fake hormones – public enemy

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Kinder? Nein danke! Zumindest nicht als 22-Jährige Studierende, die bis vor ein paar Wochen das Waschmittel immer ins falsche Fach geleert hat, ihr Zimmer hauptsächlich mit einem Swiffer-Staubmagnet sauber hält und es nicht schafft ein Glasl Nutella länger als 3 Tage zu besitzen. Dass ich definitiv noch nicht bereit bin, ein Kind groß zuziehen, hätten wir ja jetzt geklärt. Ich bin mir sicher, ich bin nicht die einzige der’s so geht! Und ganz ehrlich, wenn wir beim Hofer an der Kassa stehen und hinter uns eine komplett überforderte Mutter versucht, ein schreiendes Kind vom Süßigkeitenregal wegzuziehen, sind wir auch froh darüber keine zu haben.

Tja, nach dieser Erkenntnis stellt sich aber die Frage – Wie soll ich verhüten? Die Meisten würden wahrscheinlich sagen: „Ja mit der Pille, wie sonst?“ ABER. Wisst ihr eigentlich was Frauen ihrem Körper damit zumuten? Und ihrer Psyche? Und ihrer Libido? Ja, genau die Liste der Nebenwirkungen ist lang. Deshalb möchte ich den Damen unter euch einen Weg in eine Welt frei von künstlichen Hormonen zeigen.

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„Hallo i bims – 1 Hormon“ – ja ok, und was kannst du eigentlich? Hormone sind chemische Botenstoffe die Verdauung, Körpertemperatur, Stoffwechsel und – ganz gemein – unser Gefühls- und Sexualleben steuern. Außerdem sind sie für unseren nicht heißgeliebten roten Besuch verantwortlich. Das sind ja eigentlich alles gute und lebensnotwendige Dinge. Ja wir brauchen sie, unsere körpereigenen Hormone. Was wir aber nicht brauchen sind die künstlichen Hormone, die in der Pille und anderen hormonellen Verhütungsmethoden wie dem Hormonpflaster oder der Hormonspirale enthalten sind.

 

hormonbasierte Verhütung – funktioniert jetzt wie?

Die Hormone in der Pille oder einer anderen hormonellen Verhütungsart sind künstlich (meistens verschiedene Arten von Gestagen oder Östrogen). Sie sagen deinem Hirn, dass es eh genug von ihnen gibt und dein Körper keine mehr produzieren muss. Zusätzlich wird durch die Pille die Produktion der Gebärmutterschleimhaut eingeschränkt, welche im Normalfall (also, wenn man drauf aus ist, einen Gschroppn zu bekommen) dafür da ist, dass sich die befruchtete Eizelle einnisten kann und es schön gemütlich hat. Dadurch, dass dieses „Wohnzimmer“ für die Eizelle durch die Pille eher wie eine der

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grindigen Toiletten im Flex wird, hat die Eizelle auch keine Lust (beziehungsweise gar nicht die Chance) sich einzunisten. Nach 21 Tagen Pille schlucken kommt dann eine Pause. Während dieser Pause bekommt man dann seine Tage, richtig? Nein, falsch! Das ist keine reguläre Monatsblutung. Es ist eine Abbruchs- oder Entzugsblutung und ja Entzug, weil dem Körper praktisch die Hormone entzogen werden. Das Ganze ist also kein normaler Zyklus, wie es die Natur für deinen Körper vorherbestimmt hat!

Die Nebenwirkungen

Nicht nur, dass du deinem Körper Tag für Tag etwas vormachst und ihn immer weiter in die Abhängigkeit führst, kommt bei vielen Frauen auch noch folgendes hinzu: Sie fühlen sich schlapp und niedergeschlagen, haben Stimmungsschwankungen, Gewicht zugenommen, eine verminderte Libido oder Migräne. Das ist das Schicksal vieler Frauen, die die Pille nehmen oder sonst wie hormonell verhüten. Diese Leiden sind aber nur unangenehme Effekte, dazu kommen noch Risiken wie Thrombose oder Lungenembolien (was zum Glück nur bei wenigen Frauen der Fall ist). Das schlimme ist, dass vielen Frauen gar nicht bewusst ist, dass diese Effekte eventuell von der Pille kommen. Sie denken „so ist das halt bei mir“, aber nein, so ist es nicht. Und die meisten erkennen das erst nach Absetzen der Pille. Ich meine, wie sollte es auch anders sein, wie könnte man es besser wissen, wenn man die Pille seit dem frühen Jugendalter einnimmt. 1 mal am Tag, 21 mal im Monat, 252 mal im Jahr (wenn man sie nicht vergisst oder beim Fortgehn eskaliert und sie nicht drin behalten kann). Wen die persönlichen Erfahrungen von Frauen interessieren, die die Pille abgesetzt haben, sollte einfach #mypillstory googeln – ihr werdet überrascht sein.

