Energie als Kunst

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Beim Spaziergang am Kanal ist es unübersehbar, das Fernwärmewerk Spittelau.

© Caroline Souchon
© Caroline Souchon

Hoch ragt sein bunter Schornstein über alle umliegenden Gebäude hinweg und die Fassadengestaltung mit ihren unregelmäßigen und bunten Linien fasziniert einen jeden Passanten.

Seit dem Großbrand im Jahr 1987, was die Umgestaltung der Außenfassade nach Hundertwasser zur Folge hatte, ziert das fantastische Werk als fester Bestandteil das Wiener Stadtbild seit nunmehr 23 Jahren. Der Zweckbau vereint in seiner innovativen und kunstvollen Gestaltung die Themen Abfall, Energie und Kunst. Es stellt das Sinnbild für die Leistungen der Stadt im Bereich nachhaltige Abfallwirtschaft dar, wofür Wien im Jahr 2010 sogar mit dem „World City closest to sustainable Waste Management“ – Preis ausgezeichnet wurde.

© Caroline Souchon
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Das Fernwärmewerk der Wien Energie ist aber nicht nur eine schön gestaltete Fassade von Friedensreich Hundertwasser, sondern vereint so viel mehr in sich. Es kombiniert nach Hundertwassers Vision Technik, Ökologie und Kunst. Es stelle „Ein Mahnmal für das Bedürfnis nach einer abfallfreien Gesellschaft“ dar.

Anfangs hatte Hundertwasser das Angebot wegen seiner Vision noch abgelehnt. Der damalige Wiener Bürgermeister, Helmut Zilk, schaffte es durch seine Hartnäckigkeit dann doch ihn zu überzeugen. Denn jeglichem Umweltschutz zum Trotz musste Hundertwasser dann einsehen, dass in einer Millionenstadt wie Wien es einfach unmöglich war ohne eine Müllverbrennungsanlage das Abfallproblem in den Griff zu bekommen. Als Bedingung forderte er eine Aufrüstung der Anlage mit modernsten technischen Einrichtungen, die der Emissionsreinigung dienen sollten. Die Arbeit an der Fassade nahm Hundertwasser ehrenamtlich wahr, d.h. er arbeitete ohne Honorar oder Kostenrückerstattungen.

© Caroline Souchon
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Bestaunen lässt sich aber nicht nur die fantastische Fassade. Denn ganz gleich, welcher Aspekt des Werks das persönliche Interesse geweckt hat, eine Führung durch die Wien Energie-Welt erläutert einem nicht nur in die künstlerische Hingabe Hundertwassers, sondern zeigt auch wie das Wiener Abfall-, Recycling- und Entsorgungssystem funktioniert und wie Heizwärme und Warmwasser umweltfreundlich erzeugt werden. Auch der Blick durch den Glasboden der Steuerkanzel, hinab in den riesigen Müllbunker, ist ein Highlight an sich.

Mehr Infos unter:

http://www.wien.info/de/sightseeing/gruenes-wien/wiener-kraftwerke
http://www.hundertwasser.com/arch/view-73/language/ge
http://www.wienenergie.at/eportal2/ep/channelView.do/pageTypeId/67829/channelId/-48159

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