Ein Tagesbeginn mit Wohlfühlgarantie

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„Kommt schon Leute, die letzten 10 Sekunden, gebt nochmal alles!

10 – 9 – 8 – 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1″

Ich höre wie der Countdown heruntergezählt wird. Ich nehme den Hammer nochmals in die Hand und schlage zu, immer und immer wieder, aufgeben ist keine Option. Nach endlosen 10 Sekunden nehme ich das befreiende Klingeln wahr, das die Pause einläutet. Erleichtert lasse ich den Hammer fallen und setze mich auf den Reifen. Die ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich durch den Nebel. Außer ein paar motivierten LäuferInnen ist niemand unterwegs. Es ist auch gerade mal 7:30 Uhr (in der Früh) und ich schwitze und friere zur selben Zeit. Wie bin ich nur hier gelandet? Kaum zur Ruhe gekommen ist die Pause auch schon wieder um. 40 Sekunden sind einfach nicht genug. Aber wie sagt man so schön: Nur die Harten kommen in den Garten!

Wo bin ich hier überhaupt? Wieso bin ich um diese Uhrzeit schon auf den Beinen und was hat das Ganze mit der angekündigten Wohlfühlgarantie zu tun?

Keine Sorge, das verrate ich dir jetzt:

Sport im Winter ist immer so eine Sache. Natürlich hat jeder die Möglichkeit in ein Fitnessstudio zu gehen. Meiner Meinung nach ist es allerdings wichtig, auch im Winter an die frische Luft zu kommen. Die einfachste und wahrscheinlich auch kostengünstigste Variante wäre, in die Sportsachen zu schlüpfen und eine Runde laufen zu gehen. Aber Hand aufs Herz, wie oft wurde dein noch so großer Wille schon vom hinterhältigen, inneren Schweinehund überlistet? Ich persönlich hab‘ gar keine Antwort auf meine eigene Frage, da es schon viel zu oft vorgekommen ist.  Was können wir aber dagegen tun?

Fakt ist: Egal welcher Sport, ob unter freiem Himmel oder in einem Fitnessstudio, schwitzen (und leiden) in der Gruppe ist immer lustiger!

Auf diversen Social Media Plattformen sieht man Frauen und Männer die gemeinsam während eines Boot Camps ihr Bestes geben und an ihre Grenzen gehen. Sogar mich haben diese Fotos und Videos so motiviert, dass ich mich gleich auf die Suche nach einem Boot Camp in Wien gemacht habe. Wenn du in Google „Boot Camp Wien“ eingibst, findest du schnell die Homepage des Vienna City Boot Camps. Der liebe Billy, Gründer und selbst auch Trainer, ist durch das Fernsehen auf die Idee gekommen das Vienna City Boot Camp ins Leben zu rufen. In Wien gab es so etwas in der Art noch nicht und obwohl aller Anfang schwer war, hat er es geschafft, viele Menschen, egal welchen Alters, zu motivieren. Auch die Medien haben sich auf seine Idee gestürzt. Ob das WOMAN Magazin, Radio Arabella oder Gabi Hiller vom Ö3-Wecker, sie alle haben bereits über das Boot Camp berichtet und auch selbst an einer Trainingseinheit teilgenommen. Lange Rede kurzer Sinn: Auch ich habe mich zu einer schrecklich frühen Power Boot Camp-Trainingseinheit angemeldet.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung © Jessica Brandner
Vorbereitung ist das A und O © Jessica Brandner

 Freitag, 5:00 Uhr: Mein Wecker schreckt mich aus dem Schlaf. Damit ich auf gar keinen Fall zu spät zu meiner ersten Trainingseinheit komme, habe ich mir den Wecker ein bisschen früher als notwendig gestellt. Ich dachte ich wäre müder, allerdings war ich echt gespannt und motiviert, sodass ich mich fit gefühlt habe, was um diese Uhrzeit schon an ein Wunder grenzt. Fertig angezogen mache ich mich auf den Weg zur Jesuitenwiese im Prater. Die Location zu finden, stellt überhaupt kein Problem dar, da Billy, unser Trainer, mir netterweise am Vortag nochmals alle wichtigen Infos zugeschickt hat. 5 andere TeilnehmerInnen und ich haben sich pünktlich am Treffpunkt versammelt.

Schlag 7:00 Uhr geht es auch schon los…

Zugegebenermaßen bin ich schon nach dem Aufwärmen ziemlich fertig. Mir wird klar, dass ich die ganze Sache extrem unterschätzt habe.

Unser Trainer hat vorab schon alle Übungen für das anschließende Intervalltraining vorbereitet. Nach dem Aufwärmen hat er uns die Übungen Schritt für Schritt genau erklärt. Ich sag’s dir, bei ihm hat das alles so easy ausgeschaut, dass ich ernsthaft dachte, dass die Übungen „eh nicht so anstrengend sind“ … Im Nachhinein lach‘ ich selbst über meine Naivität.

