dortigen Arbeiter/innen (teilweise sind es sogar Kinder) und auf Kosten der Umwelt,  die Kleidung herstellen lässt, die ein paar Wochen später bei uns in den Geschäften liegt. Die größeren Unternehmen bringen heutzutage ständig neue Kollektionen auf den Markt. Um  preistechnisch bestehen zu können wird die billigst produzierte und qualitativ schlechte Kleidung zu billigen Preisen verkauft. Die Kunden sollen so zum ständigen Wiederkommen bzw. zum ständigen Neukaufen angeregt werden und der weltweite Kleiderberg wird täglich höher und höher. Frei nach dem Motto, was nicht mehr gefällt wird weggeschmissen und durch ein neues Teil ersetzt. Die Firmen produzieren munter nach und scheffeln saftige Gewinne während die Arbeiter/innen sowie die Umwelt im Produktionsland die großen Verlierer sind. 
Fair Fashion bezeichnet das Gegenteil! Weniger kaufen, dafür Stücke, die unter fair und nachhaltigen Bedingungen, am besten sogar in Österreich, produziert wurden. Sowohl im Hinblick auf die Arbeiter/innen, die für ihre Arbeit fair entlohnt werden als auch im Hinblick auf die Umwelt, die bei der Herstellung der Kleidung weder verschmutzt noch ausgebeutet wird. 
Ich denke, dass wir uns im Grunde alle darüber einig sind, dass dies der Standard für alle Textilunternehmen sein muss und wir eigentlich keine Textilien auf unsere Haut tragen wollen, die aus qualitativ minderwertigen Materialien bestehen und irgendwo in der Welt auf Kosten von Mensch und Umwelt hergestellt wurden.  

Wie bist Du auf den Namen Fuffi_brand gekommen?
Ich weiß, dass Fuffi im österreichischen Sprachgebrauch ein abschätziger Begriff für eine Frau mit eher geringerer Intelligenz ist. Für mich impliziert dieser Begriff jedoch genau das Gegenteil. Eine Fuffi ist für mich ein so liebenswertes  Wesen, schlau, witzig, schlagfertig, neugierig. Einfach frech, wild und wunderbar, so wie Astrid Lindgren ihre Pippi Langstrumpf bezeichnet hat. Eine langjährige Freundin und ich haben uns deswegen immer gegenseitig Fuffi genannt. Das brand (engl. Marke) kam später dann dazu. 

War Fuffi Brand von Anfang an zu 100% Fair Fashion? Wenn nicht, wie kam es dazu das du umgestiegen bist? Und hast du damit KundInnen gewonnen oder verloren? 
Nein, Fuffi_brand war nicht von Anfang an zu 100% Fair Fashion. Da ich nie geplant hatte, ein Modelabel zu gründen waren die ersten Exemplare, die ich für mich und ein paar Freundinnen angefertigt habe, aus gewöhnlichem Stoff, vermutlich made in China. 
Als die Nachfrage nach den Mänteln immer größer wurde und ich die ersten verkauft habe, habe ich mich gefragt, ob ich wirklich ein Produkt aus einem qualitativ mittelmäßigem Stoff anbieten will. Schon allein weil ich beim Nähen den Stoff mehrere Stunden lang in Händen halten muss. Als ich einmal einen Stoff verarbeitet habe, der auf meine Hände komplett in lila Farbe abgefärbt hat, war die Entscheidung gefallen. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich nur noch ein Top-Produkt anbieten. Zuerst hatte ich natürlich Angst, dass ich damit Kundinnen verlieren würde. Diese Angst hat sich aber als unbegründet herausgestellt denn das Gegenteil ist passiert. Der Zuspruch wurde noch größer und ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.  

Marions Atelier ©Julia Tomanek

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Worin unterscheidet sich dein Label von den vielen anderen? Was macht dich und deine Kreationen unique?
Das Besondere an meinem Label ist, dass ich nicht davon lebe und deshalb keinen Druck habe, möglichst viele Mäntel zu verkaufen! Das ginge nämlich am Sinn von Fair Fashion vorbei. Ich will nicht zum Konsum anregen sondern eher zum Gegenteil: ich möchte, dass die Leute eher weniger kaufen, dafür qualitativ hochwertigere Klamotten, die nachhaltig und fair produziert wurden. Es soll sich jemand ganz bewusst für fuffi_brand entscheiden, entweder weil er einen neuen Mantel braucht oder weil er auf Fair Fashion umsteigen möchte. Ich will nicht dazu beitragen, dass der weltweite Kleidermüllberg weiter und weiter wächst.  

