Downsizing – Vom Materialismus zum Minimalismus

geposted am

Fast jeder von uns kennt es: Aus den Schränken platzt die Kleidung, aber dennoch ist es jeden Morgen schwer, das richtige Outfit zu finden. Oft fallen Sätze wie: „Ich habe NICHTS anzuziehen!“ Doch wir haben nicht nur viel zu viel Kleidung. In den Regalen sammeln sich Bücher, CDs und auch viel zu viel von allem anderen, das größtenteils unwissentlich in unserem Zuhause verstaubt.

Das Problem ist jedoch nicht der Konsum selbst. Das Problem ist der verpflichtende Konsum. Von der Gesellschaft, den Medien und der Werbung werden uns tagtäglich die modernsten und „wichtigsten“ Must-Haves präsentiert, die jeder Bürger haben MUSS.

©Allyson Payer

In Zuge dessen werden uns unrealistische Versprechungen gemacht. Durch das neue iPhone X wirkst du cool, beliebt und besonders. Der Dyson Airwrap verhilft zu traumhaften Locken, die 126 Stunden halten und Amazon’s Alexa kann die Hungersnot für immer bekämpfen. Aber benötigen wir all diese Produkte tatsächlich, um ein schönes und erfolgreiches Leben zu führen? Ganz bestimmt nicht. Konsum macht dich auf lange Sicht nicht glücklich, auch wenn es im ersten Moment so scheint. Wenn wir online shoppen oder in der Auslage eines Geschäftes etwas entdecken, das uns gefällt, werden wir in einen Rauschzustand versetzt und der Körper schüttet Glückshormone aus. „Das MUSS ich haben!“, schreit unser Körper. Unser Verstand sollte jedoch sofort unseren Drang boykottieren.

 Wir verbringen so viel Zeit auf der Jagd nach den neuesten und trendigsten Dingen, aber im Endeffekt ersetzen wir diese kurze Zeit später durch neuere und noch trendigere Produkte. Wir werden von dieser Jagd so gefesselt, dass wir gar nicht erst realisieren, dass wir das Leben selbst aus den Augen verlieren und nur noch auf materielle Besitztümer achten. Viele Wiener haben von der Einstellung, Besitz definiere einen Menschen, die Nase voll und wollen diesem Konsumwahn ein Ende setzen. Sie beginnen einen neuen, ganz anderen Lebensstil: Downsizing.

Doch was bedeutet Downsizing und wie funktioniert es?

Downsizing bedeutet im Grunde genommen, sich von etwas zu trennen, das man nicht braucht und schon zu lange bei sich hatte. Doch minimalistisches Leben setzt nicht nur voraus, sein altes Zeug zu entrümpeln, sondern auch Abschied von nicht-materiellem Ballast zu nehmen. Minimalisten wenden ihr Leben teilweise um 180 Grad und misten aus, was überflüssig ist. Sie reduzieren ihren Besitz auf das Nötigste, sodass sich -anstatt dem Durchschnittswert der österreichischen Frauen von 34 Paar Schuhen- nur noch 2-3 Paar in ihrem Schrank befinden.

Aber nicht nur Kleidung, sondern auch Möbel, Gewürzdosen und sonstige Kleinigkeiten werden entsorgt. Minimalismus bedeutet nicht nur, Zeug wegzuwerfen, sondern den Fokus auf das Leben selbst und nicht auf die Bestätigung anderer – durch materielle Objekte – zu richten.
Tipps dazu, wie man sich ein Stück weit von der konsumgesteuerten Welt absetzt und sein Leben einfacher gestaltet, findet ihr unten.

©popedelphia.com
DO IT YOURSELF: Tipps für ein einfacheres Leben
1. Open your mind!

Bevor du mit dem großen Aufräumen beginnst, solltest du dir im Klaren darüber werden wieso du es machst und wie weit du gehen möchtest. Denn es bringt leider nichts, wenn du am Ende des Tages vor deinem leeren Kleiderschrank stehst und es dich nicht erfüllt. Minimalismus ist nichts für jeden und sollte nicht erzwungen werden. Man muss nicht sein komplettes Haus leeren, um minimalistischer zu leben. Oft reichen auch kleinere Aktionen, womit wir schon beim zweiten Punkt angekommen sind:

2. Grenze deinen Social Media Konsum ein!

Wenn du deine Aktivität auf sozialen Netzwerken etwas einschränkst, wirst du auch nicht ständig von Werbung und Informationen überflutet. Diese Reize wirken nämlich leider kontraproduktiv, wenn du probieren möchtest, simpler zu leben. Oft ist es ja sowieso nur die Langeweile, die dich zu Instagram und Facebook führt. Also gönn‘ dir doch einfach einmal eine Auszeit und fokussiere dich auf dich und deine Umwelt!

3. Wirf nicht alles in den Müll!

Bevor deine ausgemisteten Dinge sofort im Mistkübel landen, wäre es doch besser, du würdest sie verkaufen oder sogar Bedürftigen spenden. Es gibt sehr viele Menschen, denen du dadurch ein wenig unter die Arme greifen kannst. Deine Spenden kannst du hier, hier oder hier abgeben. Zwei Fliegen mit einer Klatsche: Du wirst dein Zeug los und machst gleichzeitig sehr viele Menschen glücklich damit! 🙂
Solltest du jedoch einige Sachen verkaufen wollen, kannst du das jederzeit über diese Online-Portale: willhaben.at, shpock.com oder kleiderkreisel.de.

4. Zero Waste

Um zusätzlich der Umwelt etwas Gutes zu tun, kannst du deine Lebensmittel in ZeroWaste-Shops in Wien kaufen. Diese spezialisieren sich darauf, es dir möglich zu machen, ganz ohne Verpackung einzukaufen. Die Betreiber dieser Shops kaufen in Großmengen bei ihrem Händler ein und füllen alles in Gläsern oder Spendern ab. Am besten nimmst du deinen eigenen Behälter mit, um zum Beispiel dein Müsli vor Ort direkt abzufüllen. In Wien gibt es bereits vier ZeroWaste-Shops:

©Clem Onojeghuo

 

 

by Josephine Wolfram

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen