Gratis ist besser als günstig

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Als Publizistik Studentin im zweiten Semester ist mir dieser Moment nur allzu bekannt:  Am Ende des Geldes ist noch zu viel Monat übrig.

Gratis ist besser als günstig
© Lisa Hofbauer

Viele Studierende – mich eingeschlossen – müssen mit einem Taschengeld von Mama und Papa oder dem Lohn, den der erste Studentenjob mal eben so hergibt, über die Runden kommen. Vielleicht oder genau deshalb sind  so viele Studierende dem Trend der Gratisproben – im Fachjargon auch „Freebies“ gennant  – verfallen.

Uni-Dschungel

Jeder kennt sie: Hektische Werbemenschen die meist zu Beginn des Semesters um die Hauptuni herumwuseln. Sie wollen einem Zeitungsabos oder Patenschaften für irgendwelche Tierbabies aus Afrika andrehen. Und sind bereit dafür über Leichen zu gehen. Doch so nervig diese Werber manchmal auch erscheinen mögen. So nützlich sind diese in Zeiten der Not. Die Not um die es sich in meinem Fall handelt, nennt sich: Kontostand Null. Aber nicht nur in Zeiten der Geldnot haben Gratisproben so manchem Studierenden schon einmal das Leben gerettet – naja… zumindest fast ;-)! Zum Beispiel waren sie ein echter Lebensretter, als ich am Tag meines ersten Semester ziemlich blauäugig und schlecht ausgestattet an die Uni Wien kam. Ich erinnere mich genau daran, dass ich ziemlich verloren vor diesem riesigen Gebäude stand. Umso erfreuter war ich, als mir gleich ein netter junger Typ mit breitem Grinsen im Gesicht entgegen kam. Diese Freude verflog jedoch innerhalb weniger Sekunden. Denn ich musste feststellen: Dieser hübsche Typ will mich definitiv nicht freundlich an der Uni Wien willkommen heißen. Nein. Er wollte mich zum Abschluss eines Zeitungsabos nötigen. Mein unbeholfenes Ich ließ die Situation einfach über sich ergehen. Gefühlte Stunden später habe ich mich endlich aus den Fängen des Werbetreibers befreien können. Der einzige Vorteil an diesem  – nicht gerade lebensveränderndem – Gespräch war, dass ich nun stolze Besitzerin eines nagelneuen Kugelschreibers mit dazu passendem Block war. Dieser Kugelschreiber hat mir auch in den darauffolgenden Monaten des Öfteren mal den Hintern gerettet. Dieses Ereignis wurde also zum Fenster einer – für mich vollkommen neuen – Welt: Die Welt der Schnorrer und Schmarotzer.

Hier ein kleiner Auszug aus den besten Dingen die ich während meines Studentenlebens vollkommen kostenlos ergattern konnte:

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Bereits am Anfang meines Selbstversuches war mir klar, dass sich Messen wie die BeSt besonders gut dazu eignen, meinen Kugelschreibervorrat auf bis zu 500 Stück auszubauen. Das habe ich dann auch wirklich bis zur Erschöpfung ausprobiert und mir damit quasi einen lebenslangen Vorrat gesichert. Aber irgendwann waren mir Kugelschreiber und Blocks schließlich nicht mehr genug. Also habe ich beschlossen nach neuen, größeren Freebies zu suchen. Schnell wurde ich an verschiedensten Orten fündig. Ich hatte sogar meine eigene Taktik zum Sammeln entwickelt. Nach ein paar Wochen habe festgestellt, dass an manchen Orten öfter Gratisprodukte verteilt werden als an anderen. So gab Montags Actimel und FruFru bei der Ubahn-Station Wien Mitte und Freitags besonders viele Gratisblöcke vor der TU.  Mit meinem ausgefeilten Plan konnte ich nun auch Dinge des alltäglichen Lebens ergattern. Von Lebensmittel bis Hygieneartikel war so ziemlich alles mal dabei. Und ich konnte wunderbar davon Leben. Es war, als würde mein Studentenbudget plötzlich gar nicht mehr so knapp bemessen sein, wie ich es in Erinnerung hatte.