Meine 1. und für mich auch DIE schlimmste Übung waren Alternating Jumping Lunges. Das sind nicht einfach nur gewöhnliche Ausfallschritte, denn als besondere „Hilfsmittel“ dienen mir TRX-Bänder. Mit beiden Händen muss ich die Griffe der Bänder festhalten. Anschließend lehne ich mich zurück und begebe mich in die Ausfallschritt-Position. Ich mache einen Ausfallschritt und springe. Im Sprung wechsle ich dann die Position, sodass für den nächsten Ausfallschritt das andere Bein vorne ist. Die Übung geht direkt in den Po und in die Oberschenkel! Die 2. Übung besteht darin, einen Medizinball hochzuheben und über die Schulter zu werfen. Ich hab‘ einfach nicht damit gerechnet, dass es so schwer ist einen 20kg-Ball einfach nur hochzuheben. Noch dazu hab‘ ich mich echt ungeschickt angestellt, sodass es alles andere als g’schmeidig ausgeschaut haben muss … aber der Wille zählt. Im restlichen Training habe ich auch Übungen kennengelernt, die mir echt Spaß gemacht haben und sogar lustig waren, wie zum Beispiel mit einem Hammer so fest wie möglich auf einen Reifen einzuschlagen. Nach dem Intervalltraining haben wir noch ein paar Sprints hingelegt und im Anschluss die Bauchmuskeln an ihre Grenzen gebracht, sofern man welche hat. Ich bin davon überzeugt, dass ich am nächsten Tag jede einzelne Muskelpartie in meinem Körper spüren werde.

Obwohl wir schon aufgewärmt haben, das Intervalltraining, die Sprints und die Übungen für den Bauch überlebt haben, fehlt noch eine letzte Übung: BURPEES! Ich entschuldige mich für die Ausdrucksweise aber ich find‘ Burpees echt beschissen. Die ganze „Burpeeminute“ hab‘ ich nicht durchgehalten. Die anderen TeilnehmerInnen haben allerdings nicht aufgehört. Sie haben weitergemacht und die Zähne zusammengebissen. Das Durchhaltevermögen der anderen habe ich bewundert, sodass auch ich in den letzten Sekunden den Burpees nochmal den Kampf angesagt habe. Die Kraft einer Gruppe sollte man echt niemals unterschätzen.

Und wo bleibt die versprochene Wohlfühlgarantie?

Erledigt, zerstört, aber glücklich und stolz beenden wir das Training um 8:00 Uhr. Ehrlich gesagt dachte ich zu Beginn des Trainings, dass ich fitter wäre, aber da lag ich wohl falsch. Für mich war die eine Stunde extrem hart und anstrengend. Ich habe gemerkt, dass sich die letzten faulen, trägen Wochen gerächt haben, ABER ich war froh und glücklich, weil ich es geschafft habe. Ich hab‘ mich überwinden können an einem Boot Camp teilzunehmen und etwas Neues auszuprobieren. Das ist doch schon was, findest du nicht auch?

Nach dem Training habe ich mich noch kurz mit unserem Trainer unterhalten. Mich hat schon während des Trainings der Ablauf des Power Boot Camps an CrossFit erinnert. Übungen, die helfen sollen die Geschwindigkeit, Kraft, Balance und Koordination des eigenen Körpers zu verbessern, seien für ihn der Schlüssel für ein abwechslungsreiches, funktionelles und vor allem effektives Training. Die Zeiten der Kurse sind meiner Meinung nach das Beste an der ganzen Sache. Die Kurse sind nämlich so gelegt, dass Studierende, Erwerbstätige usw. keine Ausreden haben nicht teilnehmen zu können, denn entweder du entscheidest dich für ein Training vor oder nach der Arbeit.

Fazit

Abschließend will ich dir sagen, dass es sich lohnt an einem Kurs des Vienna City Boot Camps teilzunehmen. Die Möglichkeit zu haben in einer Gruppe zu trainieren, neue Leute kennenzulernen und neue Erfahrungen zu machen motiviert extrem. Entscheidest du dich, so wie ich, dich in der Früh zu bewegen, verspreche ich dir, dass du es den restlichen Tag nicht bereuen wirst. Ich hab‘ mich danach selbst sehr wohl in meiner Haut gefühlt, obwohl ich den Muskelkater schon sofort nach der Stunde gespürt habe. Ich war bereit für den Tag und für die Herausforderungen, die zu bewältigen waren.

Ausgeglichen, stolz und voller Energie – wie kannst du noch besser in den Tag starten?

Damit du noch einen ausführlicheren Eindruck vom Power Boot Camp bekommst, habe ich einen kurzen Clip zusammen mit dem UTV Wien Team gedreht – an dieser Stelle nochmals vielen Dank für eure Unterstützung!

Das Ergebnis findest du hier.

 Auf ein erfolgreiches und sportliches Jahr 2017, Jessica

Mehr Infos unter:

Vienna City Boot Camp

Video: Wolfgang Paul – UTV Wien

Text: Jessica Brandner

Fotos: Jessica Brandner und Stefanie Tapler

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