Das neue Leben mit dem alten Handy

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© Alina Rudchenko

Die Idee ein solches Experiment durchzuführen entstand in meinen Kopf, weil ich vor langerZeit bemerkt habe, dass die Mehrheit der Menschen vom Handy abhängig sind. Nicht alle Leute machen sich darüber Gedanken, dass wir in der Zeit der Technologie leben und Technik heutzutage in allen Lebensbereichen präsent ist. Aber sogar die Leute, die keinen Platz für solche philosophischen Gedanken im Kopf haben, verstehen, dass es kaum einen Menschen in den Industrieländern, der kein Handy, Laptop, Kopfhörer oder ein anderes technisches Gerät hat, gibt. Es ist paradox, aber worauf sparen die meisten Leute, von welchem Geschenk träumen Kinder und Jugendliche zu ihrem Geburtstag, was kann fast jedem Mensch Freude bringen? Sicher ein neues Handy!

Unser Handy hat einen wichtigen Platz in unserem Leben. Wir wollen immer das neueste Modell mit besseren Funktionen, wir prahlen mit unseren Smartphones, wenn unser Handy kaputt ist, dann verschieben wir alle unsere Termine und rasen zum Reparaturservice,  vor dem Kauf können wir tagelang über das entsprechende Modell im Internet lesen, wir können über sie viel reden oder sogar streiten, aber jeder Mensch mag sein Handy…oder träumt von dem neuesten Modell. Ich habe das iPhone 6s und kann nicht behaupten, dass ich darüber stundenlang plaudern kann, vielleicht weil es kaum erstaunliche Dinge gibt, die mein Handy machen kann, und die andere Leute wirklich überraschen zu können. Zwar gestehe ich meinem iPhone meine Gefühle nicht, aber ich verbringe mit dem Gerät sehr viel Zeit. Wenn ich aufwache, ich nehme zuerst mein Handy und schaue was es Neues gibt in der Welt, ich benutze es beim Frühstücken und wir trennen uns nicht während des Tages.

Am meisten benutze ich Facebook, Instagram oder WhatsApp. Wenn ihr mich fragt,warum ich mein Smartphone so oft benutze, werde ich sagen  dass es bloß die Abhängigkeit ist. Ich finde es wirklich cool, Neuigkeiten von meinen Freunden und Bekannten, schnell zu erfahren. Aber vielleicht ist die Ursache davon nicht bloß die Abhängigkeit, sondern auch das Gefühl der Einsamkeit? Wenn ich auf Instagram Fotos like und Likes bekomme, fühle ich mich als Teil der Gesellschaft. Wenn ich auf Facebook Kommentare schreibe, dann fühle ich, dass ich mich an eine größere Gruppe von Menschen wende. Wenn ich mich mit Freunden in WhatsApp unterhalte, dann fühle ich mich nicht verlassen. Trotzdem bleibt bei allen diesen Aktionen unveränderlich: ich bin allein mit dem Handy in der Hand, anstatt unter Leuten.

Manchmal ist es einfach, sich hinter dem Handy zu verstecken, und sich zu allem zu äußern: ich bin besetz und will nicht mit jemandem kontaktieren. Also ihr versteht schon, dass viele psychologische Probleme sich hinter dem Bildschirm des Handys verstecken. Über den Einfluss des Handys auf die Gesundheit kann ich sagen, dass meine Sicht wegen des ständigen Benutzens des Handys schlechter geworden ist. Das ist ein Problem für mich, weil früher meine Ansicht auch nicht perfekt war. Also in Anbetracht dieser Nachteile, habe ich dem Handy den Krieg erklärt.

© Alina Rudchenko

Ich habe das zweiwöchige Experiment durchgeführt, indem ich mein „antikes“ Handy gefunden habe und mich von meinem Smartphone dafür getrennt habe. Für zwei Wochen sollte das Nokia meinen Freund sein und mein iPhone…weggeschmissen werden. Allerdings ist das bloß ein Scherz! Ich habe mein Smartphone in die Schublade, mit den Gedanken, dass ich es vermissen werde, gegeben.

1. Tag 

Mein erster Tag mit meinem „neuen“ Handy. Nachdem ich alle meine Kontakte an mein Nokia manuell eingegeben habe,  kann ich  es benutzen. Ich sollte nicht mehr meine Tasche jede Stunde kontrollieren, weil ich denke, dass kaum eine Person mein Handy stehlen würde. Aber das LEO-Wörtebuch…okay, ich benutze mein Taschenwörterbuch beim Lernen, ich gebe es zu. Ich kann jetzt sagen, dass es ziemlich lange dauert, im Taschenwörterbuch ein Wort zu suchen, aber, wenn man die Zeit hat, ist es kein Problem. Ich bin ganzen Tag zu Hause und am Abend habe ich Englisch Kurse. Während des Unterrichtes sind die Handys von den Studenten am Tisch, aber ich lasse lieber mein „schickes“ Nokia in der Tasche. Ich sage nicht, dass ich mich für mein Handy schäme, aber… Aber ja, ich bin ein bisschen gehemmt, obwohl ich weiß, dass niemand negativ auf mein Nokia reagieren würde. Nach dem Unterricht bin ich mit meinen zwei Freundinnen nach Hause bis zur U-Bahn gegangen, und wir haben uns entschieden, Telefonnummern auszutauschen. Die Zeit, dass ich mein Handy zeigen muss, ist gekommen. Zum Glück, mein Handy gar nicht beachtet. Es war nur problematisch für mich, dieses Handy schnell zu managen, aber ein bisschen Übung und ich glaube, dass Nokia „schneller“ als iPhone wird. 

