Fantastic Beerenpunsch and where to find it!

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Die Mütze bis zu den Augenbrauen herunter gezogen, den Schal bis zur Nase rauf. Unter den zehn Schichten und dem dicken Parka kann man sich kaum noch bewegen, aber Hauptsache es wird nicht gefroren.

Dann sieht man sie, die funkelnden Lichter, welche die Dunkelheit erleuchten und die kleinen „Standln“ mit ihren großteils unnützen, aber in der Adventszeit anscheinend wichtigen Dingen, sichtbar machen.  Der Duft von Waffeln, Keksen und Punsch liegt in der Luft und steigt einem in die Nase. Man hört zum ersten Mal „Last Christmas“ und es geht einem noch nicht auf den Senkel. Jetzt ist klar, wir sind am Adventmarkt angekommen –  Christmas is here!

In Wien gibt es zig Weihnachtsmärkte, und ich, als zugegeben absolute Weihnachtsfanatikerin, kann wohl nicht ganz objektiv in dieses Thema eintauchen und finde jeden einzelnen von ihnen, egal wie überkitscht, kommerziell oder hipster er auch sein mag, sehenswert! Aber dieses Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die „Underdogs“ der Weihnachtsmärkte zu erkunden. Ich besuche für euch die Alternativen zu Spittelberg, Rathausplatz und Co. 
So lasset uns beginnen und begebt euch in meine kleine, manchmal auch leicht von zu viel Beerenpunsch benebelte Ansicht auf Wiens „Underdog“-Weihnachtsmärkte und auf die Suche nach dem besten Beerenpunsch in TOWN!

                                                          1.  „Weihnachtszauber“ am Schloss Wilhelminenberg

Vielleicht ist es nicht sehr überlegt, gleich mit einem der eigenen Favoriten anzufangen, aber der Weihnachtszauber am Wilhelminenberg lässt fast keine Wünsche offen. Da er aus meiner sehr bescheidenen Sicht der höchstgelegene Weihnachtsmarkt Wiens ist, hat er eindeutig die beste Aussicht! Die vielen Lichterketten und die stimmungsvolle Musik – zugegeben hatten meine Freunde und ich auch großes Glück, da unser Abend zufälligerweise von einem vierköpfigen „quasi-Blasorchester“ untermalt war – machen das Ambiente perfekt. Es handelt sich hierbei um einen eher traditionellen Weihnachtsmarkt mit wenigen, aber sehr geschmackvollen „Standln“, aber wie ich gern zu sagen pflege – „Qualität vor Quantität“

Und nun zu dem Punkt, der uns Studenten, Arbeitslose und -suchende oder nur grundsätzlich Menschen an einem Weihnachtsmarkt am meisten interessiert. Auch wenn ihr es an dieser Stelle leugnen wollt, wir wissen alle, dass wir dieses Jahr wieder viel zu viel

© Alexandra Fleischer

Punsch getrunken haben. Ich schließe mich hiermit keineswegs aus, da ich im Sinne der Wissenschaft aufopferungsvoll natürlich den einen oder anderen Beerenpunsch kosten musste. Der zweite und dritte waren letztendlich wohl nicht mehr nötig, aber wie sagt man so schön – better safe then sorry!

Somit kann ich an dieser Stelle als kleine Punschkennerin behaupten, dass der Weihnachtsmarkt am Wilhelminenberg preiswerten Punsch serviert!
Ich hätte mir drei, vier Beerchen mehr gewünscht, aber im Leben muss man wohl kleine Rückschläge hinnehmen.

2.  Punsch in der Cafe/Bar Bloom

Dieses spektakuläre Punsch –Bar/Cafe, befindet sich in der Rotenturmstraße und ich muss zugeben, dass es hier zu einer kleinen Verwechslung gekommen ist. Aber aus Fehlern entstehen doch die lustigsten Geschichten, oder?

Diese Punschbar ist zugleich eine Rooftopbar und bietet somit eine wunderbare Aussicht auf den Stephansdom und dazugehörigen Platz. Mit hipper, nicht allzu weihnachtlicher Musik erinnerte der Abend eher an einen Nachtclubbesuch als an ein gemütliches Punschen mit Freunden, aber dies wurde alles nebensächlich nach dem etwas

© Alena Helm

wegblasenden Punsch mit erstaunlich vielen Beeren drin (man bemerke meine Beerenbesessenheit).