Der Ausweg

Genug vom Pillendisaster, ich wollte euch ja eigentlich zeigen, wie es anders gehen kann! Wie es in der Mode das kleine Schwarze gibt, gibt’s beim Sex das Kondom. Wir alle kennen es und wissen hoffentlich, das nur das Kondom vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. Außerdem ist es jetzt schon in allen möglichen Varianten erhältlich: in grün, mit Bananengeschmack, wenn’s länger dauern soll (bei ihm), wenn’s leichter gehen soll (bei ihr), genoppt, gerippt und nicht zu vergessen auch vegan. Wenn nun aber das Kondom die optimale Lösung wäre, ja dann bräuchte ich diesen Beitrag gar nicht zu schreiben.

So, what else? In der heutigen, technologieaffinen Welt darf es nicht wundern – ja es gibt ihn, den Verhütungscomputer. Aha, ok. Nein, das ist keine App für deinen Laptop! Es funktioniert grundsätzlich einfach. Jeden morgen und zwar zwischen Aufwachen und Aufstehen misst man unter der Zunge seine Temperatur. Diese sogenannte Basaltemperatur steigt nämlich zur Zeit des Eisprungs – damit weißt du dann, wenn es gscheiter ist ein Kondom zu nehmen. Diese High-Tech-Teile gibt es von Pearly oder Lady-Comp. Ganz ehrlich, ja es ist hormonfrei, aber meiner Meinung nach definitiv nicht stressfrei. Es geht also bestimmt noch besser! Kommen wir zum Coitus Interruptus – Scherz. NEIN, einfach NEIN.

Die wohl bekannteste und ausgereifteste Verhütungsmethode ohne Hormone ist die Kupferspirale. Das Ganze funktioniert chemisch. Die Kupferionen sind für die Spermien wie High Heels für mich beim Fortgehen – sie hemmen die Mobilität. Außerdem wirkt die Kupferspirale als Fremdkörper in der Gebärmutter, was das Einnisten einer Eizelle verhindert. Das Gute daran: du musst nie dran denken, dein Zyklus bleibt unverändert und es gibt keine Nebenwirkungen. Das Schlechte: jeder Fremdkörper im Körper bietet Gefahrenpotential, es kommt eventuell zu stärkeren Regelblutungen und das Einsetzen ist nicht unbedingt lustig. Aber da die Kupferspirale bis zu fünf Jahre drin bleiben kann, würde ich zumindest, diese Schmerzen in Kauf nehmen.

Die Erfahrung

Ich selbst hab’s noch nicht ausprobiert, aber meine Mitbewohnerin aka beste Freundin. Ja, sie kann die nächsten fünf Jahre gemütlich die Beine hochlegen, im wahrsten Sinne des Wortes. Eines der Dinge die man ihrer Meinung nach beachten sollte, ist, dass man sich bei dem Gynäkologen wirklich wohlfühlt, desto entspannter (haha ja klar) man ist, desto easier ist das Einsetzen. Außerdem hat sie die Kupfer-Gold-Spirale gewählt, da Gold antibakteriell wirkt und somit entzündungshemmend ist (was eine Nebenwirkung der Kupferspirale sein kann). Aber trotzdem, das Einsetzen war alles andere als lustig. Sie meinte es fühlt sich für ein paar Sekunden an, wie richtig starke Menstruationskrämpfe. Da die Spirale während der ersten drei Tage der Periode eingesetzt wird, meinte sie man sollte sich darauf gefasst machen, dass die Periode danach länger und mit mehr Krämpfen verbunden ist. Am Tag des Einsetzens waren die Schmerzen unter tags kaum vorhanden, abends jedoch kam die Abrechnung. Insgesamt hat sie ca. drei Tage mit Netflix im Bett verbracht. Die erste Menstruation nach ca. einem Monat dauerte statt vier Tagen zehn. Das ist aber normal zu Beginn. Nach zwei bis drei Zyklen sollte sich die Dauer einpendeln.

Ihr Fazit: Schmerzhaft, aber besser als Migräneanfälle und Stimmungsschwankungen die jeden zur Weißglut treiben.

Zur Information: Die Kupfergoldspirale wurde von Dr. Gauff eingesetzt. Kosten ca. 450€ (für fünf Jahre)

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Das enttäuschende am Ganzen ist, dass frau nicht die beste Verhütungsmethode auswählt, sondern die am wenigsten blöde.

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