© Katja Zeidler

Auch die anstehenden ÖH-Wahlen sind ein perfekte Anlass für jeden Gratisproben-Jäger. Wobei die unterschiedlichen Parteien natürlich auch ebenso unterschiedliche Freebies verteilen. Die GRAS (Grüne und Alternative StudentInnen) verteilen beispielsweise Fahrradklingeln. Was ja ganz cool sein kann, wenn man sich gerade ein neues Fahrrad zugelegt hat. Für diejenigen unter uns, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni fahren sind solche Geschenke eher überflüssig.

Wer also auf der Suche nach Freebies ist, die wirklich was her machen, sollte der WU einen Besuch abstatten. Und ich will nur eines verraten: Die lange Fahrt nach Transdanubien lohnt sich!Denn hier Verteilt die AG nämlich nicht nur teure „Markensmoothies“. Nein. Es gibt sogar kostenlose Cocktails für alle Studierenden. Auch diejenigen, die eigentlich gar nicht auf der WU studieren. Wie ihr seht gibt es also auch bei Freebies erhebliche Unterschiede. Frei nach dem Motto: The more you know 😉 !

Step out of your comfort zone!
© Lisa Hofbauer

Irgendwann war ich auch von den Produkten des alltäglichen Lebens gelangweilt. Und so
beschloss mein Beuteschema noch etwas auszuweiten. Mein nächstes Ziel waren also Veranstaltungen, bei denen man umsonst etwas zu essen oder zu trinken bekam.

Der erster Stopp: Das Cheesecakes Testing im Hotel Marriot. Diese Verkostung der aktuellen Sorten findet 2x pro Jahr statt- im Frühling und im Herbst. Wenn man hier bereit ist, ein paar Stunden Wartezeit in Kauf zu nehmen, erwartet einem im Inneren des Hotels ein wahres Festmahl. Und das alles vollkommen umsonst!

Denjenigen unter euch, die aber eher nach einem unvergesslichen Rausch als nach Käsekuchen suchen, empfehle ich eine Homeparty zu „crashen“. In Wien gibt es beinahe wöchentlich riesige Parties mit einer unüberschaubaren Anzahl von Gästen. Genau diese sind der perfekte Ort um sich hemmungslos zu betrinken. Und das auch noch auf Kosten des Gastgebers. Hört sich für euch nach einer ziemlich riskanten Aktion an? Ich habe auch nie behauptet, dass es einfach ist, etwas umsonst zu bekommen. Wer doch nicht ganz so mutig ist, kann eine der zahlreichen Vernissagen in Wien besuchen. Zur Begrüßung gibt es hier oftmals ein Gläschen Sekt und wenn ihr Glück habt sogar auch Fingerfood. Dazu kann man dann noch wunderbar die Werke des ausstellenden Künstlers betrachten – vollkommen umsonst.

Da der Mensch aber nicht nur von Essen und Trinken alleine lebt, habe ich mich im Internet außerdem auf die Suche nach sonstigen Artikeln gemacht, die man ganz ohne Geld erwerben kann. Auf Willhaben.at gibt es momentan rund 17.000 Artikel die zu verschenken sind. Darunter Dinge wie Bücher, Antiquitäten und sogar Smartphones. Diejenigen unter euch die sich besonders für dieses Thema interessieren sollten auch unbedingt unter http://youngviesions.com/portfolio/zimmereinrichtung-fuer-umsonst/ reinschauen 😉 ! Aber nicht nur Willhaben sondern auch zahlreiche andere Online-Shops haben laufend Aktionen, in denen sie bestimmte Produkte – meist für einen limitierten Zeitraum – vollkommen kostenlos anbieten. So bietet zum Beispiel der Erotik-Onlineshop Eis.at seinen KundInnen regelmäßig gratis Werbeprodukte – darunter Kondome, Augenbinden und vieles mehr.

Das Fazit meines Versuchs:

Entgegen meiner Ausgangssituation wurde ich durch den Selbstversuch um eine ansehnliche Menge von Freies und auch zahlreiche Erfahrungen reicher. Wobei das in meinem Fall sogar wortwörtlich gemeint ist: Denn ich habe dafür KEINEN EINZIGEN CENT meines hart verdienten Studentenlohns ausgegeben.

Und diejenigen unter euch, die sich geschickt genug anstellen, müssen am Ende des Monats nie wieder beim Blick aufs Konto bangen. In diesem Sinne: Gutes Gelingen!

Text + Fotos: Lisa Hofbauer

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