4. Tag

Ich war im Unrecht, wenn ich geglaubt habe, dass ich  mein Handy schnell managen werde. SMS-Tippen dauert ewig lange. So lang, dass ich keine  SMS mehr schreiben will! (Leider höre ich meinen Gesprächspartner nicht so gut, wie mit dem iPhone. Trotzdem bin ich positiv, und hoffe, dass das Experiment morgen besser als heute wird.

6. Tag

Heute hab ich verstanden, dass ich meine Kopfhörer mit dem iPhone „wegschmeißen“ sollte… Wozu brauche ich sie, wenn ich keine Musik mehr am Handy habe, und alle meine MP3-Player  schon lange meinen kleinen Geschwister gehört,  da ich sie ihnen geschenkt habe. Trotzdem ist das Leben ohne Musik während des Tages auch gut, nicht wahr?

9. Tag

Ich weiß schon lange, dass die Kamera beim Handy eine sehr gute Idee ist. Aber seitdem ich mein Nokia benutze, habe ich auch verstanden, dass die Kamera beim Handy vielleicht sogar das beste am Handy ist! Am Abend bin ich mit Freunden zum Sommernachtskonzert gegangen und war ziemlich zornig, dass ich kein Video für meiner Mama machen konnte. Am Anfang hat mich meine Mutter bei diesem Experiment nicht besonders unterstützt, da es unmöglich war, dass wir  uns während des Tages per Viber oder WhatsApp unterhalten konnten.

11. Tag

Wie ich schon erwähnt habe, den Mangel an WhatsApp oder Viber fühle ich nicht weniger als den Mangel an die Kamera. Am Abend unterhalte ich mich mit Freunden per Facebook oder mit  meiner Mutter per Skype am Laptop. An den Abenden bin ich manchmal so müde, dass ich kein Lust mehr habe mich zu unterhalten, aber generell passt es. Ich bin wirklich froh, dass ich meinen Laptop habe um Facebook oder Skype zu nutzen!

13. Tag

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang des Experimentes die Abhängigkeit von dem Handy sehr stark erkenne konnte. Ich habe immer das Gefühl, dass irgendein Teil von mir zu Hause bleibt, dass etwas nicht da ist. Jetzt, nur nach zwölf Tagen des Experimentes kann ich sagen, dass ich beginne mich an mein Nokia zu gewöhnen. Ja, es ist manchmal nicht bequem. Besonders, wenn man etwas schnell machen will, und sich dann erinnert, dass man ohne dem Smartphone ist. Das Handy der neuen Generation hat viele verschiedene Funktionen, den Mangel an denen wir nur dann füllen, wenn wir sie nicht mehr haben. Zum Beispiel das Notizen, das Photoalbum gerade am Smartphone, zahlreiche Apps oder die Wettervorhersage. Nur nach diesem Experiment, habe ich begonnen solche Apps wie Quando zu schätzen. Am meinem Nokia habe ich nur solche „Apps“ wie Rechner und Lämpchen. Allerdings ist es nicht leicht solche ein einfaches Handy zu nutzen, nachdem man an Smartphones gewöhnt ist.

14. Tag

© Alina Rudchenko

Ich weiß, dass alle Änderungen, egal ob große oder kleine, am Anfang stressig sind. Nur mit der Zeit kann man diese Änderungen objektiv urteilen. Ich kann sagen, dass ich beim Nutzen von Nicht-Smartphone nicht nur Nachteile, sondern auch viele Vorteile gefunden habe. Ich glotze nicht mehr wie die meisten Leute in mein Smartphone in der U-Bahn. Ich plaudere mit den Leuten an den Pausen statt mich hinter dem Handy zu verstecken. Meine Augen sind mir für solche Entspannung dankbar. Und dass wichtigste ist, dass ich jetzt mehr Freizeit habe! Seitdem ich auf das Benutzen des Smartphones verzichtet habe, habe ich mehr Zeit zum Lesen oder Sport.

Allerdings nach der Durchführung des Experimentes nehme ich mein iPhone wieder mit. Aber ich habe mir bewiesen, dass mit dem Wunsch alles schaffen und man sich an alle Veränderungen mit der Zeit gewöhnen kann. Man sollte einfach etwas positives in allen Lebenssituationen finden, und dann sogar sogar das kleine Steinzeit-Nokia beginnt man dann zu lieben.

Text+Foto: Alina Rudchenko

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