Stoffauswahl – made in Austria © Julia Tomanek

Einzigartig an fuffi_brand ist auch, dass jeder Mantel eine Maßanfertigung ist, alle Exemplare werden ausnahmslos von mir persönlich designt und genäht. Die Kundin darf sich Farbe, Schnitt und weitere Details aussuchen. Es gibt entweder eine persönliche Anprobe oder ich  bespreche die Anfertigung per Mail, auch das ist möglich. Ich bin sehr stolz und kann guten Gewissens behaupten, dass meine Mäntel zu 100 Prozent in Österreich produziert werden. Ich beziehe die Walk-Stoffe für fuffi_brand ausschließlich von renommierten österreichischen Stoffmanufakturen, die die Wolle nur mit reinem Wasser walken. Ich biete mittlerweile sogar Bio-Qualität an.  

Wie aufwändig ist es so einen Mantel herzustellen und was kostet das fertige Stück dann?
Natürlich ist es sehr aufwändig, einen Mantel anzufertigen. Das kann mir sicherlich jeder bestätigen, der schon mal selbst ein Kleidungsstück genäht hat. Je nach Kundinnenwunsch konstruiere ich zunächst einen Schnitt. Das ist denke ich das Aufwändigste an der ganzen Sache, vor allem weil bei einer Schnittneukonstruktion zunächst ein Probemantel angefertigt wird, um zu sehen, ob der Schnitt funktioniert oder ob noch nachgebessert werden muss. Dann wird zugeschnitten und genäht, was dann noch eine Sache von circa zwei Tagen ist. Ein fuffi_brand Mantel, made in Austria, kommt auf 350,- Euro. Ein Preis, der für dieses qualitativ hochwertige Produkt sicherlich gerechtfertigt ist. 

 Was glaubst du wie sich die Fair Fashion Szene in Wien in Zukunft entwickeln wird? 
Es gibt in Wien neben fuffi_brand bereits einige tolle Labels und Geschäfte, die echte nachhaltige und unter fairen Bedingungen produzierte Kleidung anbieten. Auch in Deutschland ist dieser Trend zu beobachten und ich hoffe natürlich, dass er sich weiter fortsetzt. 
Leider Gottes gibt es aber mittlerweile genauso viele Anbieter, die mit gezielten Werbekampagnen „greenwashing“ betreiben, sprich unter dem Deckmantel von fair Fashion nur vorgeben, die Standards einzuhalten. 
Auch gehört es für jede angesehene Bloggerin heutzutage scheinbar zum guten Ton, eine eigene Fair Fashion Kollektion herauszubringen, die allerdings made am anderen Ende der Welt ist. Das ist natürlich besorgniserregend. 

Ich hoffe sehr, dass wir uns endlich wieder auf made in Austria besinnen. Wir haben in Österreich und Deutschland nämlich zig tolle Manufakturen, die hervorragende Stoffe herstellen und zig Labels, die daraus coole Anziehsachen machen.  Der Fokus sollte auf unserem eigenen Know-how, unseren eigenen Rohstoffen und unserer eigenen Manpower liegen.  Die Frage muss lauten:  Wie kann ich es schaffen, hierzulande zu produzieren, ohne nach Fernost abwandern zu müssen?  Wie kann die Politik in dieser Frage helfen, damit der Anreiz dafür wieder größer wird? Welche Rahmenbedingungen brauchen wir hier, damit österreichische Firmen nicht schließen sondern florieren? 

 

Zum Abschluss meines Posts möchte ich noch einmal anmerken, dass niemand perfekt ist.

Marion an ihrem Arbeitsplatz © Julia Tomanek

Nichts desto trotz sollten wir alle darauf aus sein unseren Planeten besser zu behandeln und ihn für die Menschen die nach uns kommen genau so schön hinterlassen, wie er für uns jetzt ist. 

Egal ob du es mit einem Umstieg zu Fair Fashion angehst oder einen anderen Weg findest um den Klimawandel zu bekämpfen – you can be proud of yourself! 

Ich hoffe ich konnte euch die Fair Fashion schmackhaft machen. 
Die Website für die schönsten Mäntel, made in Austria, findet ihr hier: Fuffi_Brand 
Und falls ihr noch etwas mehr zum Thema Fast Fashion vs. Fair Fashion wissen wollt solltet ihr euch unbedingt die Dokumentation „True Cost“ ansehen.

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