Ich kann, ehrlich gesagt, nicht mehr viel über diesen Abend wiedergeben, da ich meine Freundinnen zunächst auf die falsche Dachterasse gezerrt habe und sie dann noch dazu gezwungen habe, mit mir viel zu teuren Punsch zu trinken. Aber Gott sei dank haben wir das Geld dann doch quasi wieder „rückerstattet“ bekommen (an dieser Stelle wird nichts näher ausgeführt, das mich oder meine edlen Mitpunscher in irgendeiner Art und Weise belasten könnte) in allem war es aber ein gelungener Abend, also wenn man kein Fan der überkitschten Weihnachtsmärkte ist und nur auf einen Punsch im ersten Bezirk gehen will, eignet sich die Cafe/Bar Bloom eindeutig.

3.  VinziRast

Der Adventsmarkt VinziRast war sicher mit Abstand auf seine gewisse Art und Weise der beeindruckendste Weihnachtsmarkt von allen. Dieser Markt findet nur an zwei Tagen im Jahr statt, also muss man sich hier genau informieren, wenn man ihn besuchen möchte.

Beim VinziRast handelt es sich um einen Markt, bei welchem selbstgemachte Sitzkissen, Tonsterne, Kirschkissen und vieles mehr verkauft werden.  All diese Dinge werden ausnahmslos von Obdachlosen und Flüchtlingen, im Rahmen von VinziChance, per Hand gemacht und gegen eine freie Spende abgegeben. Man befindet sich im geschmückten Innenhof von VinziRast mit Weihnachtspunsch und hausgemachten Keksen.
Meiner Meinung nach ein sehr besonderer Weihnachtsmarkt, dem man viel mehr Aufmerksamkeit schenken sollte!

                                                    4. Weihnachtmarkt am Schloss Belvedere

Mir ist durchaus bewusst, dass es sich beim Adventmarkt beim Schloss Belvedere nicht um einen Geheimtipp handelt, aber die atemberaubende Schönheit ließ mich nicht drum rum kommen, ihn hier in meinem Beitrag doch zu erwähnen! Ich muss schon zugeben, zu Weihnachten kommt das Mädchen in mir zum Vorschein und Glitzer, Glimmer, Gloria kennen kein halt mehr. Wenn man also auf das voll beleuchtete Schloss mit den Lichterketten zugeht, schlägt das kleine Herzchen doch mal etwas höher!
Die Touristen waren natürlich etwas mehr zu spüren als bei oben genannten Märkten, aber Leute ich muss euch sagen, DAS WARS WERT!
Nach zahlreichem hin und hergehüpfe zwischen den „Standln“ und keinen Zirbenpunsch zu früh, habe ich dann sogar noch einen Beerenpunsch bekommen und somit war der Abend quasi perfekt.

© Alexandra Fleischer

Wir wissen alle, dass ich auf mehr als diesen vier Märkten war und mehr als nur diese Kleinigkeiten erlebt habe. Aber rein objektiv betrachtet waren es diese vier Abende, die mir wirklich viel bedeutet haben und vor allem haben mich diese vier Weihnachtsmärkte einfach überzeugt (außer vielleicht die Rooftop Bar, aber kommt schon, jeder macht mal kleine Fehler).

 

© Alena Helm

Fazit:

Alles in allem war keiner der Märkte überfüllt oder vollgestopft mit Leuten, die zu beschäftigt waren, das perfekte Instagram, Facebook oder Twitter Foto zu machen. Nein, es lag wirklich immer der Zauber von Weihnachten in der Luft. Es wurde überall viel gelacht, getratscht, zu später Stunde manchmal auch gesungen und natürlich getrunken, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es nur um das touristische Weihnachtsmarkt abklappern geht.
Ich weiß, dass ihr jetzt vielleicht kopfschüttelnd vor euren Laptops, iPads, Smartphones oder was es da sonst noch alles gibt, sitzt und euch fragt, was für ein Naivchen dies hier verfasst haben muss, aber sollten wir nicht alle versuchen, gerade zu Weihnachten, das Kind in uns zu finden und vor allem zu bewahren?
Bei mir trifft dies auf jeden Fall zu und ich bin wirklich froh darüber, dass ich dieses Jahr wenigstens etwas über den Tellerrand geblickt und für nächstes Jahr schon viel mehr Weihnachtsmärkte im Auge habe.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr alle ein wunderschönes Fest hattet und euch, so wie ich, schon wieder auf die beste Zeit im Jahr freut, Alena

Mehr Infos unter:

Vinzi Rast

Text: Alena Helm

Fotos: Alexandra Fleischer, Alena Helm

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