Eintauchen in andere Welten

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In meinem Unterbewusstsein weiß ich, dass ich in einem normalen Zimmer, mit einem normalen Holzfußboden, Möbeln und was sonst noch dazugehört, stehe. Meine Augen zeigen mir jedoch eine ganz andere Welt. Über mir ein roter Himmel mit vielen leuchtenden Sternen. Jedes Mal, wenn ich auf den Boden sehe, ist da nichts als Dunkelheit. Ich scheine zu schweben. Moment, was passiert denn jetzt auf einmal? Elefanten schlendern einfach so an mir vorbei. Ein Nilpferd plantscht im Wasser, ein Löwe scheint mir direkt in die Augen zu blicken und im nächsten Moment fliege ich auch schon über Las Vegas. Wie ich das geschafft habe? Nein, ich bin nicht Superwoman…virtual reality macht´s möglich und liegt zurzeit total im Trend. Ich habe verschiedene Locations, die damit zu tun haben, für dich getestet und werde sie dir nun vorstellen.

 

Virtual Reality zu Hause

Bei einem guten Freund von mir hatte ich die Möglichkeit, virtual reality zu Hause auszuprobieren. Er hatte sich vor gut einem Jahr das HTC Vive Set zugelegt und war total begeistert davon. Angefangen von Videos, bei denen man einfach nur zusehen und VR richtig auf sich wirken lassen kann, bis hin zu aktiven und realitätsnahen Spielen ist alles dabei. Ich bekomme die Brille und die Kopfhörer auf und bin sofort in einer anderen Welt. Es ist einfach faszinierend, wenn man gerade noch in einem normalen Zimmer gestanden hat und auf einmal in die Tiefe der Meere eintaucht. Ich kann mich 360° drehen, zu Boden sehen und überall nichts als Wasser und Fische um mich herum. Durch Basisstationen für 360°-Bewegungsverfolgung im gesamten Raum, werden im Bild sofort die Grenzen als Strichlinien aufgezeigt, wenn man sich einer Mauer nähert. In meine beiden Hände bekomme ich Controller, um im Spiel zu interagieren. Wenn es darum geht gewisse Spiele oder Einstellungen auszusuchen, muss ich nur länger auf die jeweiligen Wörter schauen um sie zu aktivieren. VR fühlt sich so real an, dass ich mich nicht einmal traue ein Horror-Video auszuprobieren. Schon bei einem einfachen Spiel (Waltz of Wizard), bei dem ich magische Getränke mischen kann und später in einem dunklen Raum darauf warte, angegriffen zu werden, bin ich mehr als nervös. Was mich am meisten fasziniert, sind Gemälde und Kunstwerke, die man sich nicht nur genau ansehen, sondern auch richtig hindurch gehen und auch selber malen kann (Tilt Brush von Google). Für Künstler ist das eine neue Art sich kreativ auszutoben, für Betrachter ein echtes Erlebnis und eine Sicht auf alle Perspektiven. Dadurch, dass die Qualität der Bilder von HTC Vive wirklich top ist, kann man sich ganz auf die virtuellen Welten einlassen und die Spiele genießen.

 

© Melanie Rieder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Virtual Reality in der Spielhalle

Ab Ende Oktober 2016 gibt es im Multiplex in der SCS in Vösendorf die Spielhalle VR ADVENTURES. Sie werben mit Spielen wie „Flying Superhero“, „House of Horror“, „Free Fall“ und „The Plank“. Als ich dort bin, wundere ich mich als erstes wie klein die „Spielhalle“ ist. Ich hatte mir davor eine echte Halle mit vielen Spielstationen vorgestellt, stehe nun aber einfach vor einem Geschäftsladen.

 

© Clarissa Krammer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich lasse mich beim Eingang beraten und entscheide mich für eine Achterbahnfahrt, die später noch zu einer Weltreise führt. Die Verkäuferin hatte mir dieses Spiel namens „Roller Coaster“ empfohlen, weil es am längsten dauert, neu ist und vom Preis noch am angemessensten ist. Beim „Flying Hero“ Spiel, bei dem man durch einen Gurt richtig in die Luft gezogen wird, zahlt man für 3 Minuten 15€. Die Achterbahnfahrt mit anschließender Weltreise für 5 Minuten und 2 Personen kostet auch 15€. Da ich mit Begleitung gekommen war und auch nicht zu viel ausgeben wollte, erscheint es mir ein guter Deal. Auf meine Frage hin meint sie: „bis jetzt ist noch keinem schlecht geworden beim Achterbahnfahren.“ Wir setzen uns also in zwei wuchtige Stühle, wie man sie aus Kinos kennt. Bekommen eine VR-Brille und Kopfhörer auf und los geht´s. Dadurch, dass sich die Stühle wirklich mitbewegen und man sich 360° umsehen kann, wirkt die Achterbahnfahrt wirklich real. Leider ist die Bildauflösung nicht so gut, das wirkliche Erlebnis von virtueller Realität geht somit ein bisschen verloren. Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb) ist mir am Schluss der Achterbahnfahrt doch schwindelig. Ich habe aber keine Zeit jetzt darüber nachzudenken, weil ich plötzlich in Afrika gelandet bin. Man scheint zu fliegen und wilde Zebras und Pferde galoppieren zu sehen. Ich sehe einen Fluss aus dem ein Nilpferd auftaucht. Im nächsten Moment fahre ich in einem Safariwagen, der direkt vor einem Löwen anhält. Er steht vielleicht einen Meter vor mir. Ganz ruhig beobachtet er mich und ich ihn. Die Tour durch Afrika ist zu Ende und ein Helikopterflug über Las Vegas beginnt. Man sieht alle Hochhäuser von oben und ist einfach nur baff vom Ausblick. Die fünf Minuten sind wirklich schnell vergangen. Als ich die Brille abnehme, brauche ich einen kurzen Moment um mich wieder an die Realität zu gewöhnen. Toll ist, dass die Spielhalle täglich bis 23 Uhr geöffnet hat. Es ist auf jeden Fall mal einen Besuch wert, leider aber auch ein teurer Spaß.

 

© Melanie Rieder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Virtual Reality im Café

Schon von weitem kann ich das neonfarbene Schild des Cafés sehen. VREI heißt das erste virtual reality Café und befindet sich seit November in der Lindengasse 52 im 7. Bezirk. Ich gehe hinein und fühle mich sofort wohl. Den Namen „Virtual Reality Lounge“, wie es auch genannt wird, hat das VREI wirklich verdient. Die moderne Einrichtung und die Bar machen es möglich sich auf einen Café oder eine Kleinigkeit zum Essen zu treffen und dann hat man aber auch noch die Möglichkeit VR-Spiele auszuprobieren. Ich lasse mich wieder beraten, weil das große Angebot einen doch überfordert, lege einen Account an und entscheide mich für ein gratis Spiel bei dem man Sprengkörper entschärfen muss. Ich werde wirklich sehr nett von den Mitarbeitern eingeschult, bekomme die Brille, ein Handy und Kopfhörer. Wieder schwebe ich in der Luft und kann mich 360° umsehen. Die Bildqualität der Gear VR Brille von Drei ist sehr gut, obwohl ein Handy in die Brille eingeschoben wird. Das entschärfen der Bombe braucht sehr viel Zeit und Geduld. Es ist lustig, da man es zu zweit spielt und meine Begleitperson ein Handbuch bekommen hat, aus dem mir Anweisungen gegeben werden müssen. Ich habe es zwar leider nicht geschafft, war dafür aber wieder in einer neuen Welt und hatte Spaß dabei. Es gibt aber auch noch genug andere gratis Spiele die man testen kann. Sonst bezahlt man im VREI die Spielzeit, also pro Minute. Ich teste also auch noch Google Earth und kann dabei über die ganze Welt fliegen und bestimmte Länder per Knopfdruck besuchen. Pro Minute zahlt man „5 coins“ (was 3€ entspricht). Nach dem ganzen Spielen will ich noch etwas trinken und dabei ein bisschen plaudern. Für diejenigen, die den Abend bei einem Getränk gemütlich ausklingen lassen und währenddessen aber doch ein bisschen Action haben wollen, ist das Café perfekt. Ich hatte wirklich viel Spaß bei meinem Besuch und die Preise sind wirklich fair!

 

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Virtual Reality im Tutorium

Am 04.Mai 2017 sprachen wir zufällig über VR in meinem Tutorium für STEP 6. Wirklich interessant wie präsent VR bei uns in Wien doch schon ist. Diesmal darf ich die billigste Variante testen. Eine Brille aus Karton in die man sein eigenes Handy reinschiebt und ein Video von YouTube abspielt. Ich bekomme sofort Kopfweh, weil das Bild so verschwommen ist und kann mir deshalb das Video nicht länger als eine Minute ansehen. Wenn man noch nie etwas von VR gehört oder ausprobiert hat, ist es ein interessanter Einstieg, jedoch kein Vergleich zu den anderen Brillen, die ich bis dahin schon getestet habe. Interessant sind die Diskussionen, die wir im Anschluss haben. Wie weit wird sich VR weiterentwickeln? Wird es in Zukunft in unseren Alltag integriert werden? Werden die Medien Gebrauch davon nehmen? In unserer Gruppe kommen wir zu dem Schluss, dass die Bildqualität von VR sicherlich noch weiterentwickeln wird. Da momentan die Preise des VR-Sets und der Spiele noch sehr teuer sind, wird es mit der Zeit sicher absinken und leistbarer werden. Für den Einsatz von Medienbeiträgen wird sich VR unserer Meinung nach aber nicht wirklich durchsetzen, da dabei vor allem ethische Probleme auftreten würden. Stell dir vor, es wird über ein Kriegsgebiet berichtet und du bist durch die VR-Brille sozusagen vor Ort und kannst das Geschehen somit „augennah“ miterleben…wir sind uns alle einig, dass wir das emotional nicht packen würden.

 

 

 

Beim Spielen selbst sind jedoch wirklich keine Grenzen gesetzt. Die örtliche Distanz wird überwunden und jeder Blickwinkel ist möglich. Durch Virtual Reality werden nicht nur die üblichen „Zocker“ weiter zum Spielen angeregt, sondern auch ungeübte Leute! Bei VR steht nicht das Spiel im Vordergrund, sondern das Erlebnis. Denn kannst du von dir behaupten schon mal um die ganze Welt geflogen zu sein?

Mehr Infos unter:
https://www.vive.com/eu/
http://www.vradventures.at/
https://vrei.at/

Text und Fotos: Clarissa Krammer

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